Programm­übersicht

Programmübersicht
19.03.2026
09.00 – 12.30 Uhr Preconference-Workshops I

Behandlung der Komplexen PTBS: Das Therapieprogramm „STAIR/NT

Janine Borowski, Ingo Schäfer

Personen, die interpersonelle Traumatisierungen erlebt haben, leiden oft nicht nur unter Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), sondern auch unter weiteren Beeinträchtigungen, etwa einer eingeschränkten Affektregulation, Schwierigkeiten in interpersonellen Beziehungen und einem negativen Selbstbild. Gerade diese zusätzlichen Symptombereiche, die inzwischen als typische Beschwerden im Rahmen einer „Komplexen PTBS“ interpretiert werden, tragen maßgeblich zu den Alltagseinschränkungen Betroffener bei.

Bei „STAIR/Narrative Therapie“ handelt es sich um einen Behandlungsansatz, der genau diese Bereiche systematisch berücksichtigt und zusätzlich zur Reduktion der PTBS-Symptomatik eine flexible Behandlung von Problemen im Bereich der Emotionsregulation, der interpersonellen Kompetenzen und des Selbstbilds bei traumatisierten Personen erlaubt. Das Therapieprogramm integriert auf diese Weise in einem phasenorientierten Vorgehen wirksame Interventionen zur Behandlung komplexer Traumafolgestörungen.

Im Workshop wird ein Überblick über das Therapieprogramm gegeben sowie auf seinen Einsatz im Einzel- wie im Gruppensetting eingegangen. Neben der theoretischen Einführung wird es eine Reihe von praktischen Übungen geben.

Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen im Sozialen Entschädigungsrecht und der gesetzlichen Unfallversicherung, Gutachtenstandards der DeGPT

Doris Denis, Ferdinand Haenel

Häufig ist festzustellen, dass klinische Gutachter:innen in der Kausalitätsbeurteilung psychisch reaktiver Traumafolgen oft zu extrem gegensätzlichen Ergebnissen gelangen. Neben symptombedingter Behinderung der Exploration und besonderen Beziehungsaspekten, die die Objektivität der gutachterlichen Beurteilung beeinträchtigen können, sind es eine Vielzahl möglicher komorbider Störungen, die psychisch reaktive Traumafolgen überlagern und so zu Fehlbeurteilungen bei der Begutachtung führen können. Eine schädigungsunabhängige psychische Vorerkrankung macht die Beurteilung vollends schwierig

Aus diesem Grund hat die DeGPT ein zertifiziertes Fortbildungscurriculum verabschiedet, welches psychologische und ärztliche Fachkolleg:innen in die Lage versetzen soll, klinische Gutachten zu psychisch reaktiven Traumafolgen und ihrer Genese in sozialrechtlichen Verfahren fachkompetent zu erstellen. Die von der DeGPT entwickelten Standards für die schriftliche Gutachtenerstellung sollen dabei eine ausreichend begründete und für Dritte nachvollziehbare Beurteilung garantieren, die in der Praxis nicht immer gegeben ist.

In diesem Workshop sollen die speziellen Probleme anhand von Fallbeispielen (gerne auch mitgebrachte Fälle von Teilnehmer:innen) illustriert, die Standards der DeGPT zur Gutachtenerstellung der DeGPT erläutert und auf Besonderheiten bei der gutachterlichen Exploration und Beurteilung hingewiesen werden.

http://www.degpt.de/curricula/degpt-curriculum-begutachtung.html

Psychologische Arbeit mit lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Geflüchteten

Yoan Freund, Falk Wachsmann

Es ist davon auszugehen, dass mindestens 5-10 % der knapp 122 Millionen Menschen (UNHCR 2025), die weltweit auf der Flucht sind, lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* oder queere (LSBTIQ) Personen sind. Sie kommen aus Ländern, in denen ihnen die Meinungsfreiheit abgesprochen wird, sie kriminalisiert oder strafrechtlich verfolgt werden. Sie sind privater und staatlicher Gewalt ausgesetzt, werden gesellschaftlich ausgegrenzt.

LSBTIQ Menschen erleben auf der Flucht und bei ihrer Ankunft in Deutschland häufig ähnliche, potentiell traumatische Bedrohungen und Gewalt. Sie sind intersektional von Diskriminierung betroffen und damit hohen psychischen und chronischen Belastungen ausgesetzt. Ein niedrigschwelliger Zugang zum Hilfesystem, insbesondere zu psychosozialer Beratung und Psychotherapie spielt für LSBTIQ Geflüchtete eine besonders wichtige Rolle und stellt gleichzeitig eine oft unüberwindbare Herausforderung dar.

In dem Workshop wollen wir auf die besondere Situation von geflüchteten LSBTIQ eingehen und ein Raum zu Diskussion und Austausch öffnen: Wie können die Lebensrealitäten queerer Schutzsuchender intersektional begriffen und in Beratung und Psychotherapie adäquat begleitet werden? Wie können Klient:innen in ihrer Selbstbestimmtheit und Ressourcen gesehen und Zugänge zum Hilfe- und Gesundheitssystem hergestellt werden? Neben der Vermittlung von theoretischen Inhalten wollen wir aus der Praxis berichten, Übungen zur Selbstreflektion durchführen und uns mit der affirmativen Haltung von Berater:innen und Psychotherapeut:innen in der Arbeit auseinandersetzen.

Dialektisch-Behaviorale Therapie der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (DBT-PTBS)

Kathlen Priebe

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (DBT-PTBS) ist eine modulare Psychotherapie zur Behandlung der komplexen PTBS. Zentrale Therapieziele sind a) die Verbesserung der Emotionsregulation, b) die Reduktion von sekundären traumaassoziierten Emotionen wie Schuld und Scham, c) die Reduktion der Belastung durch primäre traumassoziierte Emotionen, d) die Verbesserung von Selbst- und Körperbild sowie e) die Stärkung der Akzeptanz der traumatischen Ereignisse und der Aufbau eines sinnerfüllten Lebens. Zur Erreichung dieser Behandlungsziele werden Emotionsregulationsstrategien vermittelt, traumafokussierende kognitive und expositionsbasierte sowie akzeptanzbasierte Interventionen durchgeführt. Dabei orientiert sich die DBT-PTBS an einen in Therapiephasen zeitlich organisierten Therapieablauf unter zusätzlicher Berücksichtigung einer dynamischen Behandlungshierarchie wie sie auch die Standard-DBT vorgibt. In jeder Therapiephase stehen verschiedene Behandlungsmodule zur Verfügung, die nach Wenn-Dann-Algorithmen ausgewählt werden. Zwei unkontrollierte und zwei randomisiert-kontrollierte Studien konnten eine hohe Akzeptanz, Sicherheit und Effektivität der DBT-PTBS belegen.

Im Workshop werden die Prinzipien und die Behandlungsphasen der DBT-PTBS im Überblick dargestellt.

Trauma und Justiz: Handreichungen für ein sensibles und realistisches Begleiten von Betroffenen im Strafverfahren

DeGPT AG Trauma, Justiz

Die interdisziplinär zusammengesetzte DeGPT-AG Trauma und Justiz geht in ihrem Workshop auf der diesjährigen Preconference vertieft auf den Umgang mit traumatisierten Personen im Kontext strafrechtlicher Verfahren ein. Vor der finalen Veröffentlichung der soweit fertiggestellten Handreichungen sollen die entsprechenden Themen im Workshop unter Einbezug der Praxiserfahrungen der Teilnehmenden diskutiert und weiter geschärft werden. Die vorgestellten Themen reichen von den Grundzügen der Aussagepsychologie und deren Relevanz für therapeutisches Handeln über realistische Erwartungsklärung bei Anzeigeabsicht bis hin zu dokumentationsbezogenen und rechtlichen Fragen im Vorfeld einer Aussage. Weitere Schwerpunkte bilden die Rolle der Therapeutinnen als sachverständige Zeuginnen vor Gericht, typische Abläufe von Strafverfahren sowie Herausforderungen rund um Retraumatisierungsrisiken. Ziel des Workshops ist ein offener Austausch über Hürden, Widersprüche und gelingende Praktiken an der Schnittstelle von Therapie, Aussage und Justiz. Neben der Vorstellung der Handreichungen wird dem allgemeinen Austausch über strukturelle und inhaltliche Stolpersteine und Chancen an der Schnittstelle Trauma und Justiz Raum gegeben.

10.00 – 17.00 Uhr Paper in A Day

Paper in a Day - Workshop der Zeitschrift Trauma und Gewalt für Nachwuchs-wissenschaftler:innen

Ingo Schäfer, Heide Glaesmer

In frühen Phasen ihrer wissenschaftlichen Karriere ist es für angehende Forscher:innen besonders wichtig, Routine im Schreiben von wissenschaftlichen Artikeln zu entwickeln. Auch das Knüpfen von Kontakten und der Austausch mit Kolleg:innen spielt eine wichtige Rolle. In diesem von der Zeitschrift „Trauma und Gewalt“ ausgerichteten Workshop haben Nachwuchswissenschaftler:innen die Gelegenheit an einem konkreten Manuskript mitzuwirken, das später in „Trauma und Gewalt“ publiziert werden soll sowie Kontakte zu knüpfen und zu erweitern und eine Basis für weitere Kooperationen zu legen. Im Workshop soll unter Betreuung der beiden Leiter:innen ein Manuskript vorbereitet und geschrieben werden. Der Schreibprozess wird über den Workshop hinaus begleitet. Zielgruppe sind Kolleg:innen, die sich in frühen Phasen ihrer Karriere befinden (z.B. Masterand:innen und Doktorand:innen). Von den Teilnehmenden wird Folgendes erwartet:

1.)  Teilnahme am Vorbereitungstreffen (online)

2.)  Vollständige Anwesenheit am Workshop

3.)  Teilnahme an zwei Videokonferenzen in den folgenden Monaten

4.)  Erledigung von spezifischen Aufgaben nach jeder der drei Konferenzen

5.)  Beteiligung an der Finalisierung des entstehenden Manuskripts

13.30 – 17.00 Uhr Preconference-Workshops II

Zwischen Leitlinie und Lebensrealität: Umgang mit Rassismus in der psychotherapeutischen Praxis

Marcel Badra

Rassismus ist ein belastender Faktor, der zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Symptome beitragen kann – wird in der Praxis jedoch häufig nicht ausreichend als solcher erkannt oder benannt. Der Workshop bietet Raum für die Auseinandersetzung mit Rassismus als ätiologischem Faktor und lädt dazu ein, diese Perspektive professionell und sprachlich fassbar zu machen – zwischen therapeutischer Haltung und den Anforderungen in der psychotherapeutischen Regelversorgung. Nach einem kurzen Input zur Wirkung von Rassismus auf psychische Gesundheit folgt eine vertiefende Fallarbeit in Kleingruppen: In Teil 1 steht die Frage im Fokus, wie Rassismus in der individuellen Krankheitsentwicklung wirksam geworden sein könnte – und wie dies in eine rassismussensible Fallkonzeption einfließen kann. So soll geübt werden, rassismusbedingte Belastung nicht nur als Kontext, sondern als relevanten ätiologischen Faktor zu verstehen und sprachlich präzise zu erfassen. In Teil 2 wird erarbeitet, wie sich psychische Belastungen im Zusammenhang mit Rassismus in der Therapieplanung, Zielsetzung und Beziehungsgestaltung abbilden lässt – einschließlich der Reflexion eigener Anteile. Im Mittelpunkt steht die Annäherung an eine therapeutische Haltung, die sich mit diesen komplexen Erfahrungen auseinandersetzt.

Zum Abschluss folgt eine gemeinsame Zusammenführung zentraler Gedanken. Ich teile meine Perspektive als suchende Praxis und mit dem Wunsch nach kollegialem Weiterdenken und offener Auseinandersetzung mit strukturellen Herausforderungen.

Traumafolgen der Sexualität in der Praxis

Melanie Büttner

Vor allem nach sexueller Gewalt und anderen potenziell traumatisierenden Erfahrungen mit Sexualität fällt es Betroffenen oft schwer, sich in intimen Begegnungen sicher und wohl zu fühlen. Doch auch körperliche und emotionale Gewalt, Vernachlässigung, traumatisch erlebte Geburten oder medizinische Eingriffe können Spuren hinterlassen.

Sind Betroffene in der Sexualität getriggert, drängen sich Erinnerungen an das Trauma ins Bewusstsein. Viele vermeiden deshalb Sexualität oder halten überforderndes Wiedererleben aus, dissoziieren oder haben Schmerzen. Andere leben (Online-)Sexualität impulsiv, unkontrolliert und suchtartig.

Weil sie Bedürfnisse und Grenzen nicht gut wahrnehmen können, fällt es vielen Betroffenen zudem schwer, intime Begegnungen einvernehmlich zu gestalten und zu erkennen, wann es gefährlich wird. Damit wächst nicht nur ihr Risiko für Retraumatisierung oder Reviktimisierung in Partnerschaften oder beim Dating, sondern auch für körperliche Verletzungen, ungewollte Schwangerschaften, sexuell übertragbare Infektionen und Grenzverletzungen gegenüber anderen.

Auch langfristig kann es zu vielfältigen Auswirkungen kommen: etwa zu Spannungen in Beziehungen, zu Trennungen, Partnerlosigkeit und unerfüllten Wünsche nach Elternschaft und Familie, aber auch zu psychischen Krisen und körperlichen Beschwerden.

Der Kurs eröffnet einen kompakten Einstieg in die Thematik. Sie erfahren …

  • welche Traumata sich auf die Sexualität auswirken.
  • wie PTBS, komplexe PTBS und Dissoziation sich in der Sexualität äußern.
  • welche Rolle traumaassoziierte Komorbiditäten wie sexuelle Schmerzen und zwanghaftes Sexualverhalten spielen.
  • wie Sie Traumafolgen der Sexualität diagnostisch erfassen und nach ICD-11 einordnen.
  • welche Unterstützung für Betroffene geeignet ist.

Notfallpsychologische Akutinterventionen für Kinder und Jugendliche nach hochbelastenden Lebensereignissen

Simon Finkeldei und Tita Kern

Hochbelastende Lebensereignisse, wie der traumatische Tod einer nahen Bezugsperson, das Bezeugen von Suizid oder tödlicher Gewalt können weitreichende klinische und psychosoziale Folgen haben. Kinder befinden sich entwicklungsbedingt in einer grundlegend anderen Position als Erwachsene, wenn es zu potenziell traumatisierenden Lebensereignissen kommt. Das hat vielfältige Auswirkungen für die konkrete Begleitung von Kindern und Bezugspersonen. Die richtige Einschätzung kindlicher Belastungsschwere, die zentrale Bedeutung des Bezugspersonenverhaltens für kindliche Verarbeitungsmöglichkeiten und Möglichkeiten und Risiken „kindgerechter“ Erklärungsmodelle sind nur einige Beispiele. 

In diesem Kurzworkshop sollen vor dem Hintergrund aktueller bindungstheoretischer und psychotraumatologischer Erkenntnisse konkrete Empfehlungen zur Begleitung von Kindern, Bezugspersonen und Fachkräften nach Extremereignissen vorgestellt und typische Risiken in der Akutbetreuung aufgezeigt werden. Praxisorientiert soll auf unterschiedliche Zielsetzungen der Krisenintervention im Zeitverlauf ebenso wie auf Unterstützungsmöglichkeiten bei einer größeren Anzahl Betroffener eingegangen werden.

Aktueller Fachstandard in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsinkongruenz und –dysphorie

Claudia Calvano

Mit der Einführung der ICD-11 wurde ein bedeutender Paradigmenwechsel vollzogen: Das Erleben von Geschlechtsinkongruenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird nicht länger als psychische Störung klassifiziert, sondern unter der neuen Kategorie „Zustände im Zusammenhang mit sexueller Gesundheit“ („conditions related to sexual health“) geführt. Diese Entpathologisierung markiert einen zentralen Fortschritt in der medizinischen und psychotherapeutischen Bewertung geschlechtlicher Vielfalt.

Mit der Veröffentlichung der S2k-Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen“ im März 2025 liegt nun erstmals ein interdisziplinär abgestimmter Versorgungsstandard für Fachkräfte aus Psychotherapie, Medizin und Beratung vor. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit einer entpathologisierenden, diskriminierungssensiblen Haltung und die Bedeutung individualisierter, affirmativer Unterstützungsangebote. Sie orientiert sich an internationalen Empfehlungen, u.a. der American Psychological Association sowie der European Association for Transgender Health (EPATH/WPATH).

Im Workshop wird nach einer zusammenfassenden Darstellung der S2k-Leitlinie der Schwerpunkt auf affirmativen Versorgungsansätzen im psychologischen und psychotherapeutischen Setting liegen. Praxisnah werden sowohl die Transitionsbegleitung im Jugendalter als auch die Anpassung der traumafokussierten CBT für LGBTQI+ Kinder und Jugendliche und deren Bezugspersonen vorgestellt.

Wie schaffen wir sicherere Räume für die Behandlung von Rassismus induziertem Trauma?

Birsen Kahraman, Stephanie Cuff-Schöttle, Uli Heidemann

Rassismus-induziertes Trauma umschreibt schwerwiegende Belastungsreaktionen, die durch kontinuierliche Ausgrenzungs- und Abwertungserfahrungen, aber auch direkte bzw. (kollektiv) vermittelte rassistische Gewalterfahrungen entstehen. Rassismus als Diskriminierungsform auf struktureller, institutioneller und interpersoneller Ebene ist kontinuierlich wirksam und hat erhebliche unmittelbare sowie transgenerationale Auswirkungen. Bekannt sind Folgen für rassifizierte Körper, für das Selbst- und Weltbild von Individuen und Communities, für die Beziehungs- und Lebensqualität sowie für die psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit bis hin zur Lebenserwartung.

In diesem Workshop möchten wir Wissen zu Lebensrealitäten und potenziellen Ursachen für Rassismus induziertes Trauma zur Verfügung stellen, die aus weiß positionierter Perspektive bislang oftmals unerkannt bleiben bzw. auf Empathielücken treffen. Mit Hilfe von Beispielen aus der Praxis sollen Rassismuserfahrungen sowie unsere verfahrensübergreifenden Handlungsansätze nachvollziehbar gemacht werden. Grundlage für die machtsensible Analyse struktureller Gewalt ist, die eigene soziokulturelle Positioniertheit hinsichtlich Rassismus und intersektierender Diskriminierungsformen reflektieren und einordnen zu können, um eigene Wahrnehmungs- und Handlungsmuster zu erkennen und eine belastbare therapeutische Haltung und Arbeitsweise zu entwickeln.

Ziele: Teilnehmende sollen ein vertieftes Verständnis von Rassismus bzw. Rassismus induziertem Trauma entwickeln, die eigene Positioniertheit, einhergehende Ressourcen und Herausforderungen kritisch einschätzen und nutzen lernen, sowie die eigene Arbeitsweise nachhaltig rassismuskritisch reflektieren und anpassen lernen. Eine aktive Teilnahme an Selbsterfahrungsübungen sowie das Einbringen eigener klinischer Erfahrungen trägt bei und wird erbeten.  

Traumafolgestörungen bei Menschen mit SIE (Störung der Intellektuellen Entwicklung) – ganz anders oder doch nicht so speziell und fremd?

Birgit Mayer

Leider gibt es auch heute noch keine verfügbare Versorgung für traumatisierte Menschen mit SIE (Störung der intellektuellen Entwicklung / ICD 11), wie auch für Menschen mit Autismusspektrumstörungen (ASS) und/ oder Menschen mit schweren chronischen psychischen Erkrankungen, wie chron. Psychosen. Obwohl bei vielen dieser Klienten Traumafolgestörungen (auch komplexe) vorliegen und die Symptome teils ursächlich für die herausfordernden Verhaltensweisen sind, wurden Traumatisierungen in der Vorgeschichte in der Regel nicht abgeklärt, entsprechend nicht diagnostiziert und passende Hilfsangebote nicht angeboten.

Ausbildungsangebote gehen selten auf diese Personengruppen ein, weshalb sowohl stationäre, als auch ambulante Trauma-Therapieangebote diese Personengruppen häufig nicht behandeln. Unsicherheiten, fehlendes Wissen und Erfahrung behindern eine Verbesserung dieser Situation.

Grundsätzlich unterscheidet sich der Bedarf und die Begleitung nicht von der «üblichen» Traumabegleitung und -therapie. Manches benötigt mehr Zeit, einfachere Sprache / Worte, Hilfsmittel und Materialien teils aus dem Kinder- und Jugendbereich, aber diese notwendigen Anpassungen sind nicht so aufwendig und schwierig, wenn grundsätzlich die Bereitschaft besteht, mit diesen Menschen in Not zu arbeiten.

In diesem Workshop wird anhand von Praxisbeispielen vorgestellt, hinter welchen Symptombildern sich Traumafolgestörungen verstecken können. Material, das sich in der Praxis bewährt hat, Diagnoseinstrumente in Leichter Sprache und die Empfehlungen der neuen S3 Leitlinie PTBS für diese Klientel werden präsentiert. Ergänzend wird auch eine indirekte Diagnosemöglichkeit anhand eines psychologisch-pädagogischen Instrumentes, das auf Beobachtung durch das Umfeld basiert, vorgestellt, das zur Diagnostik schwerer beeinträchtigter Menschen genutzt werden kann, die nicht sprechen können.

18.00 – 19.30 Uhr Tagungseröffnung, Öffentlicher Abendvortrag

Eröffnung der Tagung

Prof. Dr. Maria Böttche. Tolou Maslahati

Grußworte

Die Eröffnung der Tagung findet im Audimax im Gebäude Forum 3 des CVK (Campus Virchow Klinikum) statt.

Öffentlicher Abendvortrag

Prof. Dr. Marina Martinez Mateo
Erinnerungspolitik jenseits von Identität. Politik und Ästhetik der Bündnisse in Zeiten von Rassismus und Antisemitismus

Gerade in den letzten Jahren ist ein bedrohlicher Anstieg sowohl rassistischer als auch antisemitisch motivierter Gewalttaten verzeichnet worden. Der rechtsextreme Anschlag vom 09. Oktober 2019 in Halle hat zudem demonstriert, wie tief Rassismus und Antisemitismus miteinander verwoben sind und wie wichtig es ist, sich gemeinsam gegen Anfeindungen und Gewalt zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig zeigt sich jedoch immer wieder, wie schwierig ein solches gemeinsames Handeln ist: Die Erfahrungen und Formen von Betroffenheit weisen oft weit auseinander und werden schnell gegeneinander ausgespielt. 

Am Fall des konflikthaften Verhältnisses von Rassismus und Antisemitismus sollen im Vortrag Möglichkeiten und Grenzen eines intersektionalen Ansatzes diskutiert werden. Inwiefern kann die Perspektive der Intersektionalität dazu beitragen, Verbindungen und solidarische Allianzen zwischen antisemitismuskritischen und rassismuskritischen Anliegen zu schaffen? Ich gehe davon aus, dass sie hierfür zwar vielversprechende Anknüpfungspunkte liefert, für sich genommen jedoch unzureichend bleibt. Denn der Ansatz der Intersektionalität lässt nur begrenzten Raum, um strukturelle Differenzen zwischen Diskriminierungsformen zu erfassen. Zwar stellt er deren Verwobenheit ins Zentrum, neigt dabei allerdings zur Vereinheitlichung. Demgegenüber ist in künstlerischen und erinnerungspolitischen Auseinandersetzungen mit rechter Gewalt immer wieder die Idee von Bündnissen in Differenz erprobt worden, die einer Vereinheitlichung widerstehen. Anhand dieser Arbeiten sollen daher die Konturen einer solchen Bündnispolitik nachgezeichnet werden, um den Ansatz der Intersektionalität daran weiterzudenken.

20.03.2026
09.00 – 10.30 Uhr Vorträge

Diagnostische und psychotherapeutische Annäherungen an rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen

Prof. Dr. Berrin Özlem Otyakmaz (Kassel)

Rassismus stellt in Deutschland ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen dar, welches den Alltag von BPoC prägt. Welche psychischen Auswirkungen diese allgegenwärtigen Erfahrungen von Rassismus haben können, ist in Deutschland bislang nur wenig untersucht. Hunderte von Untersuchungen aus dem angloamerikanischen Raum belegen jedoch den Zusammenhang zwischen Rassismuserfahrungen und psychischen Störungen wie Depressionen, Angststörungen und Substanzmissbrauch. Darüber hinaus zeigen Studien Zusammenhänge zwischen Rassismuserfahrungen und PTBS-äquivalenten Stress- und Traumareaktionen, die jedoch aufgrund des Fehlens des A-Kriteriums einer PTBS gemäß DSM-V nicht als PTBS diagnostiziert werden können. Mit der Folge, dass rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen, nicht oder nur unzureichend behandelt werden. Mit Konzepten wie „racial trauma“ oder „race-based traumatic stress injury“ und darauf basierenden Instrumenten können rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen diagnostisch erfasst werden. Neben der Darstellung dieser diagnoserelevanten Reflexionen werden im Vortrag kognitiv-behaviorale Zugänge zur Behandlung rassismusbedingter Stress- und Traumareaktionen vorgestellt.

Wie Kinder- und Jugendpsychotherapie rassismussensibel werden kann

Prof. Dr. Aleksa Kaurin (Wuppertal)

Rassistische Diskriminierung stellt für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland eine alltägliche Erfahrung dar – mit erheblichen Folgen für ihre psychische Gesundheit. Aktuelle Daten des NaDiRa-Monitorings 2025 zeigen, dass Schwarze, muslimische und asiatische Jugendliche überdurchschnittlich häufig sowohl subtilen wie auch offenen Formen rassistischer Ausgrenzung ausgesetzt sind. Diese Erfahrungen sind kein Randphänomen: Rund ein Drittel der Betroffenen berichtet von moderaten bis schwerwiegenden depressiven Symptomen und Angstsymptomen. Besonders gravierend sind die engen Zusammenhänge mit Suizidalität und nicht-suizidaler Selbstverletzung, die in jüngeren Studien konsistent belegt wurden. Vorgestellt werden erste Ergebnisse einer von der Antidiskrimierungsstelle des Bundes geförderten Studie mit 460 Jugendlichen, die mithilfe partizipativer Verfahren und intensiver Längsschnittmethoden (Ambulatory Assessment) untersucht hat, wie sich Alltagsdiskriminierung auf Belastungs- und Bewältigungsprozesse auswirkt. Zentrales Anliegen ist dabei die Rekonstruktion der subjektiven Perspektiven der Jugendlichen, die über einen Zeitraum von einem Monat täglich ihre Differenz- und Diskriminierungserfahrungen in Kurzessays dokumentiert haben. Erste Befunde deuten darauf hin, dass Diskriminierung nicht nur individuelle Belastungen verstärkt, sondern auch weitreichende strukturelle Konsequenzen nach sich zieht – etwa einen drastischen Vertrauensverlust in zentrale gesellschaftliche Institutionen wie Polizei, Justiz oder Schule. Diese Ergebnisse leiten zu einer zentralen Frage über: Wie kann Kinder- und Jugendpsychotherapie derartigen Erfahrungen angemessen begegnen? Und welche konzeptionellen Ansätze sind erforderlich, um Diskriminierungserfahrungen systematisch in psychotherapeutische Versorgungskonzepte zu integrieren – als Grundlage für eine gerechte, wirksame und diskriminierungssensible psychotherapeutische Praxis?

10.45 – 11.45 Uhr Symposien 1

Evidenzbasierte Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung – die neue S3-Leitlinie

Ingo Schäfer, Rita Rosner

Überarbeitung der S3-Leitlinie PTBS: Was hat sich geändert?

 

Ingo Schäfer, Thomas Ehring, Ulrich Frommberger, Britta Jacobsen, Christine Knaevelsrud, Astrid Lampe, Kirsten Lehmann, Cosima Leithner, Andreas Maercker, Paul Plener, Rita Rosner, Bianca Schreyer, Carsten Spitzer

 

 

Die aktuelle Revision der S3-Behandlungsleitlinie für PTBS: Die Diagnostik der (k)PTBS im Erwachsenenalter

 

Laura Nohr, Christine Knaevelsrud, Niels Bergemann, Markus Burgmer, Brigitte Lueger-Schuster, Heinrich Rau, Gerd D. Wilmund, Helen Niemeyer 

 

 

Psychotherapeutische Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung – aktuelle Empfehlungen der S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung

 

Thomas Ehring, Cosima Leithner, Markus Burgmer, Thomas Frodl, Britta Jacobsen, Kirsten Lehmann, Verena Semmlinger, Bianca Schreyer, Regina Steil, Lutz Wittmann

Behandlung der PTBS bei Kindern und Jugendlichen – aktuelle Empfehlungen der S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung

Rita Rosner, Cosima Leithner, Kirsten Lehman, Britta Jacobsen, Anna Georg, Paul Plener, Cedric Sachser, Bianca Schreyer

Besonderheiten der Komplexen PTBS (K-PTBS) im Hinblick auf Diagnostik und Behandlung unter Berücksichtigung kultureller Faktoren

Meike Müller Engelmann, Ulrich Schnyder

Das Sozio-Kulturelle und Strukturelle Addendum (SCSA) zum International Trauma Interview (ITI): Entwicklung und Pilotprojekt

Eva Heim, Marion Bovey, Nadine Hosny, Kristina Wirth

Funktionieren und Leisten trotz komplexer PTBS: Traumafolgen vor dem Hintergrund Schweizer Wertorientierungen

Rahel Bachem, David Eberle, Karin Schraner, Amelie Mazza, Andreas Maercker

K-METTA (Kognitive Techniken und Metta-Meditationen) zur Reduktion der PTBS sowie traumabezogener Schuld- und Schamgefühle nach interpersonellen Gewalterfahrungen: Ergebnisse einer quasi-experimentell

Meike Müller-Engelmann, Corinna Schreiber, Stella Kümmerle

Diskriminierungserleben bei Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung – Ergebnisse aus der Wissenschaft und Ansätze für die Praxis

Alexandra Liedl, Britta Dumser

Die Bedeutung von Diskriminierungserfahrungen und Akkulturation für psychische und somatische Beschwerden: Fragebogenuntersuchung bei Menschen mit afghanischer und irakischer Nationalität in Leipzig

Kim Schönenberg, Maike Garbade, Katharina Beck, Jenny Eglinsky, Jacob Segler, Katja Seitz, Freya Specht, Emilia Wittek, Ingo Schäfer, Yuriy Nesterko, Heide Glaesmer

Diskriminierungserfahrungen im Therapiekontext bei traumatisierten Geflüchteten: Zusammenhang mit Psychopathologie, Relevanz und subjektives Erleben im Behandlungsverlauf

Irem Basay, Marouane Mahmoudi, Theresa Koch, Britta Dumser

 

 

Diskriminierungserfahrung von Menschen mit Fluchterfahrung in der gesundheitlichen Versorgung: Früherkennung besonders Schutzbedürftiger als erste Gegenmaßnahme

 

Alexandra Liedl, Julia Fischer-Ortman, Kirstin Schwarz-Klatt, Claudia Oelrich, Ingo Schäfer 

 

 

Position beziehen - der Umgang mit Rassismuserfahrungen in der psychotherapeutischen Praxis

 

Barbara Abdallah-Steinkopff

Psychosomatische Aspekte der Traumatisierung – Ergebnisse repräsentativer Umfragen

Astrid Lampe, Johannes Kruse

Nicht nur im Kopf: Symptome der Depersonalisation und Derealisation als Risikofaktoren für körperliche Erkrankungen in der deutschen Allgemeinbevölkerung

 

Christina Kirchhoff, David Riedl, Hanna Kampling, Tobias Nolte, Johannes Kruse, Samuel Eke, Cedric Sachser, Jörg M. Fegert , Vera Clemens, Elmar Brähler, Vincent Grote, Astrid Lampe

 

 

Die somatische Belastungsstörung im Zusammenhang mit Persönlichkeitsfunktionen, epistemischem Vertrauen und Erfahrungen von Missbrauch in der Kindheit: Eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe

 

Hanna Kampling, David Riedl, Astrid Lampe, Tobias Nolte, Elmar Brähler, Mareike Ernst, Jörg M. Fegert, Tobias Geisel, Nora Hettich-Damm, Lina Krakau, Sandra Zara, Johannes Kruse 

 

 

Geschlechtsspezifische Zusammenhänge zwischen belastenden Kindheitserfahrungen und schizotypischen Merkmalen – eine Beobachtungsstudie an gesunden jungen Erwachsenen

 

Christina Kirchhoff, Samuel Robin, David Riedl, Samuel Eke, Katharina Hüfner, Gabrielle Scantamburlo, Felix Scholte, Marius Brandenberg, Anna Steiner, Noemi Dannecker, Werner Surbeck, Philipp Homan

 

 

Von Clustern zu Symptomnetzwerken: Die Psychopathologische Struktur traumatischer Erlebnisse

 

Samuel Eke, Christina Kirchhoff, Astrid Lampe, Hanna Kampling, Tobias Nolte, Johannes Kruse, Cedric Sachser, Jörg M. Fegert, Vera Clemens, Elmar Brähler, Vincent Grote, David Riedl

(Un)gleichheit und FAIRness in der Psychotraumatologie: Geschlechtersensible und intersektionale Perspektiven

Stephanie Haering, Caroline Meyer

Stresssymptome und Stigmatisierung nach einem Schwangerschaftsabbruch: Die Rolle von Kindheitstraumata

Elisabeth Conrad

 

Traumatische Erfahrungen im Kontext der Geburt: Ein unterschätztes Risiko in Forschung und Versorgung?

Caroline Meyer

 

Diskriminierung und psychische Gesundheit in Deutschland: Zunehmende Beachtung, aber anhaltende Lücken

Josephine Dehnbostel

 

FAIRness in der Psychotraumatologie: Chancen für einen Geschlechter- und Diversitätssensiblen Erkenntnisgewinn

Stephanie Haering 

Dissoziation als multidimensionales Phänomen: Aktuelle Forschungsergebnisse und Überlegungen für die Praxis

Johannes Heekerens, Sarah Danböck

 

Was ist Dissoziation? Ein Vergleich aktueller konzeptueller Ansätze und Fragebögen in Klinik und Forschung

Johannes Heekerens

 

Visuell-taktile Integration und kardiale Regulation bei Selbst- und Fremdberührung in Patient:innen mit Depersonalisations-Derealisationsstörung und Borderline Persönlichkeitsstörung

Anne Felsenheimer, Sascha Woelk, Aishlyn Angill-Williams, Sarah Garfinkel

 

Autobiographisches Denken und Kohärenz von Lebensnarrativen bei Menschen mit dissoziativer Identitätsstörung: Ein Vergleich zwischen Erwachsenen, Kindern und Menschen mit psychotischen Erkrankungen

Donath Wencke

 

Welche Skills helfen bei akuter Depersonalisation und Derealisation? Erfahrungen von Betroffenen und Therapeut:innen mit anti-dissoziativen Fertigkeiten

Sarah Danböck

Zwangsadoptionen in der DDR im Spannungsfeld zwischen medialen Darstellungen, Betroffenenperspektiven und Forschungsbefunden zur Thematik

Birgit Wagner, Heide Glaesmer

(Politisch motivierte) Zwangsadoptionen in der DDR – Begriffsbestimmung, Forschungsstand und das Begriffsverständnis der Betroffenen

Heide Glaesmer

Mediale und politische Debatten um die „DDR-Zwangsadoptionen“ seit den 1970er-Jahren

Heiner Fangerau, Nils Löffelbein

 

Psychologische Aspekte des Begriffs „Zwangsadoption“

Emilie Compera, Heide Glaesmer

Zwangsadoption aus Sicht der betroffenen Eltern – Erfahrungen und psychische Langzeitfolgen

Doreen Hoffmann, Birgit Wagner

„Oh Gott, die*der schon wieder?!“ kPTBS bei Kindern und Jugendlichen – Symposium der AG KiJu

Miriam Rassenhofer, Alexander Tewes

Komplexe Posttraumatische Belastungsstörungen im stationären Setting

Pascal Fischer

Anwendung der TF-KVT bei komplexer PTBS im Kindes- und Jugendalter

Veronica Kirsch

EMDR in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer kPTBS

Kerstin Stellermann-Strehlow

Metakognitive Therapie für Jugendliche mit kPTBS

 

Michael Simons

Walk and Talk - Fallvorstellung interaktiv. Ein Mitmach-Symposium der AG Ambulante Versorgung

Iris von Schilling, Helmut Rießbeck

Die Auswirkungen von Traumatisierung auf die soziale Teilhabe

Louisa Lorenz

 

Dieses Symposium hat eine Dauer von 120 Minuten und beginnt um 10.45 Uhr und endet um 13.00 Uhr. Es gliedert sich in zwei inhaltlich aufeinander aufbauende Abschnitte, die direkt nacheinander stattfinden. Die Teilnahme ist nur für das gesamte Symposium möglich. Bitte beachten Sie dies bei Ihrer Planung.

Traumasensible Versorgung Jugendlicher in vulnerablen Lebenswelten

N.N.

Individualized and Group Therapeutic Approaches in Trauma-Informed Care: The Example of BEAR, Building Empowerment and Resilience Therapeutic Group, for Adolescents

 

Darlene Alicia Hörle, Julia Schwarzenberg, Lisa Kastberger, Kathrin Kollndorfer, Jennifer Keller, Paul Plener

 

Jugendliche mit dem Lebensmittelpunkt „Straße“ in traumasensibler, niedrigschwelliger Versorgung

Manuela Grötschel

Jugend und Sucht – in einer Welt der Täuschung und Enttäuschung

Nadja Springer

12.00 – 13.00 Uhr Symposien 2

Walk and Talk - Fallvorstellung interaktiv. Ein Mitmach-Symposium der AG Ambulante Versorgung

Iris von Schilling, Helmut Rießbeck

Die Auswirkungen von Traumatisierung auf die soziale Teilhabe

Louisa Lorenz

 

Dieses Symposium hat eine Dauer von 120 Minuten und beginnt um 10.45 Uhr und endet um 13.00 Uhr. Es gliedert sich in zwei inhaltlich aufeinander aufbauende Abschnitte, die direkt nacheinander stattfinden. Die Teilnahme ist nur für das gesamte Symposium möglich. Bitte beachten Sie dies bei Ihrer Planung.

Erfassung und Zusammenhänge von PTBS, KPTBS, Borderline und Dissoziation bei Kindern und Jugendlichen

Brigitte Lueger-Schuster, Cedric Sachser

Was wissen Bezugspersonen über die psychische Gesundheit ihrer Kinder? – „Ich weiß es nicht“ Antworten im International Trauma Questionnaire – Caregiver-Version (ITQ-CG)

 

Brigitte Lueger-Schuster, Dina Weindl-Wagner, Andrea Zagaria, Moritz Russo, Irina Zrnic Novakovic, Karin Zajec, Judith Noske, Alexander Haselgruber 

Eine explorative Untersuchung von Faktoren der Dissoziationsneigung bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

 

Cedric Sachser, Rita Rosner, Elisa Pfeiffer, Dina Weindl-Wagner, Moritz Russo, Alexander Haselgruber, Andrea Zagaria, Karin Zajec, Judith Noske, Brigitte Lueger-Schuster

 

Borderline und KPTBS – Differentialdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen

 

Andreas Witt, Conrad Wiehl, Michael Kaess, Marialuisa Cavalti 

Dissoziation und Empathie im Kontext traumabezogener Belastung

N.N.

Dissoziative Reaktionen während der Therapie – Risikofaktor für die Entwicklung einer Sekundärtraumatisierung?

 

Judith Daniels, Hana Hartmannova

 

Die Rolle von Empathie für die Symptomentwicklung nach bezeugtem Trauma: Eine fMRT-Studie

Annika Konrad, Fée Ona Fuchs, Sebastian Trautmann, Philipp Kanske

The Stanford Multifaceted Dissociation Questionnaire: A Three-Facet Measure of Trait and State Dissociation

 

Johannes Heekerens

Intersektionale Diskriminierung, Trauma und psychosoziale Versorgung

N.N.

Rassismus, Trauma und Psychotherapie – erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt RaDiGe

 

Helena Dieterle, Miriam Nicolai, Nora Hettich-Damm

„Ich schlucke das runter – ich musste das lernen“ Vorstellung von INTERSECT, einer qualitativen-partizipativen Studie zu intersektionaler Diskriminierung im psychosozialen Gesundheitswesen

 

Neneh Rosalía Quadflieg, Patiani Batchati, Alva Träbert, Eike Leidgens, Mirjam Faissner

 

Psychische Belastung, Ausschlusserfahrungen und psychosoziale Versorgung von obdach- und wohnungslosen schwangeren Frauen: Ein Scoping Review

 

Sophie Aimée Tietjen, Franka Metzner, Silke Pawils

Trauma, biologische Stresssysteme, affektive Dysregulation und Intrusionen: Von experimentellen Modellen zu klinischen Befunden

Stefan Röpke, Katja Wingenfeld

Endokrine Veränderungen bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung: Die Rolle von Testosteron

 

Katja Wingenfeld

 

Der Einfluss von THC auf Furcht-Extinktion, verbales Gedächtnis und Empathie bei Patientinnen und Patienten mit PTBS und gesunden Probandinnen und Probanden: Eine randomisierte, kontrollierte Studie

 

Eugenia Kulakova

 

Biologische Stresssysteme und intrusive Erinnerungen: Evidenz aus dem Trauma-Film-Paradigma

 

Stefan Röpke

Der Zusammenhang belastender Kindheitserfahrungen mit psychischen und körperlichen Symptomen im Erwachsenenalter: Ergebnisse bei Menschen mit Heimerziehungserfahrung und frühzeitige Interventionen

Marc Schmid, Inga Schalinski

Belastende Kindheitserfahrungen, Traumafolgesymptome und Schmerzsymptome bei jungen, norwegischen Erwachsenen mit Heimerziehungserfahrung

 

Inga Schalinski

 

Beobachtete häusliche Gewalt in der Kindheit und internalisierende Probleme im Erwachsenenalter: Ergebnisse der schweizweiten Kohortenstudie «Jugendhilfeverläufe: Aus Erfahrung lernen (JAEL)»

 

Katharina Beck

 

Viktimisierung vor der Unterbringung als Prädiktor für Grenzverletzungen innerhalb stationärer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen: Eine empirische Analyse

 

Miriam Weber

 

Aufsuchende Familientherapie im Kontext elterlicher Vernachlässigung und Gewalt: Multisystemische Therapie Kindesschutz (MST-CAN)

 

Tom Kirsch

Von Evidenz zu Anwendung: Praxisnaher Einblick in traumafokussierte Verfahren (PE, CPT, EMDR)

Kathlen Priebe, Tolou Maslahati

Psychotherapie der Posttraumatischen Belastungsstörung

 

Kathlen Priebe

 

Prolonged Exposure (PE)

 

Marc Burlon

 

Cognitive Processing Therapy (CBT)

 

Meike Müller-Engelmann

 

Eye-Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

 

Oliver Schubbe

AG Migration und Trauma: Neue Entwicklungen in der psychosozialen Versorgung von Menschen mit Fluchterfahrung

Nadine Stammel, Katrin Schock

Epistemisches Vertrauen bei Kindern und Jugendlichen mit fluchtbedingten Traumafolgeerkrankungen

 

Meike Nitschke-Janssen, Frederike Aschemeyer

 

Psychische Gesundheit und Partizipation bei Geflüchteten: Zusammenhänge und Implikationen

 

Miriam MatterKatrin Schock, Mina Stefanovic

 

Arabic-Speaking Refugees' Experiences of Psychotherapy: A Qualitative Client Change Interview Study of the Almamar App and Face-to-Face Treatment in Germany

 

Laura Nohr, Sebastian Burchert, Rayan El-Haj-Mohamad, Lina Fakih, Christine Knaevelsrud, Hannah NillesZaid Salloum, Nadine Stammel, Birgit WagnerJohanna Böttcher, Jowan Rashed

 

Entwicklung eines Konzeptes zur Dissemination und Implementierung eines Peer-gestützten Ansatzes zur psychosozialen Unterstützung traumatisierter Geflüchteter

 

Anna Simbürger, Julia AnderschAnna Berckhemer, Sascha Milin, Tabasam Saidzad, Ingo Schäfer, Candelaria Mahlke 

Ilajnafsy - 20 Jahre schreibbasierte Online-Intervention und Beratung im arabischsprachigen Raum

Yuriy Nesterko, Maya Böhm, Maria Böttche

Zwei Jahrzehnte arabischsprachige Online-Therapie – Wirksamkeit, Evidenz und Erfahrungen

 

Birgit Wagner, Christine Knaevelsrud

 

Internetbasierte Behandlungen arabischsprachiger Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung – Anwendbarkeit, Wirksamkeit, Nachhaltigkeit

 

Jana Stein, Max Vöhringer, Birgit Wagner, Nadine Stammel, Yuriy Nesterko, Maria Böttche, Christine Knaevelsrud

 

Wie erleben arabischsprachige Klient:innen eine internetbasierte Psychotherapie?

 

Rayan El-Haj-Mohamad, Laura Nohr, Nadine Stammel, Zaid Salloum, Birgit Wagner, Maya Böhm, Yuriy Nesterko, Maria Böttche, Christine Knaevelsrud

 

Ein lösungsorientiertes Online-Beratungsprogramm für die SWANA-Region: Entwicklung, Anpassung und Integration in das Ilajnafsy-Angebot

 

Sophie Clever, Majdy Aldoibal

13.15 – 14.00 Uhr Posterbegehung

Autor:innen stellen Ihre Poster vor

Poster 1

Psychisch kranke Patient:innen mit rechtsextremistischer Einstellung

Thea Rau

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Poster 2

Komplexe Posttraumatische Belastungen bei Betroffenen von Partnerschaftsgewalt

Julia Deller, Julia Treml, Anette Kersting

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Poster 3

Integrating Art Therapy Techniques in Racial Stress and Trauma Treatment: Therapists’ Perspectives on Benefits, Challenges, and Techniques

Susanne Birnkammer, Sophia M. Gran-Ruaz, Claudia Calvano, Monica Mikhail, Monnica T. Williams

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Poster 4

Die Auswirkungen der psychischen Gesundheit auf Entstehung und Verlauf von Long COVID – Eine längsschnittliche Studie

Moritz Russo, Irina Zrnić Novaković, Annett Lotzin, Brigitte Lueger-Schuster

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Poster 5

Trauma-Informed Care in the Healthcare of Transgender and Gender-Diverse People in Germany: A Qualitative Data Analysis

Hannah Borcherding, Marlena Itz, Bernhard Strauß, Timo Nieder

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Poster 6

Effekte einer Kurzzeit-Intervention: Resilienz, Veränderung von PTBS- und Depressionssymptomen und potenzielle soziodemografische Moderatoren bei ukrainischen Geflüchteten

Melanie Metz

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Poster 7

Der Einfluss arbeitsbezogener Faktoren auf die psychische Gesundheit von Peer-Berater:innen in der Geflüchtetenhilfe: Chancen und Herausforderungen

Magdalena Rühl

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Poster 8

Post-Migrationsstress und psychische Gesundheit junger Erwachsener: Soziale Unterstützung als Moderator

Janine Bacher, Lena Zarifoglu, Christina Stadler

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Poster 9

Beyond the barriers: Addressing the stigma of patient communication and help-seeking for mental health in Switzerland

Bastian Berghändler, Manuel P. Stadtmann, Shauna L. Rohner

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Poster 10

Cognitive Restructuring and Imagery Modification (CRIM) zur Veränderung belastender Selbstbilder bei Patient:innen mit PTBS – Studiendesign und erste Ergebnisse

Lea Seule, Meike Müller-Engelmann

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Poster 11

Die Interaktion von Misophonie und PTBS im Kindes- und Jugendalter: Eine Netzwerkanalyse

Anna Lachmann, Fabienne Krech, Elisa Pfeiffer

 

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Poster 12

Sicherung der Adhärenz bei ambulanten CAR-Messungen in einer klinischen PTBS-Population

Ayse Ezgi Torla, Sebastian Laufer, Christine Knaevelsrud, Sarah Schumacher

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Poster 13

Was folgt auf die Stabilisierung? Einfluss von Kindheitsmissbrauch und -vernachlässigung auf die post-stationäre Versorgung nach akuter suizidaler Krise oder Suizidversuch

Jana Serebriakova, Thomas Forkmann, Tobias Teismann, Laura Paashaus, Dajana Schreiber, Georg Juckel, Heide Glaesmer

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Poster 14

Prävalenz von potenziell traumatischen Ereignissen, PTBS, Depressionen, Ängsten und Suizidalität bei Kindern in Fremdunterbringung: Eine Meta-Analyse

Magdalena Schmoll, Jacob Keller, Silke Wagner, Donata von Waldthausen, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser

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Poster 15

Beating the Trauma: how Heart Rate Variability and Sleep influence the Consolidation of intrusive Memories

Selma Rienas, Tolou Maslahati, Eugenia Kulakova, Stefan Röpke

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Poster 16

When (Non-)Treatment Becomes Trauma: Patient Experiences of Medical Invalidation

Seraina Lerch

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Poster 17

Einfluss von Implementierungsklima und beruflicher Lebensqualität auf die Einstellungen zu traumafokussierten evidenzbasierten Praktiken in Jugendhilfeeinrichtungen für strukturell benachteiligte Juge

Greta Marlene Kühne, Jacob Keller, Jenny Eglinsky, Maike Garbade, Cedric Sachser, Rita Rosner, Elisa Pfeiffer

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Poster 18

Zwischen Stress und Anpassung: Eine längsschnittliche Netzwerkanalyse zu Stressoren, Coping und Anpassungsstörungssymptomen während des Russisch-Ukrainischen Krieges

Nicoletta Darbynyan, Liudmyla Krupelnytska, lha Morozova-Larina, Antje Paetow, Nazar Yatsenko, Annett Lotzin

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Poster 19

Zur Suchtarbeit mit traumatisierten männlichen Jugendlichen in stationären, interdisziplinären Institutionen. Die Umsetzung eines innovativen Suchtkonzeptes

Carmelo Campanello

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Poster 20

Auswirkungen von und Umgang mit Diversität und Diskriminierung in der psychoonkologischen Versorgung von schwerkranken Patient:innen

Franka Metzner, Ines Heinen

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Poster 21

Socio-interpersonal influences on mental health care utilisation among men: A user-centred, practice-oriented digital solution for psychological distress

Shauna Rohner, Bastian Berghändler, Manuel P. Stadtmann 

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Poster 22

A closer look: Investigating dissociative symptoms in different mental illnesses using classifier and latent class analysis

Patricia Kulla, Hannes Diemerling, Nicole Meinersen-Schmid, Joachim Kruse

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Poster 23

Einfluss erlebter Diskriminierung auf posttraumatische Symptomatik bei Geflüchteten in Niedersachsen anhand von Daten des refuKey-Projekts

Vera Mohwinkel, Annika Meyer, Beata Trilesnik, Daniela Finkelstein, Ibrahim Özkan, Umut Altunöz, Karin LoosGisela Penteker, Iris Tatjana Graef-Calliess

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Poster 24

A Look Back – Historische Rassenlehren als Wurzeln kollektiver Traumatisierung

Sabrina Roghahn

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Poster 25

Positive und negative Erwartungen an Psychotherapie bei Menschen mit Traumafolgestörungen

Katharina Elisabeth Renz, Yvonne Nestoriuc

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Poster 26

Das Somatische Narrativ - modulares objektives "Embodiment" als effektive dimensionale therapeutische Erweiterung

Walter Schurig 

14.00 – 15.00 Uhr Preisverleihung, Preisvorträge

Preisverleihung und Preisvorträge

DeGPT

Preisverleihungen:

Falk-von Reichenbach Stiftung

Posterpreise der DeGPT-Jahrestagung

Elfriede-Dittrich Stiftung

GETRA

Preisvorträge:

Falk-von Reichenbach Stiftung

15.15 – 16.15 Uhr Symposien 3

Akute psychosoziale Belastung nach schwerwiegenden Ereignissen – Revision der S2k-Leitlinie

Peter Schüßler, Christoph Kröger

Umgang mit akuter psychosozialer Belastung bei erwachsenen Zivilpersonen

 

Christoph Kröger, Olaf Schulte-Herbrüggen

 

Umgang mit akuter psychosozialer Belastung bei Kindern und Jugendlichen

 

Cedric Sachser

 

Umgang mit akuter psychosozialer Belastung bei Einsatzkräften

 

Christoph Nikendei 

Therapie unter Beschuss? - Evidenzbasierte Hilfe für Kinder und Jugendliche mit Kriegs- und Fluchterfahrung

Maike Garbade, Elisa Pfeiffer

Erste Hinweise zur Wirksamkeit evidenzbasierter Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen mit andauernder Traumatisierung im Kontext des Ukraine-Krieges

 

Elisa Pfeiffer, Maike Garbade, Anna Keßler, Cedric Sachser, Renée Beer

 

Evaluation der Wirksamkeit von EMDR-Therapie für Kinder und Jugendliche in der Ukraine während des Kriegs

 

Anna Kessler, Renée Beer, Maike Garbade, Elisa Pfeiffer

 

Zwischen Bombenalarm und Behandlung: Erfahrungen ukrainischer Therapeut:innen in der Implementierung von TF-KVT in der Ukraine

 

Maike Garbade, Elisa Pfeiffer 

 

Ein niederschwelliges Angebot zur Förderung der Stressresilienz bei Kindern mit Fluchthintergrund

 

Meret Asara Paululat, Eva Möhler, Andrea Dixius, Mira Vasileva, Yulia Golub

Psychotherapeutische Aspekte komplex traumatisierter Patient:innen

Astrid Lampe, Fritz Riffer

Langfristige Symptomverbesserung nach stationärer multimodaler psychodynamischer Therapie bei Patient:innen mit komplexer Post-Traumatischer Belastungsstörung – Ergebnisse einer Single-Center Beobacht

 

David Riedl, Jürgen Thaler, Christina Kirchhoff, Hanna Kampling, Johannes Kruse, Tobias Nolte, Chloe Campbell, Vincent Grote, Michael J. Fischer, Katharina Hüfner, Samuel Eke, Astrid Lampe 

 

Traumafokussierte psychodynamische Psychotherapie ist effektiver als Treatment-as-Usual in der Behandlung der kPTBS – Ergebnisse einer Multicenter Kohorten-Beobachtungsstudie

 

David Riedl, Christina Kirchhoff, Samuel Eke, Alexander Knipel, Katharina Hüfner, Vincent Grote, Michael J. Fischer, Astrid Lampe

 

Gender does not matter? Geschlechtsspezifische Wirksamkeit der Dialektisch Behavioralen Therapie für Patient:innen mit komplexer PTBS – Ergebnisse einer Single Center Beobachtungsstudie

 

Sagcan Anna, Samuel Eke, Mara Neumair, Nikola Komlenac, Elmar Kaiser, Thomas Schütt, Fritz Riffer, Astrid Lampe, Vincent Grote, Elisabeth Weiß, Katharina Hüfner, David Riedl 

 

Das Dodo-Bird Verdict hält auch in der Traumatherapie: Non-Inferiority-Vergleich psychodynamischer und dialektisch-behavioraler Traumatherapie

 

Samuel Eke, Elmar Kaiser, Thomas Schütt, Friedrich Riffer, Astrid Lampe, Vincent Grote, Anna Sagcan, Katharina Hüfner, David Riedl

Trauma und Sucht – von der Evidenz zu Versorgungsstrategien

Annett Lotzin, Ingo Schäfer

Wirksamkeit von PTBS-Behandlungen bei komorbider Substanzgebrauchsstörung im Vergleich zu ausschließlicher PTBS – Eine Metaanalyse und Metaregression

 

Annett Lotzin, Mai-Carmen Komuro, Julienne Haas, Ramona Meister, Thomas Ehring, Birgit Kleim, Ingo Schäfer 

Der Zusammenhang von Khatgebrauch und Traumaerfahrungen mit psychotischen Symptomen: Eine Kohortenstudie in Äthiopien

Michael Odenwald, Matiwos Soboka, Marina Widmann, Kristina Adorjan

 

Traumatisierungen bei Geflüchteten mit Substanzstörungen – Ergebnisse aus dem Forschungsverbund PREPARE

 

Ingo Schäfer, Jutta Lindert, Simone Penka, Annett Lotzin 

Trauma, Flucht und Krieg: Diagnostik und Interventionen im Kindes- und Jugendalter

N.N

KPTBS, PTBS, Angst und Depression bei unbegleiteten jungen Geflüchteten: Abgrenzbare Störungen oder transdiagnostisches traumabezogenes Syndrom? – Ergebnisse eines Bifaktor-Modells

 

Gabriel Thoma, Rita Rosner, Jenny Eglinsky, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser

 

Ungleichheit, Trauma und psychische Belastung in der Kindheit: Geflüchtete Kinder im Vergleich zu Kindern psychisch kranker und gesunder Eltern

 

Markus Stingl, Bernd Hanewald 

 

Evaluation der Huggy-Puppy-Intervention für Kinder in einer akuten Kriegssituation

 

Andrea Hahnefeld, Franziska Negele, Marco Gassner, Katharina Richter, Volker Mall

Early Career Symposium

Lea J. Seidel-Koulaxis, Tolou Maslahati, Matthias Knefel

Effects of doxycycline on intrusive experimental trauma memory: A pre-registered, randomized double-blind placebo-controlled trial

 

Laura Meister, Birgit Kleim 

 

Kindesmisshandlung und depressive Symptome: Die Bedeutung der Veränderung sozialer Kontakte im Verlauf der COVID-19 Pandemie

 

 

Jana Serebriakov, Meret Wallimann, Ariela Rosenblum, Ritika Chokhani, Steffi Gebus, Tolou Maslahati, Tamara Obradovic, Brigitte Lueger-Schuster, Annett Lotzin

 

Prävalenz und assoziierte Faktoren posttraumatischer Belastungsstörung bei ehemals politisch Inhaftierten der SBZ/DDR

 

Lisa Arnhold, Tolou Maslahati, Stefan Roepke

 

Emotion Regulation Strategy Use and Daily Levels of Negative Affect and Dissociation in a Clinical Sample

 

Martin Tegtmeyer, Johannes Heekerens

 

Psychometrische Evaluation des Adverse-Childhood-Experiences Fragebogen bei Patient:innen mit posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzabhängigkeit

 

Luise Frappier, Julia Ditzer, Malte Behrend, Tolou Maslahat, Carla Mourkojanni, Marc Giesmann, Leo Fefer, Heide Glaesmer, Ingo Schäfer

 

Trauma-Informed Perspectives on Perinatal Mental Health: Risk Factors and Treatment Approaches Across Contexts

Sarah Wilker, Sarah Schuhmacher

Childbirth-related posttraumatic stress: the predictive role of childhood maltreatment and subjective birth experiences

 

Maike K. Blecker, Esther Grätsch, Elisabeth Conrad, Hannah Klusmann, Sinha Engel, Stephanie Häring, Caroline Meyer, Noemi Lücking, Christine Knaevelsrud, Sarah Schuhmacher

 

Understanding the etiology of antenatal mental health problems in the context of trauma and adversity

 

Parzheen J. Mohammad, Frank Neuner, Sarah Wilker 

 

Mapping Psychosocial Approaches to Perinatal Mental Health in Conflict and Post-Conflict Settings: A Scoping Review

 

Parzheen J. Mohammad, Ingrid Toews, Frank Neuner, Sarah Wilker

 

Psychological Distress after Childbirth: Development and Initial Implementation of a Group Therapy Program

 

Meike Blecker, Antje Manthey, Sarah Schuhmacher

Trauma und Vielfalt: Herausforderungen und Chancen in der psychotherapeutischen Arbeit mit marginalisierten Gruppen

Louisa Lorenz, Susanne Leiberg

Die Patientin (nicht) wahrnehmen: Enactments von Therapeut:innen

 

Nicole Burgermeister, Lalitha Chamakalayil

 

Die Anstrengung sehen: Die Bedeutung von Leistungssensibilität und Traumasensibilität in der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen bei Angehörigen marginalisierter Gruppen

 

Susanne Leiberg

 

Brücken bauen: Strukturelle Barrieren überwinden durch interinstitutionelle Zusammenarbeit in der psychosozialen Versorgung von Geflüchteten

 

Louisa Lorenz

 

Wege ebnen: Educa4Asyl als Beispiel für eine trauma- und kultursensible Intervention für Geflüchtete

 

Sara Michalik

Nachhaltige rassismussensible Räume schaffen: Die komplexen Dynamiken von Rassismus und Trauma und die Entwicklung antirassistischer Haltungen, Beratung und Psychotherapie

Eben Louw, Birsen Kahraman

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf: (Komplexe) Traumatisierung als Folge polizeilichen Handelns

 

Larissa Nägler

 

Sekundäre Viktimisierung von Rassismusbetroffenen: Haltung, Praxis und Verantwortung

 

Eben Louw, Birsen Kahraman

 

Von Diversity-Washing zu Haltung: Nachhaltige antirassistische Praxis entsteht durch Bewusstsein, Kooperation und gelebte Erfahrung, nicht durch Symbole

 

Uli Heidemann

 

Heilsame Räume schaffen: Rassismussensible Begleitung von Kindern und Jugendlichen in Beratung und Psychotherapie

 

Stephanie Cuff-Schöttle, Birsen Kahraman

 

 

16.30 – 18.00 Uhr Vorträge

„Vielleicht sind Sie da ja zu empfindlich“ – Mikroaggressionen als Manifestation struktureller Diskriminierung in der Psychotherapie

Dr. Timo Slotta

Unter dem Sammelbegriff der Mikroaggressionen sind alltägliche, subtile Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen 20 Jahren verstärkt in den Fokus psychologischer Forschung gerückt. Das hat zur Entwicklung empirisch fundierter Taxonomien geführt, mit denen die Diskriminierungsrealität minorisierter Personen umfassender abgebildet werden kann. Dabei handelt es sich keineswegs um harmlose Phänomene. Mikroaggressionen verlangen Betroffenen nennenswerte Bewältigungsanstrengung ab und hängen (mutmaßlich kausal) mit Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit zusammen. Obwohl dies dafürspricht, Mikroaggressionen in der Psychotherapie aktiv zu berücksichtigen, finden sich gegenteilige Hinweise. Tatsächlich scheinen Psychotherapien selbst keine diskriminierungsfreien Räume zu sein: Das Ausmaß und konkrete Erscheinungsformen von Mikroaggressionen durch Therapeut:innen (sog. cultural ruptures), sowie deren Umgang damit deuten auf dringenden Handlungsbedarf hin. Welche konkreten Eigenschaften Therapeut:innen oder Dyaden mitbringen müssen um ein erfolgreiches Management von Mikroaggressionen zu gewährleisten, ist bislang vor allem Gegenstand theoretischer Überlegungen. Deren empirische Überprüfung könnte die Entwicklung geeigneter Trainings- und Sensibilisierungsmaßnahmen vorbereiten und damit eine immense Herausforderung an unser Fach adressieren – das Ermöglichen einer gerechten Versorgung innerhalb eines ungerechten Gesellschaftssystems.

Psychische Gesundheit von LGBTQIA+ Personen

Jun.-Prof. Dr. Jan Schürmann-Vengels (Witten/Herdecke)

 „Queer zu sein ist heute doch ganz normal!“ – Trotz gestiegener gesellschaftlicher Akzeptanz sind Menschen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*, asexuell oder auf andere Weise queer identifizieren (LGBTQIA+), weiterhin überproportional von psychischer Belastung betroffen. Meta-Analysen zeigen, dass sie im Alltag deutlich häufiger Ängste, depressive Symptome sowie akuten Stress erleben als die Allgemeinbevölkerung. Auch traumatische Ereignisse im Sinne gängiger Klassifikationsmanuale und Traumafolgestörungen treten bei LGBTQIA+ Personen signifikant häufiger auf. Die genauen Ursachen dieser Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit sind noch nicht vollständig geklärt. Etablierte Theoriemodelle verweisen jedoch auf den zentralen Einfluss sozialer und gesellschaftlicher Bedingungen: Wiederkehrende Diskriminierung und strukturelle Stigmatisierung gehen buchstäblich „unter die Haut“. LGBTQIA+ Personen stellen daher eine wichtige Zielgruppe für die Klinische Psychologie und Traumatologie dar. Ihre Lebensrealitäten bringen spezifische Einflussfaktoren mit sich, die sich auf die psychische Gesundheit auswirken und in der Versorgung berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig zeigen Übersichtsarbeiten: LGBTQIA+ Personen schätzen das Wissen von Fachkräften in der Gesundheitsversorgung zu queeren Themen als gering ein und wünschen sich hier Verbesserungen. Auch in der klinischen Forschung wurden die Ressourcen und Risiken von LGBTQIA+ Personen bislang wenig berücksichtigt, insbesondere im deutschsprachigen Raum. Diese Keynote gibt daher einen Überblick über zentrale Erkenntnisse und Modelle zur psychischen Gesundheit von LGBTQIA+ Personen sowie über praktische Implikationen für eine queersensible Versorgung.

18.15 – 19.20 Uhr Mitgliederversammlung der DeGPT

DeGPT-Mitgliederversammlung

Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V.

DeGPT Mitgliederversammlung

Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V.

Wir möchten Sie ganz herzlich zur Mitgliederversammlung der DeGPT einladen.

Einlass nur für Mitglieder der DeGPT e.V.!

Ab 20.00 Uhr Tagungsfest

Tagungsfest

Wir laden alle Teilnehmer:innen der Jahrestagung ganz herzlich zum DeGPT-Tagungsfest im Palais Kulturbrauerei ein. Weitere Infos auf der Webseite unter 

Link zum Tagungsfest

21.03.2026
09.00 – 10.30 Uhr Vorträge

Reconsidering trauma through the lens of social maltreatment: What does the research say?

Prof. em. John Briere, PhD

Social discrimination and maltreatment (SDM), including racism, sexism, and anti-LGBTQ+ behaviors,  is widely prevalent in cultures throughout the world and has been linked to adverse outcomes ranging from depression, social alienation, substance abuse, and suicidality. Yet, there is significant disagreement as to whether SDM can be considered a psychological trauma, with current ICD and DSM trauma definitions generally requiring the presence of very threatening or catastrophic events. As a result, although some SDMs involving physical or sexual assault (e.g., hate crimes) may meet trauma criteria, nonassaultive SDMs (e.g., sexist, homophobic, antisemitic, or racist maltreatment; shaming for one’s gender minority status) are not viewed as traumatic and cannot serve as the basis for a stress disorder diagnosis. Yet, a growing body of research indicates that SDMs can be a major source of trauma for marginalized groups, and can exacerbate the effects of conventional traumas as well as producing DSM/ICD-level posttraumatic stress. This talk will offer an argument in favor of viewing SDM as a potential traumatic stressor, describe the results of two recently published Canadian-American studies indicating that cumulative and intersectional exposure to SDMs is common, often perceived as life-threatening, and at least as related to posttraumatic stress as classically defined trauma exposure, and (4) the clinical and social implications of viewing SDMs as directly traumatizing.

Aufwachsen in Wartezimmern der Ungewissheit – Kindheit in kollektiver Asylunterbringung

Dr. Clara Bombach

Was bedeutet es für Kinder, in kollektiven Asylunterkünften aufzuwachsen? Die ethnographische Studie Warten auf Transfer gibt Einblicke in den Lebensalltag von 44 begleiteten minderjährigen Asylsuchenden, die über ein Jahr in einer Schweizer Kollektivunterkunft teilnehmend beobachtend begleitet wurden. Die Ergebnisse zeigen: Für Kinder ist das „Camp“ ein Ort der Enge, Unruhe, Unsicherheit – und des Wartens. Sie erleben Lärm, Angst vor Gewalt, Ekel, Langeweile und Brüche in Freundschaften und Bildungswegen. Viele übernehmen Verantwortung für ihre psychisch belasteten Eltern, obwohl sie selbst kaum Schutz und Rückzugsräume erfahren. Die Unterbringung erschwert soziale Teilhabe, psychische Stabilität und ihre gesunde Entwicklung. Trotz allem äussern sie klare Vorstellungen von dem Leben «danach», dem «Ankommen, draussen in der Schweiz», geprägt von «Normalität», einer «privaten Wohnung», Ruhe und Sicherheit. Die Studie legt nahe, dass das Asylsystem zentrale kindliche Grundbedürfnisse verfehlt. Im Vortrag wird aufgezeigt, warum kollektive Unterkünfte für Kinder keine kindgerechten Orte sind, warum Transfers als Brüche erlebt werden können und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, um Kinderrechte im Asylbereich umzusetzen. Dabei wird insbesondere auf Empfehlungen zur Gestaltung von Standards für Schutz, Versorgung, Partizipation und Übergangsgestaltung eingegangen.

10.45 – 11.45 Uhr Symposien 4

Kontext, Allianz und Symptomveränderungen: Prozessorientierte Wirkfaktoren in der (k)PTBS-Therapie

Dominique Annina Recher, Freya Specht

Einbezug kultureller und historischer Trauma-Aspekte in die leitlinienkonforme (k)PTBS-Therapie: konzeptuelle Überlegungen

Andreas Maercker

Therapeutische Allianz im arabischsprachigen Kontext: Einsatz und psychometrische Überprüfung des Working Alliance Inventory in einer internetbasierten PTBS-Intervention

Freya Specht, Maya Böhm, Yuriy Nesterko, Christine Knaevelsrud, Maria Böttche

Ecological Momentary Assessments in der STAIR-Gruppentherapie: Symptomverläufe und Prozessvariablen in der klinischen Praxis

Dominique Annina Recher, Judith Rohde, Birgit Kleim

Zwischen Widerstand und Resilienz: Diskriminierungserfahrungen und Coping-Strategien von BiPoC

Rayan El-Haj-Mohamad, Laura Nohr

Zugang zu Psychotherapie in Deutschland: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen ambulanten Therapieplatz zu erhalten?

Laura Nohr, Yasamin Aziz, Anne Merle Langer, Johannes Bohn, Jowan Rashed, Ulrike von Lersner, Nadine Stammel

Rassismuserfahrungen, Copingstrategien und Ressourcen aus der Sicht von BiPoC

Dunja Khoury

Zwischen Sumud und Stigma: Diskriminierungserfahrungen und Coping-Strategien palästinensischer Europäer:innen

Rayan El-Haj-Mohamad, Dunja Shalan, Lucia De Haene

Untersuchung von Großschadensereignissen auf die Psyche von Einsatzkräften

Ulrich Wesemann, Gerd-Dieter Willmund

Psychische Belastung von Feuerwehrleuten nach einem Verkehrsunfall mit Todesfolge einer Mutter und ihres Kindes

Vanessa Borck

Einfluss der Amokfahrt am Magdeburger Weihnachtsmarkt auf posttraumatische Belastungssymptomatik bei Einsatzkräften

Finja Marten

Ärger und Posttraumatische Stress Symptome bei Feuerwehrleuten nach einem Löscheinsatz mit tödlichem Unfall von zwei Einsatzkräften

Tabea Görlich

Psychische Belastung nach der Messerattacke am Mannheimer Marktplatz bei dort eingesetzten Polizeikräften

Anna Koch

Das Unsichtbare sichtbar machen: Eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der heimlichen Verabreichung psychoaktiver Substanzen („Spiking“)

Antonia Bendau, Charlotte Förster

Spiking-Erfahrungen im Kontext toxikologischer Befunde: Eine qualitative Analyse

Twyla Michnevich, Antonia Bendau

„Don’t spike my drink“: Eine systematische Erfassung subjektiver Erfahrungen mit Spiking

Charlotte Förster, Stephanie Schuth

Von Club-Spiking bis zu systematischer chemischer Unterwerfung – Typen von Deliktsituationen unfreiwilligen Substanzkonsums

Claudia Peter, Bernd Werse

Spiking im Kontext sexualisierter Gewalt: Herausforderungen für Spurensicherung und traumasensible Versorgung

Rona Torenz, Elisabeth Andreas

Psychische Belastung und Ressourcen im Rettungsdienst: Erfassung, Schutz- und Risikofaktoren sowie Teilnahmebereitschaft an Präventionsangeboten im Kontext beruflicher Traumatisierung

Alexander Behnke, Judith Schäfer

Berufliche Traumatisierung im medizinischen Rettungsdienst: Entwicklung eines Messinstruments und Validierungen im Kontext des Diathese-Stress-Modells

Alexander Behnke, Svenja Reichert, Roberto Rojas, Anne Gärtner

Zwischen Trauma und Wachstum: Die Rolle von Humor und sozialen Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischer Belastung, posttraumatischem Wachstum und Mitgefühl bei Rettungskräften

Judith Schäfer, Heike Buchantschenko, Julia Streidl

RESCUE – Eine gruppenbasierte Intervention zum Umgang mit belastenden Einsatzerlebnissen im Rettungsdienst

Inga Schalinski, Jana Austel, Jacqueline Lehmann, Jule Barth, Sabine Schmitt

Langzeitfolgen von DDR-Heimerfahrungen und Erfahrungen politischer Verfolgung in der DDR in der psychosozialen Praxis

Maya Boehm, Yvonne Laue

Stigma und PTBS nach DDR-Heimerfahrungen

Maya Boehm, Doreen Hoffmann, Heide Glaesmer

Die heutige Lebenssituation von Verfolgten der SED-Diktatur – Erfahrungen aus der Beratungspraxis mit einem Unterstützungsmodell

Yvonne Laue

Ehemalige Heimkinder der DDR im Alter: Anregungen für eine traumsensible Altenpflege

Silke Birgitta Gahleitner, Senta Ebinger, Maite Gabriel

Kultur- und diskriminierungssensible Psychotherapie

N. N.

Awareness für Rassismus- und Diskriminierungserleben - Implikationen für die psychotherapeutische Praxis. Ergebnisse des Praxis-Projekts AMIF Change! mit geflüchteten Klient*innen.

Katrin Bähr, Kathrin Althaus

Niedrigschwellige kultur- und traumasensitive Versorgung von Kleinkindern und Familien mit Fluchterfahrung

Andrea Hahnefeld, Elena Weigand, Verena Dudek, Lena Streckert, Lea Verena Eckler, Berfin Demirkol, Franziska Negele, Penelope Thomas, Matthias Klosinski, Volker Mall

Diskriminierungssensible Psychotherapie: Fallvignetten geflüchteter Frauen und die Integration intersektionaler Theorie in die Traumatherapie

Johanna Muckenhuber

Multimodale Traumatherapie am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Johannes Müller, Inga Kröger

Psychoedukative Gruppentherapie bei PTBS

Lara Westemeyer

Traumakonfrontative Gruppenbehandlung mittels G-TEP (EMDR)

Inga Kröger

EMDR-Intensivtherapie im Einzelsetting

Johannes Müller

Entwicklung, Anwendung und Nutzen traumapädagogischer Standards in den psychosozialen Handlungsfeldern

Lucas Maissen, Heiner van Mil

Traumapädagogik: aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungsfelder

Heiner van Mil

Die 2. Auflage der traumapädagogischen Standards des Fachverband Traumapädagogik und des Schweizer Fachverband Traumapädagogik für die stationäre Jugendhilfe

Jacob Bausum

Ein multiperspektivischer Ansatz zur Versorgung gewaltbetroffener Kinder und Jugendlicher in einer Schutzunterkunft durch transdisziplinäre Integration von Traumapädagogik/Psychotraumatologie, Notfall

Lucas Maissen

12.00 – 13.00 Uhr Symposien 5

Die Versorgung Geflüchteter in Deutschland – Psychotherapeut:innen zwischen Behandlungsbereitschaft und praktischer Umsetzung

Katharina Goßmann

Die Einstellung von Psychotherapeut:innen gegenüber Geflüchteten aus verschiedenen Ländern – Behandlungsbereitschaft und erwarteter Therapieerfolg

Katharina Goßmann

Behandlungsbereitschaft von Psychotherapeut:innen gegenüber geflüchteten Patient:innen und der Einfluss der professionellen Lebensqualität: Eine querschnittliche Vignettenstudie

Pia Schwegler

Wahrgenommene subjektive und objektive Barrieren in der Behandlung von Geflüchteten – Der Einfluss auf die Behandlungsbereitschaft von Psychotherapeut:innen

Theresa Neumann

Praktische Umsetzung der traumafokussierten Therapie mit jungen Geflüchteten – Die Rolle von Training und Supervision

Johanna Unterhitzenberger

Traumasensible Begleitung von Kindern: Schule, Eltern und psychosoziale Unterstützung

N.N.

Niederschwellige Unterstützung für traumatisierte Kinder in der Schule: Herausforderungen und Handlungsansätze aus intersektionaler Perspektive

Johanna Muckenhuber

Kann traumapädagogische Weiterbildung die Mentalisierungsfähigkeit und Beziehungsqualität von Lehrkräften erhöhen?

David Zimmermann, Josef Hofman, Nadya Gharaei

Elterliche Perspektiven auf Barrieren psychotherapeutischer Versorgung: Vergleich zwischen Eltern von Kindern mit und ohne traumatische Erfahrungen

Johanna Leppin, Alexander Tewes, Hanna Christiansen, Katharina Szota

DSO-Symptome und Elternrolle: Qualitative Einblicke in die ICD-11-KPTBS

Joelle Schenkel, Rachel Langevin, Michaela Peter, Rahel Bachem

Transdiagnostische Mechanismen und Entwicklungsverläufe psychischer Gesundheit

N.N.

Zusammenhang zwischen verschiedenen Subtypen belastender Kindheitserlebnise (ACE) und reproduktiven affektiven Erkrankungen – ein Systematischer Review

Eugenia Kulakova, Christian E. Deuter, Katja Wingenfeld, Linn Kühl

Die mediierenden Effekte von Diskriminierungserfahrungen auf den Zusammenhang zwischen belastenden Kindheitserfahrungen und posttraumatischen Stresssymptomen

Hamide Ruveyda Atilgan, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser

Verknüpfen und entwirren: Die Assoziationen von Depersonalisation, psychischer Erkrankung, Strukturniveau und epistemischem Vertrauen

Christina Kirchhoff, David Riedl, Hanna Kampling, Tobias Nolte, Johannes Kruse, Samuel Eke, Cedric Sachser, Jörg Fegert, Vera Clemens, Elmar Brähler, Vincent Grote, Astrid Lampe

Mapping Mental Health Trajectories in Refugees: A Systematic Review Using Growth Mixture Modeling

Lisa Dasen, Nexhmedin Morina, Aemal Akhtar, George A. Bonanno, Richard A. Bryant, Naser Morina

Psychische Belastungen und Versorgung von vulnerablen Jugendlichen im Jugendhilfekontext: Trauma, Suizidalität und Substanzkonsum

Mira Vasileva, Jenny Eglinsky

Prävalenz und Risikofaktoren für Suizidgedanken bei Jugendlichen in Fremdunterbringung in Deutschland

Jacob Keller, Jessica Köksal, Greta Kühne, Yaolu Pan, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser

Trauma und Suizidalität bei Jugendlichen mit Substanzkonsumstörungen

Mira Vasileva, Yulia Golub

Prädiktoren erhöhter Ärgerreaktivität bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen

Jessica Dilara Köksal, Greta Kühne, Yaolu Pan, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser

Psychische Gesundheit und Inanspruchnahmeverhalten von Gesundheitsleistungen bei unbegleiteten jungen Geflüchteten in Deutschland

Jenny Eglinsky, Jacob Keller, Elisabeth Baranzew, Maike Garbade, Elisa Pfeiffer, Rita Rosner, Cedric Sachser

Diagnostik und Therapie für traumatisierte Menschen mit Störung der Intelligenzentwicklung: Barrieren und Möglichkeiten

Claudia Catani, Marie Ilic

Traumadiagnostik bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: Pilotierung eines Kurzscreenings in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)

Claudia Catani, Pia Hagedorn

Traumatische Erfahrungen, psychische Folgen und Therapiebedarf bei Menschen mit Intelligenzminderung: Ergebnisse einer Studie in WfbM

Pia Hagedorn, Maria Storz, Claudia Catani

STEP: Seelische Gesundheit und (psycho-)therapeutische Versorgung ehemaliger Patient:innen mit Störung der Intelligenzentwicklung des MZEB Bethel - Ergebnisse einer Katamnese

Franziska Herrmann

Psychotherapie mit Menschen mit Störung der Intelligenzentwicklung und Traumaerfahrung. Warum und wie es gut gelingt. – Berichte aus der Praxis

Marie Ilic

Frühkindliche Deprivation durch Wochenkrippenunterbringung in der DDR – Sozialgeschichtliche Hintergründe sowie psychische Gesundheitsfolgen und traumatische Belastungen im Lebensverlauf

Eva Flemming, Stefanie Knorr

Grundlagenforschung zu Wochenkindern in der DDR

Heike Liebsch

Eine Untersuchung zur aktuellen psychischen Gesundheit ehemaliger Wochenkrippenkinder in der DDR

Eva Flemming

Kindesmisshandlung und komplexe Traumafolgen bei ehemaligen Wochenkrippenkindern der DDR

Stefanie Knorr

Die bleibenden Narben früher Deprivation: Trauma-assoziierte psychische Gesundheit und Stresshormone im Haar bei ehemaligen Wochenkrippenkindern in der DDR

Susann Steudte-Schmiedgen

Dissoziation – physiologische Marker, Symptomkonstellationen und Behandlungsansätze - Beiträge aus der AG Dissoziation

Judith Daniels, Susanne Nick

Im Hier-und-Jetzt – Zeitaufgelöste physiologische und motorische Reaktionen akuter dissoziativer Zustände bei Patientinnen mit PTBS

Sarah Beutler-Traktovenko, Tim Jesgarzewsky, Julia Schellong, Kerstin Weidner, Judith Daniels, Ilona Croy

Treten bestimmte dissoziative Symptome nur bei bestimmten Patient:innengruppen auf? Ergebnisse einer Latent Profile Analysis

Judith Daniels, Nicolas Garcia Mejia, Marieke Timmerman, Peter Fonagy, Tobias Nolte

Finding Solid Ground: Erstes evidenzbasiertes Behandlungsmanual bei komplexen Traumafolgen und dissoziativen Störungen

Susanne Nick

Wie können Bindungstraumatisierungen bei Komplexen Traumafolgen und dissoziativen (Identitäts-) Störungen gezielter adressiert werden?

Ursula Gast

Neues aus der DeGPT-Arbeitsgruppe Akutpsychotraumatologie

Peter Schüßler, Helge Höllmer

Positionspapier Psychosoziale Akuthilfe und mittel- und langfristige psychosoziale Unterstützung von Betroffenen und Einsatzkräften nach Großschadenslagen

Julia Schellong, Simon Finkeldei, Oliver Gengenbach, Peter Schüßler

AWMF S2k-Leitlinien prähospitale und klinische Krisen- und Katastrophenmedizin

Helge Höllmer

Resilienz und Traumaprävention im Einsatzwesen: Aktueller Forschungsstand und zukünftige Herausforderungen – Perspektiven des Fachzentrums Resilienz und Traumaprävention des Bundes

Claudia Schedlich

13.15 – 14.30 Uhr Filmvorführung

Zwischenstopp

Harri Kraievets, Andrėja Šaltytė, Tomash Hazhlinsky

This documentary follows the journey of Ukrainian refugees in Berlin, caught in an emotional and existential Zwischenstopp—an intermediate stop—between the war they fled and the uncertain future ahead. Led by an artist and psychoanalyst from Ukraine, who shares their experiences, the group explores the trauma of displacement, the challenge of adaptation, and the struggle to cope with the loss of their past lives. Through the lens of group therapy, the film captures intimate moments of resilience, despair, and the collective power of community in navigating the unknown. 
As they navigate the space between a war-torn past and an undefined future, the film portrays the raw, human experience of rebuilding life in the midst of crisis, documenting both personal and collective resilience. 

14.00 – 14.30 Uhr Vortrag

Historisches Trauma: ein neues Konzept zu kultursensiblen Interventionen kollektiver Traumata

Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker

Hintergrund: Maria Yellow Horse Brave Heart, US-Sozialarbeitswissenschaftlerin, hat vor ca. 30 Jahren das Historische Trauma-Konzept geprägt. In ihm geht es um die bis heute wirkende Diskriminierung oder Marginalisierung der Betroffenen oder Nachfolgegenerationen von kollektiven Traumata (z.B. Kolonialismus, Genozide, Kriege, Unterdrückung). Das Konzept verbindet sozialpsychologische Merkmale wie Misstrauen, Benachteiligung und sozialarbeiterische Ideen zur Heilung solche historischer Traumen. Das HT-Konzept lässt sich auch auf Kontexte anwenden, die für die deutschsprachigen Länder und die dorthin Geflüchteten und Migranten relevant sind.

Methode: Mit einem Fokus auf “Heilung” werden für die Psycho-Fächer noch nicht so bekannte Interventionen an Hand von Beispielen zusammengetragen.

Ergebnisse: Beispiele, an denen die Arbeitsgruppe des Autors beteiligt sind, sowie viele weitere Heilungs-Interventionen werden vorgestellt. Dazu gehören Oral History-Projekte, Empowerment-Projekte, Erinnerungskulturelle Projekte (u.a. Gedenkstättenbesuche), Jugendgruppen-Interventionen verschiedenen Zuschnitts. Immer da, wo neben Akzeptanz- und Beliebtheitseinschätzungen der Interventionen auch Wirksamkeitsnachweise vorliegen, werden diese berichtet.

Diskussion: Noch sind die Potenziale des Historischen Trauma-Konzepts im therapeutischen oder interventiven Bereich nicht ausgeschöpft. Viele Zentren und Vereine arbeiten in diesem Sinne, wobei die fachliche Anerkennung durch die Psychotherapie dafür oft noch nicht ausgeprägt ist. Mein Vortrag möchte einen sollchen fruchtbaren Dialog unterstützen.

14.45 – 15.45 Uhr Symposien 6

Diskriminierungserfahrungen und deren Bedeutung für das psychische Befinden

Heide Glaesmer, Yuriy Nesterko

Wahrgenommene Diskriminierung, Akkulturation und psychische Gesundheit im Verlauf bei Leipziger Bürger:innen syrischer Nationalität

Yuriy Nesterko, Kim Schönenberg, Heide Glaesmer

Diskriminierungserfahrungen und psychische Belastungen bei ukrainischen Geflüchteten in Deutschland und Polen

Heide Glaesmer, Julia Neumann, Malwina Czajkowska, Yuriy Nesterko

Diskriminierungserfahrungen, Resilienz und psychische Gesundheit: Befunde aus einer ukrainischen Stichprobe von Holocaustnachfahren

Maria Böttche, Maya Böhm, Harri Kraievets, Yuriy Nesterko

Diskriminierungserfahrungen, Resilienz und psychische Belastung in einer ukrainischen Stichprobe

Maya Böhm, Maria Böttche, Harri Kraievets, Yuriy Nesterko

Traumaforschung im Kindes- und Jugendalter – aktuelle Erkenntnisse mittels neuer Methoden und internationaler Datensätze

Bianca Schreyer, Dunja Tutus

Vorhersage von Symptomverläufen bei Kindern und Jugendlichen mithilfe von maschinellem Lernen

Dunja Tutus, Tanmay Nayyar, Jörg M. Fegert, Ann-Christin Haag

Eine moderierte Netzwerkanalyse zu dysfunktionalen posttraumatischen Kognitionen bei Kindern und Jugendlichen

Anke de Haan

Weiterentwicklung von Methoden zur Erhebung der mangelnden elterlichen Kooperationsbereitschaft bei Interventionen im Kinderschutz mittels KI-gestützter Textanalysen

Dragan Stoll

Psychologische Interventionen zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen bei intern vertriebenen und geflüchteten Kindern und Jugendlichen – Ein systematisches Review und Metaanalyse

Bianca Schreyer, Verena Ertl, Rita Rosner

Barrieren in der Versorgung Geflüchteter überwinden: Innovative Ansätze zur Verbesserung des aktuellen Regelversorgungssystems

Lea Bogatzki, Eva Heim

Praxisorganisation als Schlüssel zum Zugang zur Psychotherapie für Geflüchtete mit psychischen Störungen: Ergebnisse einer bundesweiten Online-Befragung zur Anmelde- und Wartelistenorganisation

Michael Odenwald, Lea Bogatzki

Behandlung der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung bei Geflüchteten: Eine Pilotstudie

Eva Heim, Nadine Hosny, Mina Hossaini, Tatiana Rahme, Oriana Keserue Pitte, Marion Bovey

Bedarfsangepasste psychosoziale Versorgung für ukrainische Geflüchtete: Evaluation eines gestuften Versorgungsmodells

Fritzi Weitzenegger, Melav Bari, Anastasia Selinski, Svitlana Ielisavenko, Elena Beck, Ingo Schäfer, Annett Lotzin

Versorgung psychisch belasteter Geflüchteter - Entwicklung eines Gestuft Integrierten Versorgungsmodells

Lea Bogatzki

Die Lücken füllen – Die intensivierte Behandlung von Patient:innen mit einer Traumafolgestörung im intermediären Angebot der Tagesklinik für Traumafolgestörungen der ipw

Jochen Binder, Christoph Jans

Die Lücken füllen – Die intensivierte Behandlung von Patient:innen mit einer Traumafolgestörung im intermediären Angebot der Tagesklinik für Traumafolgestörungen der ipw

Christoph Jans

Das traumatherapeutische Potpourri – Darstellung des aus verschiedenen Therapieelementen zusammengesetzten Gruppentherapieprogramms der Tagesklinik für Traumafolgestörungen der ipw

Ronja Dieterle

Quantitative Evaluation von Patient:innenbelastung und -wohlbefinden in der ersten Schweizer Tagesklinik für Traumafolgestörungen

Flavio Heller

Zwischen Innovation und Ressourcenknappheit: Qualitative Einblicke in den Aufbau einer traumatherapeutischen Tagesklinik

Manuel Stadtmann

Aus- und Weiterbildung in der Psychotraumatologie: Praktische Umsetzung psychotraumatologischer Versorgung und Qualifizierung

N.N.

Trauma behandeln, Vielfalt begleiten: Hybride Fortbildung im Myanmar-Kontext mit kultursensibler E-Learning-Plattform

Marie Anaïs Zottnick, Marianne Rauwald

Die Einbindung von Studierenden im Rahmen des BQT III in die Arbeit einer Traumaambulanz nach SGB XIV (soziales Entschädigungsrecht)

Janina Werz, Joachim Kruse

Notwendig und interessant: Beratende Tätigkeit in Psychotraumatologie im Rahmen der Umsetzung des Sozialen Entschädigungsrechts

Anamaria Silva Saavedra

Diskriminierungskritische psychosoziale Versorgung: Intersektionale Blind Spots, machtkritisches Zuhören und antirassistische Beratung

N.N.

Mehrfach verletzbar, mehrfach übersehen – Intersektionale Blind Spots in der Traumatherapie

Brigitte Hinteregger

 

Was hörst du? Machtkritisches Zuhören als Methode diskriminierungskritischer Krisenbegleitung bei RUF24

Elisabeth Fessler

Traumasensible, antirassistische Beratung für Betroffene rechter Gewalt: Ein niedrigschwelliges Versorgungsangebot in Berlin

Reginie Sunder Raj, Nora Alvarado Balderrama

Entwicklungen in der Behandlung und Erforschung der PTBS: Schlaf, Immersion und KI-gestützte Therapieanalyse und Komorbidität

N.N.

Der Einfluss von Gedächtnisreaktivierung im Schlaf auf die Wirkung einer traumafokussierten Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

Anja Schaich, Sabine Groch, Jovana Lehmann-Grube, Clara, Sayk, Hong-Viet V Ngo-Dehning, Frieder Paulus, Eva Fassbinder, Klaus Junghanns, Ines Wilhelm-Groch

360-Grad-Naturvideos für die Behandlung bei Soldat:innen mit PTBS: Je immersiver, desto entspannender – aber nicht für alle

Thiemo Knaust, Helge Höllmer

Zwischen den Zeilen: Machine Learning zur Analyse von Patient:innentexten in der Schriftbasierten Expositionstherapie (Written Exposure Therapy)

Samuel Eke

Sind Psychotherapieverfahren für die PTBS bei Erwachsenen auch wirksam für komorbide depressive Symptomatik? Systematischer Review und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien

Thole H. Hoppen, Anna S. Lindemann, Lotta Höfer, Ahlke Kip, Nexhmedin Morina

Traumasensible Versorgung im Gesundheitswesen: Grenzverletzungen erkennen und bearbeiten sowie digitale Unterstützung nach Akuttrauma

N.N.

Grenzüberschreitendes Verhalten in der Psychotherapie aus Sicht von Betroffenen – Ergebnisse einer anonymen Onlinestudie

Judith Daniels, Andrea Schleu

Digitale Tools nach Akuttrauma - Erfahrungen am Beispiel LinkToCare

Mareike Augsburger, Janine Köhli

Trauma-sensitive Geburtshilfe - Haltungen, Einstellungen und Wünsche von Ärzt:innen und Hebammen in Deutschland

Silke Pawils , Louisa Horvath, Franka Metzner 

16.00 – 16.45 Uhr Vortrag

Trauma in women – neurobiological, and psychological perspectives

Prof. Jennifer Stevens, PhD,

Women are estimated to bear twice the burden of posttraumatic stress disorder (PTSD) relative to men. Although this sex-based disparity has received consistent attention over the past several decades, several frameworks have highlighted that our field lacks empirical data on sex-specific contributors to PTSD risk. I will highlight several important known contributors at the levels of society, the environment, and psychological features, and then take a deep dive into new data showing sex-specific contributions of cyclical hormonal fluctuations, pregnancy, and perimenopause. I will provide examples that illustrate how fluctuations in ovarian hormones over the female lifespan contribute to patterns of brain function that increase PTSD risk, particularly in the domains of threat-related emotional responses and learning. These insights point to a multifactorial model of PTSD risk in women, shaped by intersecting social, psychological, and biological influences. The findings call for greater support for women’s mental health, and opportunities for PTSD risk assessment and intervention in the context of reproductive healthcare.

16.45 – 17.00 Uhr Tagungsabschluss

Tagungsabschluss der DeGPT

DeGPT

Tagungsabschluss der DeGPT

Abschluss der Jahrestagung 2026 und ein kurzer Ausblick auf die Jahrestagung 2027.

Über die Veranstaltung

Rassismus, Diskriminierung und gesellschaftliche Ungleichheit – Psychotraumatologie intersektional gedacht

Jahrestagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie

19. bis 21. März 2026 in Berlin

Rassismus, Diskriminierung und gesellschaftliche Ungleichheit sind tief in sozialen Strukturen verankert und haben weitreichende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit betroffener Menschen. Traumatisierungen entstehen nicht nur durch individuelle Erlebnisse, sondern auch durch strukturelle Gewalt, soziale Ausschlüsse und Diskriminierungserfahrungen. In der Psychotraumatologie gewinnen intersektionale Perspektiven zunehmend an Bedeutung, da sie die Verwobenheit verschiedener Diskriminierungsformen sowie ihre traumatisierenden Effekte und psychischen Folgen in den Blick nehmen.

 

Wie beeinflussen strukturelle und interpersonelle Diskrimierung die Entstehung und Aufrechterhaltung von Traumafolgestörunen? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Machtverhältnisse für die Wahrnehmung und Behandlung von Traumata und ihren psychischen Folgen? Wie kann im therapeutischen Prozess angemessen auf diese Dynamiken eingegangen werden?

 

Mit dieser Jahrestagung möchten wir die komplexen Zusammenhänge zwischen Diskriminierung, Trauma und gesellschaftlicher Ungleichheit aus einer intersektionalen Perspektive beleuchten. Die Jahrestagung bietet Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, um psychotraumatologische Versorgung, Forschung und gesellschaftspolitische Ansätze miteinander zu verknüpfen. Wir laden Sie herzlich ein, diese vielschichtigen Themen im März 2026 in Berlin mit uns zu erkunden und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.

 

Tagungsleitung 

Prof. Dr. Maria Böttche
E-Mental Health und Transkulturelle Psychologie
Freie Universität Berlin

 

Tolou Maslahati
Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin
Charité - Universitätsmedizin Berlin

 

(alphabetisch angeordnet)

AG Treffen

Treffen der Arbeitsgruppen

Freitag, 20.03.2026

Arbeitsgruppe Trauma und Beeinträchtigung: 13:00 bis 13:30 Uhr in Raum 508

 

Arbeitsgruppe Ambulante Versorgung: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 520

 

Arbeitsgruppe Trauma und Migration: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 523

 

Arbeitsgruppe Dissoziative Störung: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 507

 

Arbeitsgruppe Netzwerke: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 523

 

Arbeitsgruppe Reviktimisierung: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 507

 

Arbeitsgruppe Kinder-/Jugendpsychotraumatologie: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 508

 

Arbeitsgruppe Somatik und Trauma: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 505

 

Öffentlicher Abendvortrag

Öffentlicher Vortrag am 19. März 2026

Prof. Dr. Marina Martinez Mateo (München)
Erinnerungspolitik jenseits von Identität. Politik und Ästhetik der Bündnisse in Zeiten von Rassismus und Antisemitismus

 

 

 

Donnerstag, 19. März 2026 18.00 – 19.30 Uhr

Weitere Informationen folgen in Kürze

Highlights

Keynote Speaker

Keynote Speaker - Freitag, 20.03.2026, 9.00 - 9.45 Uhr
 

Prof. Dr. Berrin Özlem Otyakmaz (Kassel)

Diagnostische und psychotherapeutische Annäherungen an rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen

 

Rassismus stellt in Deutschland ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen dar, welches den Alltag von BPoC prägt. Welche psychischen Auswirkungen diese allgegenwärtigen Erfahrungen von Rassismus haben können, ist in Deutschland bislang nur wenig untersucht. Hunderte von Untersuchungen aus dem angloamerikanischen Raum belegen jedoch den Zusammenhang zwischen Rassismuserfahrungen und psychischen Störungen wie Depressionen, Angststörungen und Substanzmissbrauch. Darüber hinaus zeigen Studien Zusammenhänge zwischen Rassismuserfahrungen und PTBS-äquivalenten Stress- und Traumareaktionen, die jedoch aufgrund des Fehlens des A-Kriteriums einer PTBS gemäß DSM-V nicht als PTBS diagnostiziert werden können. Mit der Folge, dass rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen, nicht oder nur unzureichend behandelt werden. Mit Konzepten wie „racial trauma“ oder „race-based traumatic stress injury“ und darauf basierenden Instrumenten können rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen diagnostisch erfasst werden. Neben der Darstellung dieser diagnoserelevanten Reflexionen werden im Vortrag kognitiv-behaviorale Zugänge zur Behandlung rassismusbedingter Stress- und Traumareaktionen vorgestellt.

 

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Keynote Speaker - Samstag, 21.03.2026, 9.00 - 9.45 Uhr
 

Prof. em. John Briere, PhD (Los Angeles, USA)

Reconsidering trauma through the lens of social maltreatment: What does the research say?

 

Social discrimination and maltreatment (SDM), including racism, sexism, and anti-LGBTQ+ behaviors,  is widely prevalent in cultures throughout the world and has been linked to adverse outcomes ranging from depression, social alienation, substance abuse, and suicidality. Yet, there is significant disagreement as to whether SDM can be considered a psychological trauma, with current ICD and DSM trauma definitions generally requiring the presence of very threatening or catastrophic events. As a result, although some SDMs involving physical or sexual assault (e.g., hate crimes) may meet trauma criteria, nonassaultive SDMs (e.g., sexist, homophobic, antisemitic, or racist maltreatment; shaming for one’s gender minority status) are not viewed as traumatic and cannot serve as the basis for a stress disorder diagnosis. Yet, a growing body of research indicates that SDMs can be a major source of trauma for marginalized groups, and can exacerbate the effects of conventional traumas as well as producing DSM/ICD-level posttraumatic stress. This talk will offer an argument in favor of viewing SDM as a potential traumatic stressor, describe the results of two recently published Canadian-American studies indicating that cumulative and intersectional exposure to SDMs is common, often perceived as life-threatening, and at least as related to posttraumatic stress as classically defined trauma exposure, and (4) the clinical and social implications of viewing SDMs as directly traumatizing.

 

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Keynote Speaker - Freitag, 20.03.2026, 9.45 - 10.30 Uhr
 

Prof. Dr. Aleksa Kaurin (Wuppertal)

Wie Kinder- und Jugendpsychotherapie rassismussensibel werden kann

 

Rassistische Diskriminierung stellt für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland eine alltägliche Erfahrung dar – mit erheblichen Folgen für ihre psychische Gesundheit. Aktuelle Daten des NaDiRa-Monitorings 2025 zeigen, dass Schwarze, muslimische und asiatische Jugendliche überdurchschnittlich häufig sowohl subtilen wie auch offenen Formen rassistischer Ausgrenzung ausgesetzt sind. Diese Erfahrungen sind kein Randphänomen: Rund ein Drittel der Betroffenen berichtet von moderaten bis schwerwiegenden depressiven Symptomen und Angstsymptomen. Besonders gravierend sind die engen Zusammenhänge mit Suizidalität und nicht-suizidaler Selbstverletzung, die in jüngeren Studien konsistent belegt wurden. Vorgestellt werden erste Ergebnisse einer von der Antidiskrimierungsstelle des Bundes geförderten Studie mit 460 Jugendlichen, die mithilfe partizipativer Verfahren und intensiver Längsschnittmethoden (Ambulatory Assessment) untersucht hat, wie sich Alltagsdiskriminierung auf Belastungs- und Bewältigungsprozesse auswirkt. Zentrales Anliegen ist dabei die Rekonstruktion der subjektiven Perspektiven der Jugendlichen, die über einen Zeitraum von einem Monat täglich ihre Differenz- und Diskriminierungserfahrungen in Kurzessays dokumentiert haben. Erste Befunde deuten darauf hin, dass Diskriminierung nicht nur individuelle Belastungen verstärkt, sondern auch weitreichende strukturelle Konsequenzen nach sich zieht – etwa einen drastischen Vertrauensverlust in zentrale gesellschaftliche Institutionen wie Polizei, Justiz oder Schule. Diese Ergebnisse leiten zu einer zentralen Frage über: Wie kann Kinder- und Jugendpsychotherapie derartigen Erfahrungen angemessen begegnen? Und welche konzeptionellen Ansätze sind erforderlich, um Diskriminierungserfahrungen systematisch in psychotherapeutische Versorgungskonzepte zu integrieren – als Grundlage für eine gerechte, wirksame und diskriminierungssensible psychotherapeutische Praxis?

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Keynote Speaker - Samstag, 21.03.2026, 9.45 - 10.30 Uhr
 

Dr. Clara Bombach (Bern, Schweiz)

Aufwachsen in Wartezimmern der Ungewissheit – Kindheit in kollektiver Asylunterbringung

 

Was bedeutet es für Kinder, in kollektiven Asylunterkünften aufzuwachsen? Die ethnographische Studie Warten auf Transfer gibt Einblicke in den Lebensalltag von 44 begleiteten minderjährigen Asylsuchenden, die über ein Jahr in einer Schweizer Kollektivunterkunft teilnehmend beobachtend begleitet wurden. Die Ergebnisse zeigen: Für Kinder ist das „Camp“ ein Ort der Enge, Unruhe, Unsicherheit – und des Wartens. Sie erleben Lärm, Angst vor Gewalt, Ekel, Langeweile und Brüche in Freundschaften und Bildungswegen. Viele übernehmen Verantwortung für ihre psychisch belasteten Eltern, obwohl sie selbst kaum Schutz und Rückzugsräume erfahren. Die Unterbringung erschwert soziale Teilhabe, psychische Stabilität und ihre gesunde Entwicklung. Trotz allem äussern sie klare Vorstellungen von dem Leben «danach», dem «Ankommen, draussen in der Schweiz», geprägt von «Normalität», einer «privaten Wohnung», Ruhe und Sicherheit. Die Studie legt nahe, dass das Asylsystem zentrale kindliche Grundbedürfnisse verfehlt. Im Vortrag wird aufgezeigt, warum kollektive Unterkünfte für Kinder keine kindgerechten Orte sind, warum Transfers als Brüche erlebt werden können und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, um Kinderrechte im Asylbereich umzusetzen. Dabei wird insbesondere auf Empfehlungen zur Gestaltung von Standards für Schutz, Versorgung, Partizipation und Übergangsgestaltung eingegangen.

 

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Keynote Speaker - Freitag, 20.03.2026, 16.30 - 17.15 Uhr
 

Dr. Timo Slotta (Köln)

„Vielleicht sind Sie da ja zu empfindlich“ – Mikroaggressionen als Manifestation struktureller Diskriminierung in der Psychotherapie

 

Unter dem Sammelbegriff der Mikroaggressionen sind alltägliche, subtile Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen 20 Jahren verstärkt in den Fokus psychologischer Forschung gerückt. Das hat zur Entwicklung empirisch fundierter Taxonomien geführt, mit denen die Diskriminierungsrealität minorisierter Personen umfassender abgebildet werden kann. Dabei handelt es sich keineswegs um harmlose Phänomene. Mikroaggressionen verlangen Betroffenen nennenswerte Bewältigungsanstrengung ab und hängen (mutmaßlich kausal) mit Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit zusammen. Obwohl dies dafürspricht, Mikroaggressionen in der Psychotherapie aktiv zu berücksichtigen, finden sich gegenteilige Hinweise. Tatsächlich scheinen Psychotherapien selbst keine diskriminierungsfreien Räume zu sein: Das Ausmaß und konkrete Erscheinungsformen von Mikroaggressionen durch Therapeut:innen (sog. cultural ruptures), sowie deren Umgang damit deuten auf dringenden Handlungsbedarf hin. Welche konkreten Eigenschaften Therapeut:innen oder Dyaden mitbringen müssen um ein erfolgreiches Management von Mikroaggressionen zu gewährleisten, ist bislang vor allem Gegenstand theoretischer Überlegungen. Deren empirische Überprüfung könnte die Entwicklung geeigneter Trainings- und Sensibilisierungsmaßnahmen vorbereiten und damit eine immense Herausforderung an unser Fach adressieren – das Ermöglichen einer gerechten Versorgung innerhalb eines ungerechten Gesellschaftssystems.

 

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Keynote Speaker - Samstag, 21.03.2026, 16.00 - 16.45 Uhr
 

Prof. Jennifer Stevens, PhD (Atlanta, USA)

Trauma in women – neurobiological, and psychological perspectives

 

Women are estimated to bear twice the burden of posttraumatic stress disorder (PTSD) relative to men. Although this sex-based disparity has received consistent attention over the past several decades, several frameworks have highlighted that our field lacks empirical data on sex-specific contributors to PTSD risk. I will highlight several important known contributors at the levels of society, the environment, and psychological features, and then take a deep dive into new data showing sex-specific contributions of cyclical hormonal fluctuations, pregnancy, and perimenopause. I will provide examples that illustrate how fluctuations in ovarian hormones over the female lifespan contribute to patterns of brain function that increase PTSD risk, particularly in the domains of threat-related emotional responses and learning. These insights point to a multifactorial model of PTSD risk in women, shaped by intersecting social, psychological, and biological influences. The findings call for greater support for women’s mental health, and opportunities for PTSD risk assessment and intervention in the context of reproductive healthcare.

 

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Keynote Speaker - Freitag, 20.03.2026, 17.15 - 18.00 Uhr

 

Jun.-Prof. Dr. Jan Schürmann-Vengels (Witten/Herdecke)

Psychische Gesundheit von LGBTQIA+ Personen

 

 „Queer zu sein ist heute doch ganz normal!“ – Trotz gestiegener gesellschaftlicher Akzeptanz sind Menschen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*, asexuell oder auf andere Weise queer identifizieren (LGBTQIA+), weiterhin überproportional von psychischer Belastung betroffen. Meta-Analysen zeigen, dass sie im Alltag deutlich häufiger Ängste, depressive Symptome sowie akuten Stress erleben als die Allgemeinbevölkerung. Auch traumatische Ereignisse im Sinne gängiger Klassifikationsmanuale und Traumafolgestörungen treten bei LGBTQIA+ Personen signifikant häufiger auf. Die genauen Ursachen dieser Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit sind noch nicht vollständig geklärt. Etablierte Theoriemodelle verweisen jedoch auf den zentralen Einfluss sozialer und gesellschaftlicher Bedingungen: Wiederkehrende Diskriminierung und strukturelle Stigmatisierung gehen buchstäblich „unter die Haut“. LGBTQIA+ Personen stellen daher eine wichtige Zielgruppe für die Klinische Psychologie und Traumatologie dar. Ihre Lebensrealitäten bringen spezifische Einflussfaktoren mit sich, die sich auf die psychische Gesundheit auswirken und in der Versorgung berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig zeigen Übersichtsarbeiten: LGBTQIA+ Personen schätzen das Wissen von Fachkräften in der Gesundheitsversorgung zu queeren Themen als gering ein und wünschen sich hier Verbesserungen. Auch in der klinischen Forschung wurden die Ressourcen und Risiken von LGBTQIA+ Personen bislang wenig berücksichtigt, insbesondere im deutschsprachigen Raum. Diese Keynote gibt daher einen Überblick über zentrale Erkenntnisse und Modelle zur psychischen Gesundheit von LGBTQIA+ Personen sowie über praktische Implikationen für eine queersensible Versorgung.

 

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Preconference-Workshops
Preconference-Workshops am 19.03.2026 von 9.00 bis 12.30 Uhr

Behandlung der Komplexen PTBS: Das Therapieprogramm „STAIR/NT

Janine Borowski, Ingo Schäfer

Personen, die interpersonelle Traumatisierungen erlebt haben, leiden oft nicht nur unter Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), sondern auch unter weiteren Beeinträchtigungen, etwa einer eingeschränkten Affektregulation, Schwierigkeiten in interpersonellen Beziehungen und einem negativen Selbstbild. Gerade diese zusätzlichen Symptombereiche, die inzwischen als typische Beschwerden im Rahmen einer „Komplexen PTBS“ interpretiert werden, tragen maßgeblich zu den Alltagseinschränkungen Betroffener bei.

Bei „STAIR/Narrative Therapie“ handelt es sich um einen Behandlungsansatz, der genau diese Bereiche systematisch berücksichtigt und zusätzlich zur Reduktion der PTBS-Symptomatik eine flexible Behandlung von Problemen im Bereich der Emotionsregulation, der interpersonellen Kompetenzen und des Selbstbilds bei traumatisierten Personen erlaubt. Das Therapieprogramm integriert auf diese Weise in einem phasenorientierten Vorgehen wirksame Interventionen zur Behandlung komplexer Traumafolgestörungen.

Im Workshop wird ein Überblick über das Therapieprogramm gegeben sowie auf seinen Einsatz im Einzel- wie im Gruppensetting eingegangen. Neben der theoretischen Einführung wird es eine Reihe von praktischen Übungen geben.

Dialektisch-Behaviorale Therapie der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (DBT-PTBS)

Kathlen Priebe

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (DBT-PTBS) ist eine modulare Psychotherapie zur Behandlung der komplexen PTBS. Zentrale Therapieziele sind a) die Verbesserung der Emotionsregulation, b) die Reduktion von sekundären traumaassoziierten Emotionen wie Schuld und Scham, c) die Reduktion der Belastung durch primäre traumassoziierte Emotionen, d) die Verbesserung von Selbst- und Körperbild sowie e) die Stärkung der Akzeptanz der traumatischen Ereignisse und der Aufbau eines sinnerfüllten Lebens. Zur Erreichung dieser Behandlungsziele werden Emotionsregulationsstrategien vermittelt, traumafokussierende kognitive und expositionsbasierte sowie akzeptanzbasierte Interventionen durchgeführt. Dabei orientiert sich die DBT-PTBS an einen in Therapiephasen zeitlich organisierten Therapieablauf unter zusätzlicher Berücksichtigung einer dynamischen Behandlungshierarchie wie sie auch die Standard-DBT vorgibt. In jeder Therapiephase stehen verschiedene Behandlungsmodule zur Verfügung, die nach Wenn-Dann-Algorithmen ausgewählt werden. Zwei unkontrollierte und zwei randomisiert-kontrollierte Studien konnten eine hohe Akzeptanz, Sicherheit und Effektivität der DBT-PTBS belegen.

Im Workshop werden die Prinzipien und die Behandlungsphasen der DBT-PTBS im Überblick dargestellt.

Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen im Sozialen Entschädigungsrecht und der gesetzlichen Unfallversicherung, Gutachtenstandards der DeGPT

Doris Denis, Ferdinand Haenel

Häufig ist festzustellen, dass klinische Gutachter:innen in der Kausalitätsbeurteilung psychisch reaktiver Traumafolgen oft zu extrem gegensätzlichen Ergebnissen gelangen. Neben symptombedingter Behinderung der Exploration und besonderen Beziehungsaspekten, die die Objektivität der gutachterlichen Beurteilung beeinträchtigen können, sind es eine Vielzahl möglicher komorbider Störungen, die psychisch reaktive Traumafolgen überlagern und so zu Fehlbeurteilungen bei der Begutachtung führen können. Eine schädigungsunabhängige psychische Vorerkrankung macht die Beurteilung vollends schwierig

Aus diesem Grund hat die DeGPT ein zertifiziertes Fortbildungscurriculum verabschiedet, welches psychologische und ärztliche Fachkolleg:innen in die Lage versetzen soll, klinische Gutachten zu psychisch reaktiven Traumafolgen und ihrer Genese in sozialrechtlichen Verfahren fachkompetent zu erstellen. Die von der DeGPT entwickelten Standards für die schriftliche Gutachtenerstellung sollen dabei eine ausreichend begründete und für Dritte nachvollziehbare Beurteilung garantieren, die in der Praxis nicht immer gegeben ist.

In diesem Workshop sollen die speziellen Probleme anhand von Fallbeispielen (gerne auch mitgebrachte Fälle von Teilnehmer:innen) illustriert, die Standards der DeGPT zur Gutachtenerstellung der DeGPT erläutert und auf Besonderheiten bei der gutachterlichen Exploration und Beurteilung hingewiesen werden.

http://www.degpt.de/curricula/degpt-curriculum-begutachtung.html

Trauma und Justiz: Handreichungen für ein sensibles und realistisches Begleiten von Betroffenen im Strafverfahren

DeGPT AG Trauma, Justiz

Die interdisziplinär zusammengesetzte DeGPT-AG Trauma und Justiz geht in ihrem Workshop auf der diesjährigen Preconference vertieft auf den Umgang mit traumatisierten Personen im Kontext strafrechtlicher Verfahren ein. Vor der finalen Veröffentlichung der soweit fertiggestellten Handreichungen sollen die entsprechenden Themen im Workshop unter Einbezug der Praxiserfahrungen der Teilnehmenden diskutiert und weiter geschärft werden. Die vorgestellten Themen reichen von den Grundzügen der Aussagepsychologie und deren Relevanz für therapeutisches Handeln über realistische Erwartungsklärung bei Anzeigeabsicht bis hin zu dokumentationsbezogenen und rechtlichen Fragen im Vorfeld einer Aussage. Weitere Schwerpunkte bilden die Rolle der Therapeutinnen als sachverständige Zeuginnen vor Gericht, typische Abläufe von Strafverfahren sowie Herausforderungen rund um Retraumatisierungsrisiken. Ziel des Workshops ist ein offener Austausch über Hürden, Widersprüche und gelingende Praktiken an der Schnittstelle von Therapie, Aussage und Justiz. Neben der Vorstellung der Handreichungen wird dem allgemeinen Austausch über strukturelle und inhaltliche Stolpersteine und Chancen an der Schnittstelle Trauma und Justiz Raum gegeben.

Psychologische Arbeit mit lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Geflüchteten

Yoan Freund, Falk Wachsmann

Es ist davon auszugehen, dass mindestens 5-10 % der knapp 122 Millionen Menschen (UNHCR 2025), die weltweit auf der Flucht sind, lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* oder queere (LSBTIQ) Personen sind. Sie kommen aus Ländern, in denen ihnen die Meinungsfreiheit abgesprochen wird, sie kriminalisiert oder strafrechtlich verfolgt werden. Sie sind privater und staatlicher Gewalt ausgesetzt, werden gesellschaftlich ausgegrenzt.

LSBTIQ Menschen erleben auf der Flucht und bei ihrer Ankunft in Deutschland häufig ähnliche, potentiell traumatische Bedrohungen und Gewalt. Sie sind intersektional von Diskriminierung betroffen und damit hohen psychischen und chronischen Belastungen ausgesetzt. Ein niedrigschwelliger Zugang zum Hilfesystem, insbesondere zu psychosozialer Beratung und Psychotherapie spielt für LSBTIQ Geflüchtete eine besonders wichtige Rolle und stellt gleichzeitig eine oft unüberwindbare Herausforderung dar.

In dem Workshop wollen wir auf die besondere Situation von geflüchteten LSBTIQ eingehen und ein Raum zu Diskussion und Austausch öffnen: Wie können die Lebensrealitäten queerer Schutzsuchender intersektional begriffen und in Beratung und Psychotherapie adäquat begleitet werden? Wie können Klient:innen in ihrer Selbstbestimmtheit und Ressourcen gesehen und Zugänge zum Hilfe- und Gesundheitssystem hergestellt werden? Neben der Vermittlung von theoretischen Inhalten wollen wir aus der Praxis berichten, Übungen zur Selbstreflektion durchführen und uns mit der affirmativen Haltung von Berater:innen und Psychotherapeut:innen in der Arbeit auseinandersetzen.

Preconference-Workshops am 19.03.2026 von 13.30 bis 17.00 Uhr

Zwischen Leitlinie und Lebensrealität: Umgang mit Rassismus in der psychotherapeutischen Praxis

Marcel Badra

Rassismus ist ein belastender Faktor, der zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Symptome beitragen kann – wird in der Praxis jedoch häufig nicht ausreichend als solcher erkannt oder benannt. Der Workshop bietet Raum für die Auseinandersetzung mit Rassismus als ätiologischem Faktor und lädt dazu ein, diese Perspektive professionell und sprachlich fassbar zu machen – zwischen therapeutischer Haltung und den Anforderungen in der psychotherapeutischen Regelversorgung. Nach einem kurzen Input zur Wirkung von Rassismus auf psychische Gesundheit folgt eine vertiefende Fallarbeit in Kleingruppen: In Teil 1 steht die Frage im Fokus, wie Rassismus in der individuellen Krankheitsentwicklung wirksam geworden sein könnte – und wie dies in eine rassismussensible Fallkonzeption einfließen kann. So soll geübt werden, rassismusbedingte Belastung nicht nur als Kontext, sondern als relevanten ätiologischen Faktor zu verstehen und sprachlich präzise zu erfassen. In Teil 2 wird erarbeitet, wie sich psychische Belastungen im Zusammenhang mit Rassismus in der Therapieplanung, Zielsetzung und Beziehungsgestaltung abbilden lässt – einschließlich der Reflexion eigener Anteile. Im Mittelpunkt steht die Annäherung an eine therapeutische Haltung, die sich mit diesen komplexen Erfahrungen auseinandersetzt.

Zum Abschluss folgt eine gemeinsame Zusammenführung zentraler Gedanken. Ich teile meine Perspektive als suchende Praxis und mit dem Wunsch nach kollegialem Weiterdenken und offener Auseinandersetzung mit strukturellen Herausforderungen.

Wie schaffen wir sicherere Räume für die Behandlung von Rassismus induziertem Trauma?

Birsen Kahraman, Stephanie Cuff-Schöttle, Uli Heidemann

Rassismus-induziertes Trauma umschreibt schwerwiegende Belastungsreaktionen, die durch kontinuierliche Ausgrenzungs- und Abwertungserfahrungen, aber auch direkte bzw. (kollektiv) vermittelte rassistische Gewalterfahrungen entstehen. Rassismus als Diskriminierungsform auf struktureller, institutioneller und interpersoneller Ebene ist kontinuierlich wirksam und hat erhebliche unmittelbare sowie transgenerationale Auswirkungen. Bekannt sind Folgen für rassifizierte Körper, für das Selbst- und Weltbild von Individuen und Communities, für die Beziehungs- und Lebensqualität sowie für die psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit bis hin zur Lebenserwartung.

In diesem Workshop möchten wir Wissen zu Lebensrealitäten und potenziellen Ursachen für Rassismus induziertes Trauma zur Verfügung stellen, die aus weiß positionierter Perspektive bislang oftmals unerkannt bleiben bzw. auf Empathielücken treffen. Mit Hilfe von Beispielen aus der Praxis sollen Rassismuserfahrungen sowie unsere verfahrensübergreifenden Handlungsansätze nachvollziehbar gemacht werden. Grundlage für die machtsensible Analyse struktureller Gewalt ist, die eigene soziokulturelle Positioniertheit hinsichtlich Rassismus und intersektierender Diskriminierungsformen reflektieren und einordnen zu können, um eigene Wahrnehmungs- und Handlungsmuster zu erkennen und eine belastbare therapeutische Haltung und Arbeitsweise zu entwickeln.

Ziele: Teilnehmende sollen ein vertieftes Verständnis von Rassismus bzw. Rassismus induziertem Trauma entwickeln, die eigene Positioniertheit, einhergehende Ressourcen und Herausforderungen kritisch einschätzen und nutzen lernen, sowie die eigene Arbeitsweise nachhaltig rassismuskritisch reflektieren und anpassen lernen. Eine aktive Teilnahme an Selbsterfahrungsübungen sowie das Einbringen eigener klinischer Erfahrungen trägt bei und wird erbeten.  

Traumafolgen der Sexualität in der Praxis

Melanie Büttner

Vor allem nach sexueller Gewalt und anderen potenziell traumatisierenden Erfahrungen mit Sexualität fällt es Betroffenen oft schwer, sich in intimen Begegnungen sicher und wohl zu fühlen. Doch auch körperliche und emotionale Gewalt, Vernachlässigung, traumatisch erlebte Geburten oder medizinische Eingriffe können Spuren hinterlassen.

Sind Betroffene in der Sexualität getriggert, drängen sich Erinnerungen an das Trauma ins Bewusstsein. Viele vermeiden deshalb Sexualität oder halten überforderndes Wiedererleben aus, dissoziieren oder haben Schmerzen. Andere leben (Online-)Sexualität impulsiv, unkontrolliert und suchtartig.

Weil sie Bedürfnisse und Grenzen nicht gut wahrnehmen können, fällt es vielen Betroffenen zudem schwer, intime Begegnungen einvernehmlich zu gestalten und zu erkennen, wann es gefährlich wird. Damit wächst nicht nur ihr Risiko für Retraumatisierung oder Reviktimisierung in Partnerschaften oder beim Dating, sondern auch für körperliche Verletzungen, ungewollte Schwangerschaften, sexuell übertragbare Infektionen und Grenzverletzungen gegenüber anderen.

Auch langfristig kann es zu vielfältigen Auswirkungen kommen: etwa zu Spannungen in Beziehungen, zu Trennungen, Partnerlosigkeit und unerfüllten Wünsche nach Elternschaft und Familie, aber auch zu psychischen Krisen und körperlichen Beschwerden.

Der Kurs eröffnet einen kompakten Einstieg in die Thematik. Sie erfahren …

  • welche Traumata sich auf die Sexualität auswirken.
  • wie PTBS, komplexe PTBS und Dissoziation sich in der Sexualität äußern.
  • welche Rolle traumaassoziierte Komorbiditäten wie sexuelle Schmerzen und zwanghaftes Sexualverhalten spielen.
  • wie Sie Traumafolgen der Sexualität diagnostisch erfassen und nach ICD-11 einordnen.
  • welche Unterstützung für Betroffene geeignet ist.

Traumafolgestörungen bei Menschen mit SIE (Störung der Intellektuellen Entwicklung) – ganz anders oder doch nicht so speziell und fremd?

Birgit Mayer

Leider gibt es auch heute noch keine verfügbare Versorgung für traumatisierte Menschen mit SIE (Störung der intellektuellen Entwicklung / ICD 11), wie auch für Menschen mit Autismusspektrumstörungen (ASS) und/ oder Menschen mit schweren chronischen psychischen Erkrankungen, wie chron. Psychosen. Obwohl bei vielen dieser Klienten Traumafolgestörungen (auch komplexe) vorliegen und die Symptome teils ursächlich für die herausfordernden Verhaltensweisen sind, wurden Traumatisierungen in der Vorgeschichte in der Regel nicht abgeklärt, entsprechend nicht diagnostiziert und passende Hilfsangebote nicht angeboten.

Ausbildungsangebote gehen selten auf diese Personengruppen ein, weshalb sowohl stationäre, als auch ambulante Trauma-Therapieangebote diese Personengruppen häufig nicht behandeln. Unsicherheiten, fehlendes Wissen und Erfahrung behindern eine Verbesserung dieser Situation.


Grundsätzlich unterscheidet sich der Bedarf und die Begleitung nicht von der «üblichen» Traumabegleitung und -therapie. Manches benötigt mehr Zeit, einfachere Sprache / Worte, Hilfsmittel und Materialien teils aus dem Kinder- und Jugendbereich, aber diese notwendigen Anpassungen sind nicht so aufwendig und schwierig, wenn grundsätzlich die Bereitschaft besteht, mit diesen Menschen in Not zu arbeiten.

In diesem Workshop wird anhand von Praxisbeispielen vorgestellt, hinter welchen Symptombildern sich Traumafolgestörungen verstecken können. Material, das sich in der Praxis bewährt hat, Diagnoseinstrumente in Leichter Sprache und die Empfehlungen der neuen S3 Leitlinie PTBS für diese Klientel werden präsentiert. Ergänzend wird auch eine indirekte Diagnosemöglichkeit anhand eines psychologisch-pädagogischen Instrumentes, das auf Beobachtung durch das Umfeld basiert, vorgestellt, das zur Diagnostik schwerer beeinträchtigter Menschen genutzt werden kann, die nicht sprechen können.

Aktueller Fachstandard in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsinkongruenz und -dysphorie

Claudia Calvano

Mit der Einführung der ICD-11 wurde ein bedeutender Paradigmenwechsel vollzogen: Das Erleben von Geschlechtsinkongruenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird nicht länger als psychische Störung klassifiziert, sondern unter der neuen Kategorie „Zustände im Zusammenhang mit sexueller Gesundheit“ („conditions related to sexual health“) geführt. Diese Entpathologisierung markiert einen zentralen Fortschritt in der medizinischen und psychotherapeutischen Bewertung geschlechtlicher Vielfalt.

Mit der Veröffentlichung der S2k-Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen“ im März 2025 liegt nun erstmals ein interdisziplinär abgestimmter Versorgungsstandard für Fachkräfte aus Psychotherapie, Medizin und Beratung vor. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit einer entpathologisierenden, diskriminierungssensiblen Haltung und die Bedeutung individualisierter, affirmativer Unterstützungsangebote. Sie orientiert sich an internationalen Empfehlungen, u.a. der American Psychological Association sowie der European Association for Transgender Health (EPATH/WPATH).

Im Workshop wird nach einer zusammenfassenden Darstellung der S2k-Leitlinie der Schwerpunkt auf affirmativen Versorgungsansätzen im psychologischen und psychotherapeutischen Setting liegen. Praxisnah werden sowohl die Transitionsbegleitung im Jugendalter als auch die Anpassung der traumafokussierten CBT für LGBTQI+ Kinder und Jugendliche und deren Bezugspersonen vorgestellt.

Workshop Paper-in-a-Day am 19.03.2026 von 10.00 bis 17.00 Uhr
Paper in a Day - Workshop der Zeitschrift Trauma und Gewalt für Nachwuchs-wissenschaftler:innen

Ingo Schäfer, Heide Glaesmer
 

In frühen Phasen ihrer wissenschaftlichen Karriere ist es für angehende Forscher:innen besonders wichtig, Routine im Schreiben von wissenschaftlichen Artikeln zu entwickeln. Auch das Knüpfen von Kontakten und der Austausch mit Kolleg:innen spielt eine wichtige Rolle. In diesem von der Zeitschrift „Trauma und Gewalt“ ausgerichteten Workshop haben Nachwuchswissenschaftler:innen die Gelegenheit an einem konkreten Manuskript mitzuwirken, das später in „Trauma und Gewalt“ publiziert werden soll sowie Kontakte zu knüpfen und zu erweitern und eine Basis für weitere Kooperationen zu legen. Im Workshop soll unter Betreuung der beiden Leiter:innen ein Manuskript vorbereitet und geschrieben werden. Der Schreibprozess wird über den Workshop hinaus begleitet. Zielgruppe sind Kolleg:innen, die sich in frühen Phasen ihrer Karriere befinden (z.B. Masterand:innen und Doktorand:innen). Von den Teilnehmenden wird Folgendes erwartet:

1.)  Teilnahme am Vorbereitungstreffen (online)

2.)  Vollständige Anwesenheit am Workshop

3.)  Teilnahme an zwei Videokonferenzen in den folgenden Monaten

4.)  Erledigung von spezifischen Aufgaben nach jeder der drei Konferenzen

5.)  Beteiligung an der Finalisierung des entstehenden Manuskripts

AG Treffen (copy 1)

Treffen der Arbeitsgruppen

Freitag, 20.03.2026

Arbeitsgruppe Trauma und Beeinträchtigung: 13:00 bis 13:30 Uhr in Raum 508

 

Arbeitsgruppe Ambulante Versorgung: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 520

 

Arbeitsgruppe Trauma und Migration: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 523

 

Arbeitsgruppe Dissoziative Störung: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 507

 

Arbeitsgruppe Netzwerke: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 523

 

Arbeitsgruppe Reviktimisierung: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 507

 

Arbeitsgruppe Kinder-/Jugendpsychotraumatologie: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 508

 

Arbeitsgruppe Somatik und Trauma: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 505

Tagungsfest

Tagungsfest

Freitag, 20. März 2026
ab 20:00 Uhr

 

Palais Kulturbrauerei
Schönhauser Allee 36
10435 Berlin

Rahmenprogramm

 

Informationen folgen in Kürze.