
Personen, die interpersonelle Traumatisierungen erlebt haben, leiden oft nicht nur unter Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), sondern auch unter weiteren Beeinträchtigungen, etwa einer eingeschränkten Affektregulation, Schwierigkeiten in interpersonellen Beziehungen und einem negativen Selbstbild. Gerade diese zusätzlichen Symptombereiche, die inzwischen als typische Beschwerden im Rahmen einer „Komplexen PTBS“ interpretiert werden, tragen maßgeblich zu den Alltagseinschränkungen Betroffener bei.
Bei „STAIR/Narrative Therapie“ handelt es sich um einen Behandlungsansatz, der genau diese Bereiche systematisch berücksichtigt und zusätzlich zur Reduktion der PTBS-Symptomatik eine flexible Behandlung von Problemen im Bereich der Emotionsregulation, der interpersonellen Kompetenzen und des Selbstbilds bei traumatisierten Personen erlaubt. Das Therapieprogramm integriert auf diese Weise in einem phasenorientierten Vorgehen wirksame Interventionen zur Behandlung komplexer Traumafolgestörungen.
Im Workshop wird ein Überblick über das Therapieprogramm gegeben sowie auf seinen Einsatz im Einzel- wie im Gruppensetting eingegangen. Neben der theoretischen Einführung wird es eine Reihe von praktischen Übungen geben.
Häufig ist festzustellen, dass klinische Gutachter:innen in der Kausalitätsbeurteilung psychisch reaktiver Traumafolgen oft zu extrem gegensätzlichen Ergebnissen gelangen. Neben symptombedingter Behinderung der Exploration und besonderen Beziehungsaspekten, die die Objektivität der gutachterlichen Beurteilung beeinträchtigen können, sind es eine Vielzahl möglicher komorbider Störungen, die psychisch reaktive Traumafolgen überlagern und so zu Fehlbeurteilungen bei der Begutachtung führen können. Eine schädigungsunabhängige psychische Vorerkrankung macht die Beurteilung vollends schwierig
Aus diesem Grund hat die DeGPT ein zertifiziertes Fortbildungscurriculum verabschiedet, welches psychologische und ärztliche Fachkolleg:innen in die Lage versetzen soll, klinische Gutachten zu psychisch reaktiven Traumafolgen und ihrer Genese in sozialrechtlichen Verfahren fachkompetent zu erstellen. Die von der DeGPT entwickelten Standards für die schriftliche Gutachtenerstellung sollen dabei eine ausreichend begründete und für Dritte nachvollziehbare Beurteilung garantieren, die in der Praxis nicht immer gegeben ist.
In diesem Workshop sollen die speziellen Probleme anhand von Fallbeispielen (gerne auch mitgebrachte Fälle von Teilnehmer:innen) illustriert, die Standards der DeGPT zur Gutachtenerstellung der DeGPT erläutert und auf Besonderheiten bei der gutachterlichen Exploration und Beurteilung hingewiesen werden.
http://www.degpt.de/curricula/degpt-curriculum-begutachtung.html
Es ist davon auszugehen, dass mindestens 5-10 % der knapp 122 Millionen Menschen (UNHCR 2025), die weltweit auf der Flucht sind, lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* oder queere (LSBTIQ) Personen sind. Sie kommen aus Ländern, in denen ihnen die Meinungsfreiheit abgesprochen wird, sie kriminalisiert oder strafrechtlich verfolgt werden. Sie sind privater und staatlicher Gewalt ausgesetzt, werden gesellschaftlich ausgegrenzt.
LSBTIQ Menschen erleben auf der Flucht und bei ihrer Ankunft in Deutschland häufig ähnliche, potentiell traumatische Bedrohungen und Gewalt. Sie sind intersektional von Diskriminierung betroffen und damit hohen psychischen und chronischen Belastungen ausgesetzt. Ein niedrigschwelliger Zugang zum Hilfesystem, insbesondere zu psychosozialer Beratung und Psychotherapie spielt für LSBTIQ Geflüchtete eine besonders wichtige Rolle und stellt gleichzeitig eine oft unüberwindbare Herausforderung dar.
In dem Workshop wollen wir auf die besondere Situation von geflüchteten LSBTIQ eingehen und ein Raum zu Diskussion und Austausch öffnen: Wie können die Lebensrealitäten queerer Schutzsuchender intersektional begriffen und in Beratung und Psychotherapie adäquat begleitet werden? Wie können Klient:innen in ihrer Selbstbestimmtheit und Ressourcen gesehen und Zugänge zum Hilfe- und Gesundheitssystem hergestellt werden? Neben der Vermittlung von theoretischen Inhalten wollen wir aus der Praxis berichten, Übungen zur Selbstreflektion durchführen und uns mit der affirmativen Haltung von Berater:innen und Psychotherapeut:innen in der Arbeit auseinandersetzen.
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (DBT-PTBS) ist eine modulare Psychotherapie zur Behandlung der komplexen PTBS. Zentrale Therapieziele sind a) die Verbesserung der Emotionsregulation, b) die Reduktion von sekundären traumaassoziierten Emotionen wie Schuld und Scham, c) die Reduktion der Belastung durch primäre traumassoziierte Emotionen, d) die Verbesserung von Selbst- und Körperbild sowie e) die Stärkung der Akzeptanz der traumatischen Ereignisse und der Aufbau eines sinnerfüllten Lebens. Zur Erreichung dieser Behandlungsziele werden Emotionsregulationsstrategien vermittelt, traumafokussierende kognitive und expositionsbasierte sowie akzeptanzbasierte Interventionen durchgeführt. Dabei orientiert sich die DBT-PTBS an einen in Therapiephasen zeitlich organisierten Therapieablauf unter zusätzlicher Berücksichtigung einer dynamischen Behandlungshierarchie wie sie auch die Standard-DBT vorgibt. In jeder Therapiephase stehen verschiedene Behandlungsmodule zur Verfügung, die nach Wenn-Dann-Algorithmen ausgewählt werden. Zwei unkontrollierte und zwei randomisiert-kontrollierte Studien konnten eine hohe Akzeptanz, Sicherheit und Effektivität der DBT-PTBS belegen.
Im Workshop werden die Prinzipien und die Behandlungsphasen der DBT-PTBS im Überblick dargestellt.
Die interdisziplinär zusammengesetzte DeGPT-AG Trauma und Justiz geht in ihrem Workshop auf der diesjährigen Preconference vertieft auf den Umgang mit traumatisierten Personen im Kontext strafrechtlicher Verfahren ein. Vor der finalen Veröffentlichung der soweit fertiggestellten Handreichungen sollen die entsprechenden Themen im Workshop unter Einbezug der Praxiserfahrungen der Teilnehmenden diskutiert und weiter geschärft werden. Die vorgestellten Themen reichen von den Grundzügen der Aussagepsychologie und deren Relevanz für therapeutisches Handeln über realistische Erwartungsklärung bei Anzeigeabsicht bis hin zu dokumentationsbezogenen und rechtlichen Fragen im Vorfeld einer Aussage. Weitere Schwerpunkte bilden die Rolle der Therapeutinnen als sachverständige Zeuginnen vor Gericht, typische Abläufe von Strafverfahren sowie Herausforderungen rund um Retraumatisierungsrisiken. Ziel des Workshops ist ein offener Austausch über Hürden, Widersprüche und gelingende Praktiken an der Schnittstelle von Therapie, Aussage und Justiz. Neben der Vorstellung der Handreichungen wird dem allgemeinen Austausch über strukturelle und inhaltliche Stolpersteine und Chancen an der Schnittstelle Trauma und Justiz Raum gegeben.
In frühen Phasen ihrer wissenschaftlichen Karriere ist es für angehende Forscher:innen besonders wichtig, Routine im Schreiben von wissenschaftlichen Artikeln zu entwickeln. Auch das Knüpfen von Kontakten und der Austausch mit Kolleg:innen spielt eine wichtige Rolle. In diesem von der Zeitschrift „Trauma und Gewalt“ ausgerichteten Workshop haben Nachwuchswissenschaftler:innen die Gelegenheit an einem konkreten Manuskript mitzuwirken, das später in „Trauma und Gewalt“ publiziert werden soll sowie Kontakte zu knüpfen und zu erweitern und eine Basis für weitere Kooperationen zu legen. Im Workshop soll unter Betreuung der beiden Leiter:innen ein Manuskript vorbereitet und geschrieben werden. Der Schreibprozess wird über den Workshop hinaus begleitet. Zielgruppe sind Kolleg:innen, die sich in frühen Phasen ihrer Karriere befinden (z.B. Masterand:innen und Doktorand:innen). Von den Teilnehmenden wird Folgendes erwartet:
1.) Teilnahme am Vorbereitungstreffen (online)
2.) Vollständige Anwesenheit am Workshop
3.) Teilnahme an zwei Videokonferenzen in den folgenden Monaten
4.) Erledigung von spezifischen Aufgaben nach jeder der drei Konferenzen
5.) Beteiligung an der Finalisierung des entstehenden Manuskripts
Rassismus ist ein belastender Faktor, der zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Symptome beitragen kann – wird in der Praxis jedoch häufig nicht ausreichend als solcher erkannt oder benannt. Der Workshop bietet Raum für die Auseinandersetzung mit Rassismus als ätiologischem Faktor und lädt dazu ein, diese Perspektive professionell und sprachlich fassbar zu machen – zwischen therapeutischer Haltung und den Anforderungen in der psychotherapeutischen Regelversorgung. Nach einem kurzen Input zur Wirkung von Rassismus auf psychische Gesundheit folgt eine vertiefende Fallarbeit in Kleingruppen: In Teil 1 steht die Frage im Fokus, wie Rassismus in der individuellen Krankheitsentwicklung wirksam geworden sein könnte – und wie dies in eine rassismussensible Fallkonzeption einfließen kann. So soll geübt werden, rassismusbedingte Belastung nicht nur als Kontext, sondern als relevanten ätiologischen Faktor zu verstehen und sprachlich präzise zu erfassen. In Teil 2 wird erarbeitet, wie sich psychische Belastungen im Zusammenhang mit Rassismus in der Therapieplanung, Zielsetzung und Beziehungsgestaltung abbilden lässt – einschließlich der Reflexion eigener Anteile. Im Mittelpunkt steht die Annäherung an eine therapeutische Haltung, die sich mit diesen komplexen Erfahrungen auseinandersetzt.
Zum Abschluss folgt eine gemeinsame Zusammenführung zentraler Gedanken. Ich teile meine Perspektive als suchende Praxis und mit dem Wunsch nach kollegialem Weiterdenken und offener Auseinandersetzung mit strukturellen Herausforderungen.
Vor allem nach sexueller Gewalt und anderen potenziell traumatisierenden Erfahrungen mit Sexualität fällt es Betroffenen oft schwer, sich in intimen Begegnungen sicher und wohl zu fühlen. Doch auch körperliche und emotionale Gewalt, Vernachlässigung, traumatisch erlebte Geburten oder medizinische Eingriffe können Spuren hinterlassen.
Sind Betroffene in der Sexualität getriggert, drängen sich Erinnerungen an das Trauma ins Bewusstsein. Viele vermeiden deshalb Sexualität oder halten überforderndes Wiedererleben aus, dissoziieren oder haben Schmerzen. Andere leben (Online-)Sexualität impulsiv, unkontrolliert und suchtartig.
Weil sie Bedürfnisse und Grenzen nicht gut wahrnehmen können, fällt es vielen Betroffenen zudem schwer, intime Begegnungen einvernehmlich zu gestalten und zu erkennen, wann es gefährlich wird. Damit wächst nicht nur ihr Risiko für Retraumatisierung oder Reviktimisierung in Partnerschaften oder beim Dating, sondern auch für körperliche Verletzungen, ungewollte Schwangerschaften, sexuell übertragbare Infektionen und Grenzverletzungen gegenüber anderen.
Auch langfristig kann es zu vielfältigen Auswirkungen kommen: etwa zu Spannungen in Beziehungen, zu Trennungen, Partnerlosigkeit und unerfüllten Wünsche nach Elternschaft und Familie, aber auch zu psychischen Krisen und körperlichen Beschwerden.
Der Kurs eröffnet einen kompakten Einstieg in die Thematik. Sie erfahren …
Hochbelastende Lebensereignisse, wie der traumatische Tod einer nahen Bezugsperson, das Bezeugen von Suizid oder tödlicher Gewalt können weitreichende klinische und psychosoziale Folgen haben. Kinder befinden sich entwicklungsbedingt in einer grundlegend anderen Position als Erwachsene, wenn es zu potenziell traumatisierenden Lebensereignissen kommt. Das hat vielfältige Auswirkungen für die konkrete Begleitung von Kindern und Bezugspersonen. Die richtige Einschätzung kindlicher Belastungsschwere, die zentrale Bedeutung des Bezugspersonenverhaltens für kindliche Verarbeitungsmöglichkeiten und Möglichkeiten und Risiken „kindgerechter“ Erklärungsmodelle sind nur einige Beispiele.
In diesem Kurzworkshop sollen vor dem Hintergrund aktueller bindungstheoretischer und psychotraumatologischer Erkenntnisse konkrete Empfehlungen zur Begleitung von Kindern, Bezugspersonen und Fachkräften nach Extremereignissen vorgestellt und typische Risiken in der Akutbetreuung aufgezeigt werden. Praxisorientiert soll auf unterschiedliche Zielsetzungen der Krisenintervention im Zeitverlauf ebenso wie auf Unterstützungsmöglichkeiten bei einer größeren Anzahl Betroffener eingegangen werden.
Mit der Einführung der ICD-11 wurde ein bedeutender Paradigmenwechsel vollzogen: Das Erleben von Geschlechtsinkongruenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird nicht länger als psychische Störung klassifiziert, sondern unter der neuen Kategorie „Zustände im Zusammenhang mit sexueller Gesundheit“ („conditions related to sexual health“) geführt. Diese Entpathologisierung markiert einen zentralen Fortschritt in der medizinischen und psychotherapeutischen Bewertung geschlechtlicher Vielfalt.
Mit der Veröffentlichung der S2k-Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen“ im März 2025 liegt nun erstmals ein interdisziplinär abgestimmter Versorgungsstandard für Fachkräfte aus Psychotherapie, Medizin und Beratung vor. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit einer entpathologisierenden, diskriminierungssensiblen Haltung und die Bedeutung individualisierter, affirmativer Unterstützungsangebote. Sie orientiert sich an internationalen Empfehlungen, u.a. der American Psychological Association sowie der European Association for Transgender Health (EPATH/WPATH).
Im Workshop wird nach einer zusammenfassenden Darstellung der S2k-Leitlinie der Schwerpunkt auf affirmativen Versorgungsansätzen im psychologischen und psychotherapeutischen Setting liegen. Praxisnah werden sowohl die Transitionsbegleitung im Jugendalter als auch die Anpassung der traumafokussierten CBT für LGBTQI+ Kinder und Jugendliche und deren Bezugspersonen vorgestellt.
Rassismus-induziertes Trauma umschreibt schwerwiegende Belastungsreaktionen, die durch kontinuierliche Ausgrenzungs- und Abwertungserfahrungen, aber auch direkte bzw. (kollektiv) vermittelte rassistische Gewalterfahrungen entstehen. Rassismus als Diskriminierungsform auf struktureller, institutioneller und interpersoneller Ebene ist kontinuierlich wirksam und hat erhebliche unmittelbare sowie transgenerationale Auswirkungen. Bekannt sind Folgen für rassifizierte Körper, für das Selbst- und Weltbild von Individuen und Communities, für die Beziehungs- und Lebensqualität sowie für die psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit bis hin zur Lebenserwartung.
In diesem Workshop möchten wir Wissen zu Lebensrealitäten und potenziellen Ursachen für Rassismus induziertes Trauma zur Verfügung stellen, die aus weiß positionierter Perspektive bislang oftmals unerkannt bleiben bzw. auf Empathielücken treffen. Mit Hilfe von Beispielen aus der Praxis sollen Rassismuserfahrungen sowie unsere verfahrensübergreifenden Handlungsansätze nachvollziehbar gemacht werden. Grundlage für die machtsensible Analyse struktureller Gewalt ist, die eigene soziokulturelle Positioniertheit hinsichtlich Rassismus und intersektierender Diskriminierungsformen reflektieren und einordnen zu können, um eigene Wahrnehmungs- und Handlungsmuster zu erkennen und eine belastbare therapeutische Haltung und Arbeitsweise zu entwickeln.
Ziele: Teilnehmende sollen ein vertieftes Verständnis von Rassismus bzw. Rassismus induziertem Trauma entwickeln, die eigene Positioniertheit, einhergehende Ressourcen und Herausforderungen kritisch einschätzen und nutzen lernen, sowie die eigene Arbeitsweise nachhaltig rassismuskritisch reflektieren und anpassen lernen. Eine aktive Teilnahme an Selbsterfahrungsübungen sowie das Einbringen eigener klinischer Erfahrungen trägt bei und wird erbeten.
Leider gibt es auch heute noch keine verfügbare Versorgung für traumatisierte Menschen mit SIE (Störung der intellektuellen Entwicklung / ICD 11), wie auch für Menschen mit Autismusspektrumstörungen (ASS) und/ oder Menschen mit schweren chronischen psychischen Erkrankungen, wie chron. Psychosen. Obwohl bei vielen dieser Klienten Traumafolgestörungen (auch komplexe) vorliegen und die Symptome teils ursächlich für die herausfordernden Verhaltensweisen sind, wurden Traumatisierungen in der Vorgeschichte in der Regel nicht abgeklärt, entsprechend nicht diagnostiziert und passende Hilfsangebote nicht angeboten.
Ausbildungsangebote gehen selten auf diese Personengruppen ein, weshalb sowohl stationäre, als auch ambulante Trauma-Therapieangebote diese Personengruppen häufig nicht behandeln. Unsicherheiten, fehlendes Wissen und Erfahrung behindern eine Verbesserung dieser Situation.
Grundsätzlich unterscheidet sich der Bedarf und die Begleitung nicht von der «üblichen» Traumabegleitung und -therapie. Manches benötigt mehr Zeit, einfachere Sprache / Worte, Hilfsmittel und Materialien teils aus dem Kinder- und Jugendbereich, aber diese notwendigen Anpassungen sind nicht so aufwendig und schwierig, wenn grundsätzlich die Bereitschaft besteht, mit diesen Menschen in Not zu arbeiten.
In diesem Workshop wird anhand von Praxisbeispielen vorgestellt, hinter welchen Symptombildern sich Traumafolgestörungen verstecken können. Material, das sich in der Praxis bewährt hat, Diagnoseinstrumente in Leichter Sprache und die Empfehlungen der neuen S3 Leitlinie PTBS für diese Klientel werden präsentiert. Ergänzend wird auch eine indirekte Diagnosemöglichkeit anhand eines psychologisch-pädagogischen Instrumentes, das auf Beobachtung durch das Umfeld basiert, vorgestellt, das zur Diagnostik schwerer beeinträchtigter Menschen genutzt werden kann, die nicht sprechen können.
Grußworte
Die Eröffnung der Tagung findet im Audimax im Gebäude Forum 3 des CVK (Campus Virchow Klinikum) statt.
Gerade in den letzten Jahren ist ein bedrohlicher Anstieg sowohl rassistischer als auch antisemitisch motivierter Gewalttaten verzeichnet worden. Der rechtsextreme Anschlag vom 09. Oktober 2019 in Halle hat zudem demonstriert, wie tief Rassismus und Antisemitismus miteinander verwoben sind und wie wichtig es ist, sich gemeinsam gegen Anfeindungen und Gewalt zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig zeigt sich jedoch immer wieder, wie schwierig ein solches gemeinsames Handeln ist: Die Erfahrungen und Formen von Betroffenheit weisen oft weit auseinander und werden schnell gegeneinander ausgespielt.
Am Fall des konflikthaften Verhältnisses von Rassismus und Antisemitismus sollen im Vortrag Möglichkeiten und Grenzen eines intersektionalen Ansatzes diskutiert werden. Inwiefern kann die Perspektive der Intersektionalität dazu beitragen, Verbindungen und solidarische Allianzen zwischen antisemitismuskritischen und rassismuskritischen Anliegen zu schaffen? Ich gehe davon aus, dass sie hierfür zwar vielversprechende Anknüpfungspunkte liefert, für sich genommen jedoch unzureichend bleibt. Denn der Ansatz der Intersektionalität lässt nur begrenzten Raum, um strukturelle Differenzen zwischen Diskriminierungsformen zu erfassen. Zwar stellt er deren Verwobenheit ins Zentrum, neigt dabei allerdings zur Vereinheitlichung. Demgegenüber ist in künstlerischen und erinnerungspolitischen Auseinandersetzungen mit rechter Gewalt immer wieder die Idee von Bündnissen in Differenz erprobt worden, die einer Vereinheitlichung widerstehen. Anhand dieser Arbeiten sollen daher die Konturen einer solchen Bündnispolitik nachgezeichnet werden, um den Ansatz der Intersektionalität daran weiterzudenken.
Rassismus stellt in Deutschland ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen dar, welches den Alltag von BPoC prägt. Welche psychischen Auswirkungen diese allgegenwärtigen Erfahrungen von Rassismus haben können, ist in Deutschland bislang nur wenig untersucht. Hunderte von Untersuchungen aus dem angloamerikanischen Raum belegen jedoch den Zusammenhang zwischen Rassismuserfahrungen und psychischen Störungen wie Depressionen, Angststörungen und Substanzmissbrauch. Darüber hinaus zeigen Studien Zusammenhänge zwischen Rassismuserfahrungen und PTBS-äquivalenten Stress- und Traumareaktionen, die jedoch aufgrund des Fehlens des A-Kriteriums einer PTBS gemäß DSM-V nicht als PTBS diagnostiziert werden können. Mit der Folge, dass rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen, nicht oder nur unzureichend behandelt werden. Mit Konzepten wie „racial trauma“ oder „race-based traumatic stress injury“ und darauf basierenden Instrumenten können rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen diagnostisch erfasst werden. Neben der Darstellung dieser diagnoserelevanten Reflexionen werden im Vortrag kognitiv-behaviorale Zugänge zur Behandlung rassismusbedingter Stress- und Traumareaktionen vorgestellt.
Rassistische Diskriminierung stellt für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland eine alltägliche Erfahrung dar – mit erheblichen Folgen für ihre psychische Gesundheit. Aktuelle Daten des NaDiRa-Monitorings 2025 zeigen, dass Schwarze, muslimische und asiatische Jugendliche überdurchschnittlich häufig sowohl subtilen wie auch offenen Formen rassistischer Ausgrenzung ausgesetzt sind. Diese Erfahrungen sind kein Randphänomen: Rund ein Drittel der Betroffenen berichtet von moderaten bis schwerwiegenden depressiven Symptomen und Angstsymptomen. Besonders gravierend sind die engen Zusammenhänge mit Suizidalität und nicht-suizidaler Selbstverletzung, die in jüngeren Studien konsistent belegt wurden. Vorgestellt werden erste Ergebnisse einer von der Antidiskrimierungsstelle des Bundes geförderten Studie mit 460 Jugendlichen, die mithilfe partizipativer Verfahren und intensiver Längsschnittmethoden (Ambulatory Assessment) untersucht hat, wie sich Alltagsdiskriminierung auf Belastungs- und Bewältigungsprozesse auswirkt. Zentrales Anliegen ist dabei die Rekonstruktion der subjektiven Perspektiven der Jugendlichen, die über einen Zeitraum von einem Monat täglich ihre Differenz- und Diskriminierungserfahrungen in Kurzessays dokumentiert haben. Erste Befunde deuten darauf hin, dass Diskriminierung nicht nur individuelle Belastungen verstärkt, sondern auch weitreichende strukturelle Konsequenzen nach sich zieht – etwa einen drastischen Vertrauensverlust in zentrale gesellschaftliche Institutionen wie Polizei, Justiz oder Schule. Diese Ergebnisse leiten zu einer zentralen Frage über: Wie kann Kinder- und Jugendpsychotherapie derartigen Erfahrungen angemessen begegnen? Und welche konzeptionellen Ansätze sind erforderlich, um Diskriminierungserfahrungen systematisch in psychotherapeutische Versorgungskonzepte zu integrieren – als Grundlage für eine gerechte, wirksame und diskriminierungssensible psychotherapeutische Praxis?
Überarbeitung der S3-Leitlinie PTBS: Was hat sich geändert?
Ingo Schäfer, Thomas Ehring, Ulrich Frommberger, Britta Jacobsen, Christine Knaevelsrud, Astrid Lampe, Kirsten Lehmann, Cosima Leithner, Andreas Maercker, Paul Plener, Rita Rosner, Bianca Schreyer, Carsten Spitzer
Die aktuelle Revision der S3-Behandlungsleitlinie für PTBS: Die Diagnostik der (k)PTBS im Erwachsenenalter
Laura Nohr, Christine Knaevelsrud, Niels Bergemann, Markus Burgmer, Brigitte Lueger-Schuster, Heinrich Rau, Gerd D. Wilmund, Helen Niemeyer
Psychotherapeutische Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung – aktuelle Empfehlungen der S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung
Thomas Ehring, Cosima Leithner, Markus Burgmer, Thomas Frodl, Britta Jacobsen, Kirsten Lehmann, Verena Semmlinger, Bianca Schreyer, Regina Steil, Lutz Wittmann
Behandlung der PTBS bei Kindern und Jugendlichen – aktuelle Empfehlungen der S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung
Rita Rosner, Cosima Leithner, Kirsten Lehman, Britta Jacobsen, Anna Georg, Paul Plener, Cedric Sachser, Bianca Schreyer
Das Sozio-Kulturelle und Strukturelle Addendum (SCSA) zum International Trauma Interview (ITI): Entwicklung und Pilotprojekt
Eva Heim, Marion Bovey, Nadine Hosny, Kristina Wirth
Funktionieren und Leisten trotz komplexer PTBS: Traumafolgen vor dem Hintergrund Schweizer Wertorientierungen
Rahel Bachem, David Eberle, Karin Schraner, Amelie Mazza, Andreas Maercker
K-METTA (Kognitive Techniken und Metta-Meditationen) zur Reduktion der PTBS sowie traumabezogener Schuld- und Schamgefühle nach interpersonellen Gewalterfahrungen: Ergebnisse einer quasi-experimentell
Meike Müller-Engelmann, Corinna Schreiber, Stella Kümmerle
Die Bedeutung von Diskriminierungserfahrungen und Akkulturation für psychische und somatische Beschwerden: Fragebogenuntersuchung bei Menschen mit afghanischer und irakischer Nationalität in Leipzig
Kim Schönenberg, Maike Garbade, Katharina Beck, Jenny Eglinsky, Jacob Segler, Katja Seitz, Freya Specht, Emilia Wittek, Ingo Schäfer, Yuriy Nesterko, Heide Glaesmer
Diskriminierungserfahrungen im Therapiekontext bei traumatisierten Geflüchteten: Zusammenhang mit Psychopathologie, Relevanz und subjektives Erleben im Behandlungsverlauf
Irem Basay, Marouane Mahmoudi, Theresa Koch, Britta Dumser
Diskriminierungserfahrung von Menschen mit Fluchterfahrung in der gesundheitlichen Versorgung: Früherkennung besonders Schutzbedürftiger als erste Gegenmaßnahme
Alexandra Liedl, Julia Fischer-Ortman, Kirstin Schwarz-Klatt, Claudia Oelrich, Ingo Schäfer
Position beziehen - der Umgang mit Rassismuserfahrungen in der psychotherapeutischen Praxis
Barbara Abdallah-Steinkopff
Nicht nur im Kopf: Symptome der Depersonalisation und Derealisation als Risikofaktoren für körperliche Erkrankungen in der deutschen Allgemeinbevölkerung
Christina Kirchhoff, David Riedl, Hanna Kampling, Tobias Nolte, Johannes Kruse, Samuel Eke, Cedric Sachser, Jörg M. Fegert , Vera Clemens, Elmar Brähler, Vincent Grote, Astrid Lampe
Die somatische Belastungsstörung im Zusammenhang mit Persönlichkeitsfunktionen, epistemischem Vertrauen und Erfahrungen von Missbrauch in der Kindheit: Eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe
Hanna Kampling, David Riedl, Astrid Lampe, Tobias Nolte, Elmar Brähler, Mareike Ernst, Jörg M. Fegert, Tobias Geisel, Nora Hettich-Damm, Lina Krakau, Sandra Zara, Johannes Kruse
Geschlechtsspezifische Zusammenhänge zwischen belastenden Kindheitserfahrungen und schizotypischen Merkmalen – eine Beobachtungsstudie an gesunden jungen Erwachsenen
Christina Kirchhoff, Samuel Robin, David Riedl, Samuel Eke, Katharina Hüfner, Gabrielle Scantamburlo, Felix Scholte, Marius Brandenberg, Anna Steiner, Noemi Dannecker, Werner Surbeck, Philipp Homan
Von Clustern zu Symptomnetzwerken: Die Psychopathologische Struktur traumatischer Erlebnisse
Samuel Eke, Christina Kirchhoff, Astrid Lampe, Hanna Kampling, Tobias Nolte, Johannes Kruse, Cedric Sachser, Jörg M. Fegert, Vera Clemens, Elmar Brähler, Vincent Grote, David Riedl
Stresssymptome und Stigmatisierung nach einem Schwangerschaftsabbruch: Die Rolle von Kindheitstraumata
Elisabeth Conrad
Traumatische Erfahrungen im Kontext der Geburt: Ein unterschätztes Risiko in Forschung und Versorgung?
Caroline Meyer
Diskriminierung und psychische Gesundheit in Deutschland: Zunehmende Beachtung, aber anhaltende Lücken
Josephine Dehnbostel
FAIRness in der Psychotraumatologie: Chancen für einen Geschlechter- und Diversitätssensiblen Erkenntnisgewinn
Stephanie Haering
Was ist Dissoziation? Ein Vergleich aktueller konzeptueller Ansätze und Fragebögen in Klinik und Forschung
Johannes Heekerens
Visuell-taktile Integration und kardiale Regulation bei Selbst- und Fremdberührung in Patient:innen mit Depersonalisations-Derealisationsstörung und Borderline Persönlichkeitsstörung
Anne Felsenheimer, Sascha Woelk, Aishlyn Angill-Williams, Sarah Garfinkel
Autobiographisches Denken und Kohärenz von Lebensnarrativen bei Menschen mit dissoziativer Identitätsstörung: Ein Vergleich zwischen Erwachsenen, Kindern und Menschen mit psychotischen Erkrankungen
Donath Wencke
Welche Skills helfen bei akuter Depersonalisation und Derealisation? Erfahrungen von Betroffenen und Therapeut:innen mit anti-dissoziativen Fertigkeiten
Sarah Danböck
(Politisch motivierte) Zwangsadoptionen in der DDR – Begriffsbestimmung, Forschungsstand und das Begriffsverständnis der Betroffenen
Heide Glaesmer
Mediale und politische Debatten um die „DDR-Zwangsadoptionen“ seit den 1970er-Jahren
Heiner Fangerau, Nils Löffelbein
Psychologische Aspekte des Begriffs „Zwangsadoption“
Emilie Compera, Heide Glaesmer
Zwangsadoption aus Sicht der betroffenen Eltern – Erfahrungen und psychische Langzeitfolgen
Doreen Hoffmann, Birgit Wagner
Komplexe Posttraumatische Belastungsstörungen im stationären Setting
Pascal Fischer
Anwendung der TF-KVT bei komplexer PTBS im Kindes- und Jugendalter
Veronica Kirsch
EMDR in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer kPTBS
Kerstin Stellermann-Strehlow
Metakognitive Therapie für Jugendliche mit kPTBS
Michael Simons
Die Auswirkungen von Traumatisierung auf die soziale Teilhabe
Louisa Lorenz
Dieses Symposium hat eine Dauer von 120 Minuten und beginnt um 10.45 Uhr und endet um 13.00 Uhr. Es gliedert sich in zwei inhaltlich aufeinander aufbauende Abschnitte, die direkt nacheinander stattfinden. Die Teilnahme ist nur für das gesamte Symposium möglich. Bitte beachten Sie dies bei Ihrer Planung.
Individualized and Group Therapeutic Approaches in Trauma-Informed Care: The Example of BEAR, Building Empowerment and Resilience Therapeutic Group, for Adolescents
Darlene Alicia Hörle, Julia Schwarzenberg, Lisa Kastberger, Kathrin Kollndorfer, Jennifer Keller, Paul Plener
Jugendliche mit dem Lebensmittelpunkt „Straße“ in traumasensibler, niedrigschwelliger Versorgung
Manuela Grötschel
Jugend und Sucht – in einer Welt der Täuschung und Enttäuschung
Nadja Springer
Die Auswirkungen von Traumatisierung auf die soziale Teilhabe
Louisa Lorenz
Dieses Symposium hat eine Dauer von 120 Minuten und beginnt um 10.45 Uhr und endet um 13.00 Uhr. Es gliedert sich in zwei inhaltlich aufeinander aufbauende Abschnitte, die direkt nacheinander stattfinden. Die Teilnahme ist nur für das gesamte Symposium möglich. Bitte beachten Sie dies bei Ihrer Planung.
Was wissen Bezugspersonen über die psychische Gesundheit ihrer Kinder? – „Ich weiß es nicht“ Antworten im International Trauma Questionnaire – Caregiver-Version (ITQ-CG)
Brigitte Lueger-Schuster, Dina Weindl-Wagner, Andrea Zagaria, Moritz Russo, Irina Zrnic Novakovic, Karin Zajec, Judith Noske, Alexander Haselgruber
Eine explorative Untersuchung von Faktoren der Dissoziationsneigung bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen
Cedric Sachser, Rita Rosner, Elisa Pfeiffer, Dina Weindl-Wagner, Moritz Russo, Alexander Haselgruber, Andrea Zagaria, Karin Zajec, Judith Noske, Brigitte Lueger-Schuster
Borderline und KPTBS – Differentialdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen
Andreas Witt, Conrad Wiehl, Michael Kaess, Marialuisa Cavalti
Dissoziative Reaktionen während der Therapie – Risikofaktor für die Entwicklung einer Sekundärtraumatisierung?
Judith Daniels, Hana Hartmannova
Die Rolle von Empathie für die Symptomentwicklung nach bezeugtem Trauma: Eine fMRT-Studie
Annika Konrad, Fée Ona Fuchs, Sebastian Trautmann, Philipp Kanske
The Stanford Multifaceted Dissociation Questionnaire: A Three-Facet Measure of Trait and State Dissociation
Johannes Heekerens
Rassismus, Trauma und Psychotherapie – erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt RaDiGe
Helena Dieterle, Miriam Nicolai, Nora Hettich-Damm
„Ich schlucke das runter – ich musste das lernen“ Vorstellung von INTERSECT, einer qualitativen-partizipativen Studie zu intersektionaler Diskriminierung im psychosozialen Gesundheitswesen
Neneh Rosalía Quadflieg, Patiani Batchati, Alva Träbert, Eike Leidgens, Mirjam Faissner
Psychische Belastung, Ausschlusserfahrungen und psychosoziale Versorgung von obdach- und wohnungslosen schwangeren Frauen: Ein Scoping Review
Sophie Aimée Tietjen, Franka Metzner, Silke Pawils
Endokrine Veränderungen bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung: Die Rolle von Testosteron
Katja Wingenfeld
Der Einfluss von THC auf Furcht-Extinktion, verbales Gedächtnis und Empathie bei Patientinnen und Patienten mit PTBS und gesunden Probandinnen und Probanden: Eine randomisierte, kontrollierte Studie
Eugenia Kulakova
Biologische Stresssysteme und intrusive Erinnerungen: Evidenz aus dem Trauma-Film-Paradigma
Stefan Röpke
Belastende Kindheitserfahrungen, Traumafolgesymptome und Schmerzsymptome bei jungen, norwegischen Erwachsenen mit Heimerziehungserfahrung
Inga Schalinski
Beobachtete häusliche Gewalt in der Kindheit und internalisierende Probleme im Erwachsenenalter: Ergebnisse der schweizweiten Kohortenstudie «Jugendhilfeverläufe: Aus Erfahrung lernen (JAEL)»
Katharina Beck
Viktimisierung vor der Unterbringung als Prädiktor für Grenzverletzungen innerhalb stationärer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen: Eine empirische Analyse
Miriam Weber
Aufsuchende Familientherapie im Kontext elterlicher Vernachlässigung und Gewalt: Multisystemische Therapie Kindesschutz (MST-CAN)
Tom Kirsch
Psychotherapie der Posttraumatischen Belastungsstörung
Kathlen Priebe
Prolonged Exposure (PE)
Marc Burlon
Cognitive Processing Therapy (CBT)
Meike Müller-Engelmann
Eye-Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)
Oliver Schubbe
Epistemisches Vertrauen bei Kindern und Jugendlichen mit fluchtbedingten Traumafolgeerkrankungen
Meike Nitschke-Janssen, Frederike Aschemeyer
Psychische Gesundheit und Partizipation bei Geflüchteten: Zusammenhänge und Implikationen
Miriam Matter, Katrin Schock, Mina Stefanovic
Arabic-Speaking Refugees' Experiences of Psychotherapy: A Qualitative Client Change Interview Study of the Almamar App and Face-to-Face Treatment in Germany
Laura Nohr, Sebastian Burchert, Rayan El-Haj-Mohamad, Lina Fakih, Christine Knaevelsrud, Hannah Nilles, Zaid Salloum, Nadine Stammel, Birgit Wagner, Johanna Böttcher, Jowan Rashed
Entwicklung eines Konzeptes zur Dissemination und Implementierung eines Peer-gestützten Ansatzes zur psychosozialen Unterstützung traumatisierter Geflüchteter
Anna Simbürger, Julia Andersch, Anna Berckhemer, Sascha Milin, Tabasam Saidzad, Ingo Schäfer, Candelaria Mahlke
Zwei Jahrzehnte arabischsprachige Online-Therapie – Wirksamkeit, Evidenz und Erfahrungen
Birgit Wagner, Christine Knaevelsrud
Internetbasierte Behandlungen arabischsprachiger Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung – Anwendbarkeit, Wirksamkeit, Nachhaltigkeit
Jana Stein, Max Vöhringer, Birgit Wagner, Nadine Stammel, Yuriy Nesterko, Maria Böttche, Christine Knaevelsrud
Wie erleben arabischsprachige Klient:innen eine internetbasierte Psychotherapie?
Rayan El-Haj-Mohamad, Laura Nohr, Nadine Stammel, Zaid Salloum, Birgit Wagner, Maya Böhm, Yuriy Nesterko, Maria Böttche, Christine Knaevelsrud
Ein lösungsorientiertes Online-Beratungsprogramm für die SWANA-Region: Entwicklung, Anpassung und Integration in das Ilajnafsy-Angebot
Sophie Clever, Majdy Aldoibal
Poster 1
Psychisch kranke Patient:innen mit rechtsextremistischer Einstellung
Thea Rau
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Poster 2
Komplexe Posttraumatische Belastungen bei Betroffenen von Partnerschaftsgewalt
Julia Deller, Julia Treml, Anette Kersting
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Poster 3
Integrating Art Therapy Techniques in Racial Stress and Trauma Treatment: Therapists’ Perspectives on Benefits, Challenges, and Techniques
Susanne Birnkammer, Sophia M. Gran-Ruaz, Claudia Calvano, Monica Mikhail, Monnica T. Williams
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Poster 4
Die Auswirkungen der psychischen Gesundheit auf Entstehung und Verlauf von Long COVID – Eine längsschnittliche Studie
Moritz Russo, Irina Zrnić Novaković, Annett Lotzin, Brigitte Lueger-Schuster
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Poster 5
Trauma-Informed Care in the Healthcare of Transgender and Gender-Diverse People in Germany: A Qualitative Data Analysis
Hannah Borcherding, Marlena Itz, Bernhard Strauß, Timo Nieder
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Poster 6
Effekte einer Kurzzeit-Intervention: Resilienz, Veränderung von PTBS- und Depressionssymptomen und potenzielle soziodemografische Moderatoren bei ukrainischen Geflüchteten
Melanie Metz
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Poster 7
Der Einfluss arbeitsbezogener Faktoren auf die psychische Gesundheit von Peer-Berater:innen in der Geflüchtetenhilfe: Chancen und Herausforderungen
Magdalena Rühl
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Poster 8
Post-Migrationsstress und psychische Gesundheit junger Erwachsener: Soziale Unterstützung als Moderator
Janine Bacher, Lena Zarifoglu, Christina Stadler
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Poster 9
Beyond the barriers: Addressing the stigma of patient communication and help-seeking for mental health in Switzerland
Bastian Berghändler, Manuel P. Stadtmann, Shauna L. Rohner
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Poster 10
Cognitive Restructuring and Imagery Modification (CRIM) zur Veränderung belastender Selbstbilder bei Patient:innen mit PTBS – Studiendesign und erste Ergebnisse
Lea Seule, Meike Müller-Engelmann
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Poster 11
Die Interaktion von Misophonie und PTBS im Kindes- und Jugendalter: Eine Netzwerkanalyse
Anna Lachmann, Fabienne Krech, Elisa Pfeiffer
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Poster 12
Sicherung der Adhärenz bei ambulanten CAR-Messungen in einer klinischen PTBS-Population
Ayse Ezgi Torla, Sebastian Laufer, Christine Knaevelsrud, Sarah Schumacher
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Poster 13
Was folgt auf die Stabilisierung? Einfluss von Kindheitsmissbrauch und -vernachlässigung auf die post-stationäre Versorgung nach akuter suizidaler Krise oder Suizidversuch
Jana Serebriakova, Thomas Forkmann, Tobias Teismann, Laura Paashaus, Dajana Schreiber, Georg Juckel, Heide Glaesmer
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Poster 14
Prävalenz von potenziell traumatischen Ereignissen, PTBS, Depressionen, Ängsten und Suizidalität bei Kindern in Fremdunterbringung: Eine Meta-Analyse
Magdalena Schmoll, Jacob Keller, Silke Wagner, Donata von Waldthausen, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser
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Poster 15
Beating the Trauma: how Heart Rate Variability and Sleep influence the Consolidation of intrusive Memories
Selma Rienas, Tolou Maslahati, Eugenia Kulakova, Stefan Röpke
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Poster 16
When (Non-)Treatment Becomes Trauma: Patient Experiences of Medical Invalidation
Seraina Lerch
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Poster 17
Einfluss von Implementierungsklima und beruflicher Lebensqualität auf die Einstellungen zu traumafokussierten evidenzbasierten Praktiken in Jugendhilfeeinrichtungen für strukturell benachteiligte Juge
Greta Marlene Kühne, Jacob Keller, Jenny Eglinsky, Maike Garbade, Cedric Sachser, Rita Rosner, Elisa Pfeiffer
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Poster 18
Zwischen Stress und Anpassung: Eine längsschnittliche Netzwerkanalyse zu Stressoren, Coping und Anpassungsstörungssymptomen während des Russisch-Ukrainischen Krieges
Nicoletta Darbynyan, Liudmyla Krupelnytska, lha Morozova-Larina, Antje Paetow, Nazar Yatsenko, Annett Lotzin
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Poster 19
Zur Suchtarbeit mit traumatisierten männlichen Jugendlichen in stationären, interdisziplinären Institutionen. Die Umsetzung eines innovativen Suchtkonzeptes
Carmelo Campanello
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Poster 20
Auswirkungen von und Umgang mit Diversität und Diskriminierung in der psychoonkologischen Versorgung von schwerkranken Patient:innen
Franka Metzner, Ines Heinen
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Poster 21
Socio-interpersonal influences on mental health care utilisation among men: A user-centred, practice-oriented digital solution for psychological distress
Shauna Rohner, Bastian Berghändler, Manuel P. Stadtmann
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Poster 22
A closer look: Investigating dissociative symptoms in different mental illnesses using classifier and latent class analysis
Patricia Kulla, Hannes Diemerling, Nicole Meinersen-Schmid, Joachim Kruse
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Poster 23
Einfluss erlebter Diskriminierung auf posttraumatische Symptomatik bei Geflüchteten in Niedersachsen anhand von Daten des refuKey-Projekts
Vera Mohwinkel, Annika Meyer, Beata Trilesnik, Daniela Finkelstein, Ibrahim Özkan, Umut Altunöz, Karin Loos, Gisela Penteker, Iris Tatjana Graef-Calliess
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Poster 24
A Look Back – Historische Rassenlehren als Wurzeln kollektiver Traumatisierung
Sabrina Roghahn
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Poster 25
Positive und negative Erwartungen an Psychotherapie bei Menschen mit Traumafolgestörungen
Katharina Elisabeth Renz, Yvonne Nestoriuc
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Poster 26
Das Somatische Narrativ - modulares objektives "Embodiment" als effektive dimensionale therapeutische Erweiterung
Walter Schurig
Preisverleihungen:
Falk-von Reichenbach Stiftung
Posterpreise der DeGPT-Jahrestagung
Elfriede-Dittrich Stiftung
GETRA
Preisvorträge:
Falk-von Reichenbach Stiftung
Umgang mit akuter psychosozialer Belastung bei erwachsenen Zivilpersonen
Christoph Kröger, Olaf Schulte-Herbrüggen
Umgang mit akuter psychosozialer Belastung bei Kindern und Jugendlichen
Cedric Sachser
Umgang mit akuter psychosozialer Belastung bei Einsatzkräften
Christoph Nikendei
Erste Hinweise zur Wirksamkeit evidenzbasierter Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen mit andauernder Traumatisierung im Kontext des Ukraine-Krieges
Elisa Pfeiffer, Maike Garbade, Anna Keßler, Cedric Sachser, Renée Beer
Evaluation der Wirksamkeit von EMDR-Therapie für Kinder und Jugendliche in der Ukraine während des Kriegs
Anna Kessler, Renée Beer, Maike Garbade, Elisa Pfeiffer
Zwischen Bombenalarm und Behandlung: Erfahrungen ukrainischer Therapeut:innen in der Implementierung von TF-KVT in der Ukraine
Maike Garbade, Elisa Pfeiffer
Ein niederschwelliges Angebot zur Förderung der Stressresilienz bei Kindern mit Fluchthintergrund
Meret Asara Paululat, Eva Möhler, Andrea Dixius, Mira Vasileva, Yulia Golub
Langfristige Symptomverbesserung nach stationärer multimodaler psychodynamischer Therapie bei Patient:innen mit komplexer Post-Traumatischer Belastungsstörung – Ergebnisse einer Single-Center Beobacht
David Riedl, Jürgen Thaler, Christina Kirchhoff, Hanna Kampling, Johannes Kruse, Tobias Nolte, Chloe Campbell, Vincent Grote, Michael J. Fischer, Katharina Hüfner, Samuel Eke, Astrid Lampe
Traumafokussierte psychodynamische Psychotherapie ist effektiver als Treatment-as-Usual in der Behandlung der kPTBS – Ergebnisse einer Multicenter Kohorten-Beobachtungsstudie
David Riedl, Christina Kirchhoff, Samuel Eke, Alexander Knipel, Katharina Hüfner, Vincent Grote, Michael J. Fischer, Astrid Lampe
Gender does not matter? Geschlechtsspezifische Wirksamkeit der Dialektisch Behavioralen Therapie für Patient:innen mit komplexer PTBS – Ergebnisse einer Single Center Beobachtungsstudie
Sagcan Anna, Samuel Eke, Mara Neumair, Nikola Komlenac, Elmar Kaiser, Thomas Schütt, Fritz Riffer, Astrid Lampe, Vincent Grote, Elisabeth Weiß, Katharina Hüfner, David Riedl
Das Dodo-Bird Verdict hält auch in der Traumatherapie: Non-Inferiority-Vergleich psychodynamischer und dialektisch-behavioraler Traumatherapie
Samuel Eke, Elmar Kaiser, Thomas Schütt, Friedrich Riffer, Astrid Lampe, Vincent Grote, Anna Sagcan, Katharina Hüfner, David Riedl
Wirksamkeit von PTBS-Behandlungen bei komorbider Substanzgebrauchsstörung im Vergleich zu ausschließlicher PTBS – Eine Metaanalyse und Metaregression
Annett Lotzin, Mai-Carmen Komuro, Julienne Haas, Ramona Meister, Thomas Ehring, Birgit Kleim, Ingo Schäfer
Der Zusammenhang von Khatgebrauch und Traumaerfahrungen mit psychotischen Symptomen: Eine Kohortenstudie in Äthiopien
Michael Odenwald, Matiwos Soboka, Marina Widmann, Kristina Adorjan
Traumatisierungen bei Geflüchteten mit Substanzstörungen – Ergebnisse aus dem Forschungsverbund PREPARE
Ingo Schäfer, Jutta Lindert, Simone Penka, Annett Lotzin
KPTBS, PTBS, Angst und Depression bei unbegleiteten jungen Geflüchteten: Abgrenzbare Störungen oder transdiagnostisches traumabezogenes Syndrom? – Ergebnisse eines Bifaktor-Modells
Gabriel Thoma, Rita Rosner, Jenny Eglinsky, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser
Ungleichheit, Trauma und psychische Belastung in der Kindheit: Geflüchtete Kinder im Vergleich zu Kindern psychisch kranker und gesunder Eltern
Markus Stingl, Bernd Hanewald
Evaluation der Huggy-Puppy-Intervention für Kinder in einer akuten Kriegssituation
Andrea Hahnefeld, Franziska Negele, Marco Gassner, Katharina Richter, Volker Mall
Effects of doxycycline on intrusive experimental trauma memory: A pre-registered, randomized double-blind placebo-controlled trial
Laura Meister, Birgit Kleim
Kindesmisshandlung und depressive Symptome: Die Bedeutung der Veränderung sozialer Kontakte im Verlauf der COVID-19 Pandemie
Jana Serebriakov, Meret Wallimann, Ariela Rosenblum, Ritika Chokhani, Steffi Gebus, Tolou Maslahati, Tamara Obradovic, Brigitte Lueger-Schuster, Annett Lotzin
Prävalenz und assoziierte Faktoren posttraumatischer Belastungsstörung bei ehemals politisch Inhaftierten der SBZ/DDR
Lisa Arnhold, Tolou Maslahati, Stefan Roepke
Emotion Regulation Strategy Use and Daily Levels of Negative Affect and Dissociation in a Clinical Sample
Martin Tegtmeyer, Johannes Heekerens
Psychometrische Evaluation des Adverse-Childhood-Experiences Fragebogen bei Patient:innen mit posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzabhängigkeit
Luise Frappier, Julia Ditzer, Malte Behrend, Tolou Maslahat, Carla Mourkojanni, Marc Giesmann, Leo Fefer, Heide Glaesmer, Ingo Schäfer
Childbirth-related posttraumatic stress: the predictive role of childhood maltreatment and subjective birth experiences
Maike K. Blecker, Esther Grätsch, Elisabeth Conrad, Hannah Klusmann, Sinha Engel, Stephanie Häring, Caroline Meyer, Noemi Lücking, Christine Knaevelsrud, Sarah Schuhmacher
Understanding the etiology of antenatal mental health problems in the context of trauma and adversity
Parzheen J. Mohammad, Frank Neuner, Sarah Wilker
Mapping Psychosocial Approaches to Perinatal Mental Health in Conflict and Post-Conflict Settings: A Scoping Review
Parzheen J. Mohammad, Ingrid Toews, Frank Neuner, Sarah Wilker
Psychological Distress after Childbirth: Development and Initial Implementation of a Group Therapy Program
Meike Blecker, Antje Manthey, Sarah Schuhmacher
Die Patientin (nicht) wahrnehmen: Enactments von Therapeut:innen
Nicole Burgermeister, Lalitha Chamakalayil
Die Anstrengung sehen: Die Bedeutung von Leistungssensibilität und Traumasensibilität in der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen bei Angehörigen marginalisierter Gruppen
Susanne Leiberg
Brücken bauen: Strukturelle Barrieren überwinden durch interinstitutionelle Zusammenarbeit in der psychosozialen Versorgung von Geflüchteten
Louisa Lorenz
Wege ebnen: Educa4Asyl als Beispiel für eine trauma- und kultursensible Intervention für Geflüchtete
Sara Michalik
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf: (Komplexe) Traumatisierung als Folge polizeilichen Handelns
Larissa Nägler
Sekundäre Viktimisierung von Rassismusbetroffenen: Haltung, Praxis und Verantwortung
Eben Louw, Birsen Kahraman
Von Diversity-Washing zu Haltung: Nachhaltige antirassistische Praxis entsteht durch Bewusstsein, Kooperation und gelebte Erfahrung, nicht durch Symbole
Uli Heidemann
Heilsame Räume schaffen: Rassismussensible Begleitung von Kindern und Jugendlichen in Beratung und Psychotherapie
Stephanie Cuff-Schöttle, Birsen Kahraman
Unter dem Sammelbegriff der Mikroaggressionen sind alltägliche, subtile Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen 20 Jahren verstärkt in den Fokus psychologischer Forschung gerückt. Das hat zur Entwicklung empirisch fundierter Taxonomien geführt, mit denen die Diskriminierungsrealität minorisierter Personen umfassender abgebildet werden kann. Dabei handelt es sich keineswegs um harmlose Phänomene. Mikroaggressionen verlangen Betroffenen nennenswerte Bewältigungsanstrengung ab und hängen (mutmaßlich kausal) mit Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit zusammen. Obwohl dies dafürspricht, Mikroaggressionen in der Psychotherapie aktiv zu berücksichtigen, finden sich gegenteilige Hinweise. Tatsächlich scheinen Psychotherapien selbst keine diskriminierungsfreien Räume zu sein: Das Ausmaß und konkrete Erscheinungsformen von Mikroaggressionen durch Therapeut:innen (sog. cultural ruptures), sowie deren Umgang damit deuten auf dringenden Handlungsbedarf hin. Welche konkreten Eigenschaften Therapeut:innen oder Dyaden mitbringen müssen um ein erfolgreiches Management von Mikroaggressionen zu gewährleisten, ist bislang vor allem Gegenstand theoretischer Überlegungen. Deren empirische Überprüfung könnte die Entwicklung geeigneter Trainings- und Sensibilisierungsmaßnahmen vorbereiten und damit eine immense Herausforderung an unser Fach adressieren – das Ermöglichen einer gerechten Versorgung innerhalb eines ungerechten Gesellschaftssystems.
„Queer zu sein ist heute doch ganz normal!“ – Trotz gestiegener gesellschaftlicher Akzeptanz sind Menschen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*, asexuell oder auf andere Weise queer identifizieren (LGBTQIA+), weiterhin überproportional von psychischer Belastung betroffen. Meta-Analysen zeigen, dass sie im Alltag deutlich häufiger Ängste, depressive Symptome sowie akuten Stress erleben als die Allgemeinbevölkerung. Auch traumatische Ereignisse im Sinne gängiger Klassifikationsmanuale und Traumafolgestörungen treten bei LGBTQIA+ Personen signifikant häufiger auf. Die genauen Ursachen dieser Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit sind noch nicht vollständig geklärt. Etablierte Theoriemodelle verweisen jedoch auf den zentralen Einfluss sozialer und gesellschaftlicher Bedingungen: Wiederkehrende Diskriminierung und strukturelle Stigmatisierung gehen buchstäblich „unter die Haut“. LGBTQIA+ Personen stellen daher eine wichtige Zielgruppe für die Klinische Psychologie und Traumatologie dar. Ihre Lebensrealitäten bringen spezifische Einflussfaktoren mit sich, die sich auf die psychische Gesundheit auswirken und in der Versorgung berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig zeigen Übersichtsarbeiten: LGBTQIA+ Personen schätzen das Wissen von Fachkräften in der Gesundheitsversorgung zu queeren Themen als gering ein und wünschen sich hier Verbesserungen. Auch in der klinischen Forschung wurden die Ressourcen und Risiken von LGBTQIA+ Personen bislang wenig berücksichtigt, insbesondere im deutschsprachigen Raum. Diese Keynote gibt daher einen Überblick über zentrale Erkenntnisse und Modelle zur psychischen Gesundheit von LGBTQIA+ Personen sowie über praktische Implikationen für eine queersensible Versorgung.
DeGPT Mitgliederversammlung
Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V.
Wir möchten Sie ganz herzlich zur Mitgliederversammlung der DeGPT einladen.
Einlass nur für Mitglieder der DeGPT e.V.!
Wir laden alle Teilnehmer:innen der Jahrestagung ganz herzlich zum DeGPT-Tagungsfest im Palais Kulturbrauerei ein. Weitere Infos auf der Webseite unter
Social discrimination and maltreatment (SDM), including racism, sexism, and anti-LGBTQ+ behaviors, is widely prevalent in cultures throughout the world and has been linked to adverse outcomes ranging from depression, social alienation, substance abuse, and suicidality. Yet, there is significant disagreement as to whether SDM can be considered a psychological trauma, with current ICD and DSM trauma definitions generally requiring the presence of very threatening or catastrophic events. As a result, although some SDMs involving physical or sexual assault (e.g., hate crimes) may meet trauma criteria, nonassaultive SDMs (e.g., sexist, homophobic, antisemitic, or racist maltreatment; shaming for one’s gender minority status) are not viewed as traumatic and cannot serve as the basis for a stress disorder diagnosis. Yet, a growing body of research indicates that SDMs can be a major source of trauma for marginalized groups, and can exacerbate the effects of conventional traumas as well as producing DSM/ICD-level posttraumatic stress. This talk will offer an argument in favor of viewing SDM as a potential traumatic stressor, describe the results of two recently published Canadian-American studies indicating that cumulative and intersectional exposure to SDMs is common, often perceived as life-threatening, and at least as related to posttraumatic stress as classically defined trauma exposure, and (4) the clinical and social implications of viewing SDMs as directly traumatizing.
Was bedeutet es für Kinder, in kollektiven Asylunterkünften aufzuwachsen? Die ethnographische Studie Warten auf Transfer gibt Einblicke in den Lebensalltag von 44 begleiteten minderjährigen Asylsuchenden, die über ein Jahr in einer Schweizer Kollektivunterkunft teilnehmend beobachtend begleitet wurden. Die Ergebnisse zeigen: Für Kinder ist das „Camp“ ein Ort der Enge, Unruhe, Unsicherheit – und des Wartens. Sie erleben Lärm, Angst vor Gewalt, Ekel, Langeweile und Brüche in Freundschaften und Bildungswegen. Viele übernehmen Verantwortung für ihre psychisch belasteten Eltern, obwohl sie selbst kaum Schutz und Rückzugsräume erfahren. Die Unterbringung erschwert soziale Teilhabe, psychische Stabilität und ihre gesunde Entwicklung. Trotz allem äussern sie klare Vorstellungen von dem Leben «danach», dem «Ankommen, draussen in der Schweiz», geprägt von «Normalität», einer «privaten Wohnung», Ruhe und Sicherheit. Die Studie legt nahe, dass das Asylsystem zentrale kindliche Grundbedürfnisse verfehlt. Im Vortrag wird aufgezeigt, warum kollektive Unterkünfte für Kinder keine kindgerechten Orte sind, warum Transfers als Brüche erlebt werden können und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, um Kinderrechte im Asylbereich umzusetzen. Dabei wird insbesondere auf Empfehlungen zur Gestaltung von Standards für Schutz, Versorgung, Partizipation und Übergangsgestaltung eingegangen.
Einbezug kultureller und historischer Trauma-Aspekte in die leitlinienkonforme (k)PTBS-Therapie: konzeptuelle Überlegungen
Andreas Maercker
Therapeutische Allianz im arabischsprachigen Kontext: Einsatz und psychometrische Überprüfung des Working Alliance Inventory in einer internetbasierten PTBS-Intervention
Freya Specht, Maya Böhm, Yuriy Nesterko, Christine Knaevelsrud, Maria Böttche
Ecological Momentary Assessments in der STAIR-Gruppentherapie: Symptomverläufe und Prozessvariablen in der klinischen Praxis
Dominique Annina Recher, Judith Rohde, Birgit Kleim
Zugang zu Psychotherapie in Deutschland: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen ambulanten Therapieplatz zu erhalten?
Laura Nohr, Yasamin Aziz, Anne Merle Langer, Johannes Bohn, Jowan Rashed, Ulrike von Lersner, Nadine Stammel
Rassismuserfahrungen, Copingstrategien und Ressourcen aus der Sicht von BiPoC
Dunja Khoury
Zwischen Sumud und Stigma: Diskriminierungserfahrungen und Coping-Strategien palästinensischer Europäer:innen
Rayan El-Haj-Mohamad, Dunja Shalan, Lucia De Haene
Psychische Belastung von Feuerwehrleuten nach einem Verkehrsunfall mit Todesfolge einer Mutter und ihres Kindes
Vanessa Borck
Einfluss der Amokfahrt am Magdeburger Weihnachtsmarkt auf posttraumatische Belastungssymptomatik bei Einsatzkräften
Finja Marten
Ärger und Posttraumatische Stress Symptome bei Feuerwehrleuten nach einem Löscheinsatz mit tödlichem Unfall von zwei Einsatzkräften
Tabea Görlich
Psychische Belastung nach der Messerattacke am Mannheimer Marktplatz bei dort eingesetzten Polizeikräften
Anna Koch
Spiking-Erfahrungen im Kontext toxikologischer Befunde: Eine qualitative Analyse
Twyla Michnevich, Antonia Bendau
„Don’t spike my drink“: Eine systematische Erfassung subjektiver Erfahrungen mit Spiking
Charlotte Förster, Stephanie Schuth
Von Club-Spiking bis zu systematischer chemischer Unterwerfung – Typen von Deliktsituationen unfreiwilligen Substanzkonsums
Claudia Peter, Bernd Werse
Spiking im Kontext sexualisierter Gewalt: Herausforderungen für Spurensicherung und traumasensible Versorgung
Rona Torenz, Elisabeth Andreas
Berufliche Traumatisierung im medizinischen Rettungsdienst: Entwicklung eines Messinstruments und Validierungen im Kontext des Diathese-Stress-Modells
Alexander Behnke, Svenja Reichert, Roberto Rojas, Anne Gärtner
Zwischen Trauma und Wachstum: Die Rolle von Humor und sozialen Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischer Belastung, posttraumatischem Wachstum und Mitgefühl bei Rettungskräften
Judith Schäfer, Heike Buchantschenko, Julia Streidl
RESCUE – Eine gruppenbasierte Intervention zum Umgang mit belastenden Einsatzerlebnissen im Rettungsdienst
Inga Schalinski, Jana Austel, Jacqueline Lehmann, Jule Barth, Sabine Schmitt
Stigma und PTBS nach DDR-Heimerfahrungen
Maya Boehm, Doreen Hoffmann, Heide Glaesmer
Die heutige Lebenssituation von Verfolgten der SED-Diktatur – Erfahrungen aus der Beratungspraxis mit einem Unterstützungsmodell
Yvonne Laue
Ehemalige Heimkinder der DDR im Alter: Anregungen für eine traumsensible Altenpflege
Silke Birgitta Gahleitner, Senta Ebinger, Maite Gabriel
Awareness für Rassismus- und Diskriminierungserleben - Implikationen für die psychotherapeutische Praxis. Ergebnisse des Praxis-Projekts AMIF Change! mit geflüchteten Klient*innen.
Katrin Bähr, Kathrin Althaus
Niedrigschwellige kultur- und traumasensitive Versorgung von Kleinkindern und Familien mit Fluchterfahrung
Andrea Hahnefeld, Elena Weigand, Verena Dudek, Lena Streckert, Lea Verena Eckler, Berfin Demirkol, Franziska Negele, Penelope Thomas, Matthias Klosinski, Volker Mall
Diskriminierungssensible Psychotherapie: Fallvignetten geflüchteter Frauen und die Integration intersektionaler Theorie in die Traumatherapie
Johanna Muckenhuber
Psychoedukative Gruppentherapie bei PTBS
Lara Westemeyer
Traumakonfrontative Gruppenbehandlung mittels G-TEP (EMDR)
Inga Kröger
EMDR-Intensivtherapie im Einzelsetting
Johannes Müller
Traumapädagogik: aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungsfelder
Heiner van Mil
Die 2. Auflage der traumapädagogischen Standards des Fachverband Traumapädagogik und des Schweizer Fachverband Traumapädagogik für die stationäre Jugendhilfe
Jacob Bausum
Ein multiperspektivischer Ansatz zur Versorgung gewaltbetroffener Kinder und Jugendlicher in einer Schutzunterkunft durch transdisziplinäre Integration von Traumapädagogik/Psychotraumatologie, Notfall
Lucas Maissen
Die Einstellung von Psychotherapeut:innen gegenüber Geflüchteten aus verschiedenen Ländern – Behandlungsbereitschaft und erwarteter Therapieerfolg
Katharina Goßmann
Behandlungsbereitschaft von Psychotherapeut:innen gegenüber geflüchteten Patient:innen und der Einfluss der professionellen Lebensqualität: Eine querschnittliche Vignettenstudie
Pia Schwegler
Wahrgenommene subjektive und objektive Barrieren in der Behandlung von Geflüchteten – Der Einfluss auf die Behandlungsbereitschaft von Psychotherapeut:innen
Theresa Neumann
Praktische Umsetzung der traumafokussierten Therapie mit jungen Geflüchteten – Die Rolle von Training und Supervision
Johanna Unterhitzenberger
Niederschwellige Unterstützung für traumatisierte Kinder in der Schule: Herausforderungen und Handlungsansätze aus intersektionaler Perspektive
Johanna Muckenhuber
Kann traumapädagogische Weiterbildung die Mentalisierungsfähigkeit und Beziehungsqualität von Lehrkräften erhöhen?
David Zimmermann, Josef Hofman, Nadya Gharaei
Elterliche Perspektiven auf Barrieren psychotherapeutischer Versorgung: Vergleich zwischen Eltern von Kindern mit und ohne traumatische Erfahrungen
Johanna Leppin, Alexander Tewes, Hanna Christiansen, Katharina Szota
DSO-Symptome und Elternrolle: Qualitative Einblicke in die ICD-11-KPTBS
Joelle Schenkel, Rachel Langevin, Michaela Peter, Rahel Bachem
Zusammenhang zwischen verschiedenen Subtypen belastender Kindheitserlebnise (ACE) und reproduktiven affektiven Erkrankungen – ein Systematischer Review
Eugenia Kulakova, Christian E. Deuter, Katja Wingenfeld, Linn Kühl
Die mediierenden Effekte von Diskriminierungserfahrungen auf den Zusammenhang zwischen belastenden Kindheitserfahrungen und posttraumatischen Stresssymptomen
Hamide Ruveyda Atilgan, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser
Verknüpfen und entwirren: Die Assoziationen von Depersonalisation, psychischer Erkrankung, Strukturniveau und epistemischem Vertrauen
Christina Kirchhoff, David Riedl, Hanna Kampling, Tobias Nolte, Johannes Kruse, Samuel Eke, Cedric Sachser, Jörg Fegert, Vera Clemens, Elmar Brähler, Vincent Grote, Astrid Lampe
Mapping Mental Health Trajectories in Refugees: A Systematic Review Using Growth Mixture Modeling
Lisa Dasen, Nexhmedin Morina, Aemal Akhtar, George A. Bonanno, Richard A. Bryant, Naser Morina
Prävalenz und Risikofaktoren für Suizidgedanken bei Jugendlichen in Fremdunterbringung in Deutschland
Jacob Keller, Jessica Köksal, Greta Kühne, Yaolu Pan, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser
Trauma und Suizidalität bei Jugendlichen mit Substanzkonsumstörungen
Mira Vasileva, Yulia Golub
Prädiktoren erhöhter Ärgerreaktivität bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen
Jessica Dilara Köksal, Greta Kühne, Yaolu Pan, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser
Psychische Gesundheit und Inanspruchnahmeverhalten von Gesundheitsleistungen bei unbegleiteten jungen Geflüchteten in Deutschland
Jenny Eglinsky, Jacob Keller, Elisabeth Baranzew, Maike Garbade, Elisa Pfeiffer, Rita Rosner, Cedric Sachser
Traumadiagnostik bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: Pilotierung eines Kurzscreenings in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)
Claudia Catani, Pia Hagedorn
Traumatische Erfahrungen, psychische Folgen und Therapiebedarf bei Menschen mit Intelligenzminderung: Ergebnisse einer Studie in WfbM
Pia Hagedorn, Maria Storz, Claudia Catani
STEP: Seelische Gesundheit und (psycho-)therapeutische Versorgung ehemaliger Patient:innen mit Störung der Intelligenzentwicklung des MZEB Bethel - Ergebnisse einer Katamnese
Franziska Herrmann
Psychotherapie mit Menschen mit Störung der Intelligenzentwicklung und Traumaerfahrung. Warum und wie es gut gelingt. – Berichte aus der Praxis
Marie Ilic
Grundlagenforschung zu Wochenkindern in der DDR
Heike Liebsch
Eine Untersuchung zur aktuellen psychischen Gesundheit ehemaliger Wochenkrippenkinder in der DDR
Eva Flemming
Kindesmisshandlung und komplexe Traumafolgen bei ehemaligen Wochenkrippenkindern der DDR
Stefanie Knorr
Die bleibenden Narben früher Deprivation: Trauma-assoziierte psychische Gesundheit und Stresshormone im Haar bei ehemaligen Wochenkrippenkindern in der DDR
Susann Steudte-Schmiedgen
Im Hier-und-Jetzt – Zeitaufgelöste physiologische und motorische Reaktionen akuter dissoziativer Zustände bei Patientinnen mit PTBS
Sarah Beutler-Traktovenko, Tim Jesgarzewsky, Julia Schellong, Kerstin Weidner, Judith Daniels, Ilona Croy
Treten bestimmte dissoziative Symptome nur bei bestimmten Patient:innengruppen auf? Ergebnisse einer Latent Profile Analysis
Judith Daniels, Nicolas Garcia Mejia, Marieke Timmerman, Peter Fonagy, Tobias Nolte
Finding Solid Ground: Erstes evidenzbasiertes Behandlungsmanual bei komplexen Traumafolgen und dissoziativen Störungen
Susanne Nick
Wie können Bindungstraumatisierungen bei Komplexen Traumafolgen und dissoziativen (Identitäts-) Störungen gezielter adressiert werden?
Ursula Gast
Positionspapier Psychosoziale Akuthilfe und mittel- und langfristige psychosoziale Unterstützung von Betroffenen und Einsatzkräften nach Großschadenslagen
Julia Schellong, Simon Finkeldei, Oliver Gengenbach, Peter Schüßler
AWMF S2k-Leitlinien prähospitale und klinische Krisen- und Katastrophenmedizin
Helge Höllmer
Resilienz und Traumaprävention im Einsatzwesen: Aktueller Forschungsstand und zukünftige Herausforderungen – Perspektiven des Fachzentrums Resilienz und Traumaprävention des Bundes
Claudia Schedlich
This documentary follows the journey of Ukrainian refugees in Berlin, caught in an emotional and existential Zwischenstopp—an intermediate stop—between the war they fled and the uncertain future ahead. Led by an artist and psychoanalyst from Ukraine, who shares their experiences, the group explores the trauma of displacement, the challenge of adaptation, and the struggle to cope with the loss of their past lives. Through the lens of group therapy, the film captures intimate moments of resilience, despair, and the collective power of community in navigating the unknown.
As they navigate the space between a war-torn past and an undefined future, the film portrays the raw, human experience of rebuilding life in the midst of crisis, documenting both personal and collective resilience.
Hintergrund: Maria Yellow Horse Brave Heart, US-Sozialarbeitswissenschaftlerin, hat vor ca. 30 Jahren das Historische Trauma-Konzept geprägt. In ihm geht es um die bis heute wirkende Diskriminierung oder Marginalisierung der Betroffenen oder Nachfolgegenerationen von kollektiven Traumata (z.B. Kolonialismus, Genozide, Kriege, Unterdrückung). Das Konzept verbindet sozialpsychologische Merkmale wie Misstrauen, Benachteiligung und sozialarbeiterische Ideen zur Heilung solche historischer Traumen. Das HT-Konzept lässt sich auch auf Kontexte anwenden, die für die deutschsprachigen Länder und die dorthin Geflüchteten und Migranten relevant sind.
Methode: Mit einem Fokus auf “Heilung” werden für die Psycho-Fächer noch nicht so bekannte Interventionen an Hand von Beispielen zusammengetragen.
Ergebnisse: Beispiele, an denen die Arbeitsgruppe des Autors beteiligt sind, sowie viele weitere Heilungs-Interventionen werden vorgestellt. Dazu gehören Oral History-Projekte, Empowerment-Projekte, Erinnerungskulturelle Projekte (u.a. Gedenkstättenbesuche), Jugendgruppen-Interventionen verschiedenen Zuschnitts. Immer da, wo neben Akzeptanz- und Beliebtheitseinschätzungen der Interventionen auch Wirksamkeitsnachweise vorliegen, werden diese berichtet.
Diskussion: Noch sind die Potenziale des Historischen Trauma-Konzepts im therapeutischen oder interventiven Bereich nicht ausgeschöpft. Viele Zentren und Vereine arbeiten in diesem Sinne, wobei die fachliche Anerkennung durch die Psychotherapie dafür oft noch nicht ausgeprägt ist. Mein Vortrag möchte einen sollchen fruchtbaren Dialog unterstützen.
Wahrgenommene Diskriminierung, Akkulturation und psychische Gesundheit im Verlauf bei Leipziger Bürger:innen syrischer Nationalität
Yuriy Nesterko, Kim Schönenberg, Heide Glaesmer
Diskriminierungserfahrungen und psychische Belastungen bei ukrainischen Geflüchteten in Deutschland und Polen
Heide Glaesmer, Julia Neumann, Malwina Czajkowska, Yuriy Nesterko
Diskriminierungserfahrungen, Resilienz und psychische Gesundheit: Befunde aus einer ukrainischen Stichprobe von Holocaustnachfahren
Maria Böttche, Maya Böhm, Harri Kraievets, Yuriy Nesterko
Diskriminierungserfahrungen, Resilienz und psychische Belastung in einer ukrainischen Stichprobe
Maya Böhm, Maria Böttche, Harri Kraievets, Yuriy Nesterko
Vorhersage von Symptomverläufen bei Kindern und Jugendlichen mithilfe von maschinellem Lernen
Dunja Tutus, Tanmay Nayyar, Jörg M. Fegert, Ann-Christin Haag
Eine moderierte Netzwerkanalyse zu dysfunktionalen posttraumatischen Kognitionen bei Kindern und Jugendlichen
Anke de Haan
Weiterentwicklung von Methoden zur Erhebung der mangelnden elterlichen Kooperationsbereitschaft bei Interventionen im Kinderschutz mittels KI-gestützter Textanalysen
Dragan Stoll
Psychologische Interventionen zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen bei intern vertriebenen und geflüchteten Kindern und Jugendlichen – Ein systematisches Review und Metaanalyse
Bianca Schreyer, Verena Ertl, Rita Rosner
Praxisorganisation als Schlüssel zum Zugang zur Psychotherapie für Geflüchtete mit psychischen Störungen: Ergebnisse einer bundesweiten Online-Befragung zur Anmelde- und Wartelistenorganisation
Michael Odenwald, Lea Bogatzki
Behandlung der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung bei Geflüchteten: Eine Pilotstudie
Eva Heim, Nadine Hosny, Mina Hossaini, Tatiana Rahme, Oriana Keserue Pitte, Marion Bovey
Bedarfsangepasste psychosoziale Versorgung für ukrainische Geflüchtete: Evaluation eines gestuften Versorgungsmodells
Fritzi Weitzenegger, Melav Bari, Anastasia Selinski, Svitlana Ielisavenko, Elena Beck, Ingo Schäfer, Annett Lotzin
Versorgung psychisch belasteter Geflüchteter - Entwicklung eines Gestuft Integrierten Versorgungsmodells
Lea Bogatzki
Die Lücken füllen – Die intensivierte Behandlung von Patient:innen mit einer Traumafolgestörung im intermediären Angebot der Tagesklinik für Traumafolgestörungen der ipw
Christoph Jans
Das traumatherapeutische Potpourri – Darstellung des aus verschiedenen Therapieelementen zusammengesetzten Gruppentherapieprogramms der Tagesklinik für Traumafolgestörungen der ipw
Ronja Dieterle
Quantitative Evaluation von Patient:innenbelastung und -wohlbefinden in der ersten Schweizer Tagesklinik für Traumafolgestörungen
Flavio Heller
Zwischen Innovation und Ressourcenknappheit: Qualitative Einblicke in den Aufbau einer traumatherapeutischen Tagesklinik
Manuel Stadtmann
Trauma behandeln, Vielfalt begleiten: Hybride Fortbildung im Myanmar-Kontext mit kultursensibler E-Learning-Plattform
Marie Anaïs Zottnick, Marianne Rauwald
Die Einbindung von Studierenden im Rahmen des BQT III in die Arbeit einer Traumaambulanz nach SGB XIV (soziales Entschädigungsrecht)
Janina Werz, Joachim Kruse
Notwendig und interessant: Beratende Tätigkeit in Psychotraumatologie im Rahmen der Umsetzung des Sozialen Entschädigungsrechts
Anamaria Silva Saavedra
Mehrfach verletzbar, mehrfach übersehen – Intersektionale Blind Spots in der Traumatherapie
Brigitte Hinteregger
Was hörst du? Machtkritisches Zuhören als Methode diskriminierungskritischer Krisenbegleitung bei RUF24
Elisabeth Fessler
Traumasensible, antirassistische Beratung für Betroffene rechter Gewalt: Ein niedrigschwelliges Versorgungsangebot in Berlin
Reginie Sunder Raj, Nora Alvarado Balderrama
Der Einfluss von Gedächtnisreaktivierung im Schlaf auf die Wirkung einer traumafokussierten Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)
Anja Schaich, Sabine Groch, Jovana Lehmann-Grube, Clara, Sayk, Hong-Viet V Ngo-Dehning, Frieder Paulus, Eva Fassbinder, Klaus Junghanns, Ines Wilhelm-Groch
360-Grad-Naturvideos für die Behandlung bei Soldat:innen mit PTBS: Je immersiver, desto entspannender – aber nicht für alle
Thiemo Knaust, Helge Höllmer
Zwischen den Zeilen: Machine Learning zur Analyse von Patient:innentexten in der Schriftbasierten Expositionstherapie (Written Exposure Therapy)
Samuel Eke
Sind Psychotherapieverfahren für die PTBS bei Erwachsenen auch wirksam für komorbide depressive Symptomatik? Systematischer Review und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien
Thole H. Hoppen, Anna S. Lindemann, Lotta Höfer, Ahlke Kip, Nexhmedin Morina
Grenzüberschreitendes Verhalten in der Psychotherapie aus Sicht von Betroffenen – Ergebnisse einer anonymen Onlinestudie
Judith Daniels, Andrea Schleu
Digitale Tools nach Akuttrauma - Erfahrungen am Beispiel LinkToCare
Mareike Augsburger, Janine Köhli
Trauma-sensitive Geburtshilfe - Haltungen, Einstellungen und Wünsche von Ärzt:innen und Hebammen in Deutschland
Silke Pawils , Louisa Horvath, Franka Metzner
Women are estimated to bear twice the burden of posttraumatic stress disorder (PTSD) relative to men. Although this sex-based disparity has received consistent attention over the past several decades, several frameworks have highlighted that our field lacks empirical data on sex-specific contributors to PTSD risk. I will highlight several important known contributors at the levels of society, the environment, and psychological features, and then take a deep dive into new data showing sex-specific contributions of cyclical hormonal fluctuations, pregnancy, and perimenopause. I will provide examples that illustrate how fluctuations in ovarian hormones over the female lifespan contribute to patterns of brain function that increase PTSD risk, particularly in the domains of threat-related emotional responses and learning. These insights point to a multifactorial model of PTSD risk in women, shaped by intersecting social, psychological, and biological influences. The findings call for greater support for women’s mental health, and opportunities for PTSD risk assessment and intervention in the context of reproductive healthcare.
Tagungsabschluss der DeGPT
Abschluss der Jahrestagung 2026 und ein kurzer Ausblick auf die Jahrestagung 2027.
Rassismus, Diskriminierung und gesellschaftliche Ungleichheit sind tief in sozialen Strukturen verankert und haben weitreichende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit betroffener Menschen. Traumatisierungen entstehen nicht nur durch individuelle Erlebnisse, sondern auch durch strukturelle Gewalt, soziale Ausschlüsse und Diskriminierungserfahrungen. In der Psychotraumatologie gewinnen intersektionale Perspektiven zunehmend an Bedeutung, da sie die Verwobenheit verschiedener Diskriminierungsformen sowie ihre traumatisierenden Effekte und psychischen Folgen in den Blick nehmen.
Wie beeinflussen strukturelle und interpersonelle Diskrimierung die Entstehung und Aufrechterhaltung von Traumafolgestörunen? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Machtverhältnisse für die Wahrnehmung und Behandlung von Traumata und ihren psychischen Folgen? Wie kann im therapeutischen Prozess angemessen auf diese Dynamiken eingegangen werden?
Mit dieser Jahrestagung möchten wir die komplexen Zusammenhänge zwischen Diskriminierung, Trauma und gesellschaftlicher Ungleichheit aus einer intersektionalen Perspektive beleuchten. Die Jahrestagung bietet Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, um psychotraumatologische Versorgung, Forschung und gesellschaftspolitische Ansätze miteinander zu verknüpfen. Wir laden Sie herzlich ein, diese vielschichtigen Themen im März 2026 in Berlin mit uns zu erkunden und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.
Prof. Dr. Maria Böttche
E-Mental Health und Transkulturelle Psychologie
Freie Universität Berlin
Tolou Maslahati
Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin
Charité - Universitätsmedizin Berlin
(alphabetisch angeordnet)
Arbeitsgruppe Trauma und Beeinträchtigung: 13:00 bis 13:30 Uhr in Raum 508
Arbeitsgruppe Ambulante Versorgung: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 520
Arbeitsgruppe Trauma und Migration: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 523
Arbeitsgruppe Dissoziative Störung: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 507
Arbeitsgruppe Netzwerke: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 523
Arbeitsgruppe Reviktimisierung: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 507
Arbeitsgruppe Kinder-/Jugendpsychotraumatologie: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 508
Arbeitsgruppe Somatik und Trauma: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 505
Weitere Informationen folgen in Kürze


Keynote Speaker - Freitag, 20.03.2026, 9.00 - 9.45 Uhr
Diagnostische und psychotherapeutische Annäherungen an rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen
Rassismus stellt in Deutschland ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen dar, welches den Alltag von BPoC prägt. Welche psychischen Auswirkungen diese allgegenwärtigen Erfahrungen von Rassismus haben können, ist in Deutschland bislang nur wenig untersucht. Hunderte von Untersuchungen aus dem angloamerikanischen Raum belegen jedoch den Zusammenhang zwischen Rassismuserfahrungen und psychischen Störungen wie Depressionen, Angststörungen und Substanzmissbrauch. Darüber hinaus zeigen Studien Zusammenhänge zwischen Rassismuserfahrungen und PTBS-äquivalenten Stress- und Traumareaktionen, die jedoch aufgrund des Fehlens des A-Kriteriums einer PTBS gemäß DSM-V nicht als PTBS diagnostiziert werden können. Mit der Folge, dass rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen, nicht oder nur unzureichend behandelt werden. Mit Konzepten wie „racial trauma“ oder „race-based traumatic stress injury“ und darauf basierenden Instrumenten können rassismusbedingte Stress- und Traumareaktionen diagnostisch erfasst werden. Neben der Darstellung dieser diagnoserelevanten Reflexionen werden im Vortrag kognitiv-behaviorale Zugänge zur Behandlung rassismusbedingter Stress- und Traumareaktionen vorgestellt.

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Keynote Speaker - Samstag, 21.03.2026, 9.00 - 9.45 Uhr
Reconsidering trauma through the lens of social maltreatment: What does the research say?
Social discrimination and maltreatment (SDM), including racism, sexism, and anti-LGBTQ+ behaviors, is widely prevalent in cultures throughout the world and has been linked to adverse outcomes ranging from depression, social alienation, substance abuse, and suicidality. Yet, there is significant disagreement as to whether SDM can be considered a psychological trauma, with current ICD and DSM trauma definitions generally requiring the presence of very threatening or catastrophic events. As a result, although some SDMs involving physical or sexual assault (e.g., hate crimes) may meet trauma criteria, nonassaultive SDMs (e.g., sexist, homophobic, antisemitic, or racist maltreatment; shaming for one’s gender minority status) are not viewed as traumatic and cannot serve as the basis for a stress disorder diagnosis. Yet, a growing body of research indicates that SDMs can be a major source of trauma for marginalized groups, and can exacerbate the effects of conventional traumas as well as producing DSM/ICD-level posttraumatic stress. This talk will offer an argument in favor of viewing SDM as a potential traumatic stressor, describe the results of two recently published Canadian-American studies indicating that cumulative and intersectional exposure to SDMs is common, often perceived as life-threatening, and at least as related to posttraumatic stress as classically defined trauma exposure, and (4) the clinical and social implications of viewing SDMs as directly traumatizing.

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Keynote Speaker - Freitag, 20.03.2026, 9.45 - 10.30 Uhr
Wie Kinder- und Jugendpsychotherapie rassismussensibel werden kann
Rassistische Diskriminierung stellt für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland eine alltägliche Erfahrung dar – mit erheblichen Folgen für ihre psychische Gesundheit. Aktuelle Daten des NaDiRa-Monitorings 2025 zeigen, dass Schwarze, muslimische und asiatische Jugendliche überdurchschnittlich häufig sowohl subtilen wie auch offenen Formen rassistischer Ausgrenzung ausgesetzt sind. Diese Erfahrungen sind kein Randphänomen: Rund ein Drittel der Betroffenen berichtet von moderaten bis schwerwiegenden depressiven Symptomen und Angstsymptomen. Besonders gravierend sind die engen Zusammenhänge mit Suizidalität und nicht-suizidaler Selbstverletzung, die in jüngeren Studien konsistent belegt wurden. Vorgestellt werden erste Ergebnisse einer von der Antidiskrimierungsstelle des Bundes geförderten Studie mit 460 Jugendlichen, die mithilfe partizipativer Verfahren und intensiver Längsschnittmethoden (Ambulatory Assessment) untersucht hat, wie sich Alltagsdiskriminierung auf Belastungs- und Bewältigungsprozesse auswirkt. Zentrales Anliegen ist dabei die Rekonstruktion der subjektiven Perspektiven der Jugendlichen, die über einen Zeitraum von einem Monat täglich ihre Differenz- und Diskriminierungserfahrungen in Kurzessays dokumentiert haben. Erste Befunde deuten darauf hin, dass Diskriminierung nicht nur individuelle Belastungen verstärkt, sondern auch weitreichende strukturelle Konsequenzen nach sich zieht – etwa einen drastischen Vertrauensverlust in zentrale gesellschaftliche Institutionen wie Polizei, Justiz oder Schule. Diese Ergebnisse leiten zu einer zentralen Frage über: Wie kann Kinder- und Jugendpsychotherapie derartigen Erfahrungen angemessen begegnen? Und welche konzeptionellen Ansätze sind erforderlich, um Diskriminierungserfahrungen systematisch in psychotherapeutische Versorgungskonzepte zu integrieren – als Grundlage für eine gerechte, wirksame und diskriminierungssensible psychotherapeutische Praxis?
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Keynote Speaker - Samstag, 21.03.2026, 9.45 - 10.30 Uhr
Aufwachsen in Wartezimmern der Ungewissheit – Kindheit in kollektiver Asylunterbringung
Was bedeutet es für Kinder, in kollektiven Asylunterkünften aufzuwachsen? Die ethnographische Studie Warten auf Transfer gibt Einblicke in den Lebensalltag von 44 begleiteten minderjährigen Asylsuchenden, die über ein Jahr in einer Schweizer Kollektivunterkunft teilnehmend beobachtend begleitet wurden. Die Ergebnisse zeigen: Für Kinder ist das „Camp“ ein Ort der Enge, Unruhe, Unsicherheit – und des Wartens. Sie erleben Lärm, Angst vor Gewalt, Ekel, Langeweile und Brüche in Freundschaften und Bildungswegen. Viele übernehmen Verantwortung für ihre psychisch belasteten Eltern, obwohl sie selbst kaum Schutz und Rückzugsräume erfahren. Die Unterbringung erschwert soziale Teilhabe, psychische Stabilität und ihre gesunde Entwicklung. Trotz allem äussern sie klare Vorstellungen von dem Leben «danach», dem «Ankommen, draussen in der Schweiz», geprägt von «Normalität», einer «privaten Wohnung», Ruhe und Sicherheit. Die Studie legt nahe, dass das Asylsystem zentrale kindliche Grundbedürfnisse verfehlt. Im Vortrag wird aufgezeigt, warum kollektive Unterkünfte für Kinder keine kindgerechten Orte sind, warum Transfers als Brüche erlebt werden können und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, um Kinderrechte im Asylbereich umzusetzen. Dabei wird insbesondere auf Empfehlungen zur Gestaltung von Standards für Schutz, Versorgung, Partizipation und Übergangsgestaltung eingegangen.

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Keynote Speaker - Freitag, 20.03.2026, 16.30 - 17.15 Uhr
„Vielleicht sind Sie da ja zu empfindlich“ – Mikroaggressionen als Manifestation struktureller Diskriminierung in der Psychotherapie
Unter dem Sammelbegriff der Mikroaggressionen sind alltägliche, subtile Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen 20 Jahren verstärkt in den Fokus psychologischer Forschung gerückt. Das hat zur Entwicklung empirisch fundierter Taxonomien geführt, mit denen die Diskriminierungsrealität minorisierter Personen umfassender abgebildet werden kann. Dabei handelt es sich keineswegs um harmlose Phänomene. Mikroaggressionen verlangen Betroffenen nennenswerte Bewältigungsanstrengung ab und hängen (mutmaßlich kausal) mit Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit zusammen. Obwohl dies dafürspricht, Mikroaggressionen in der Psychotherapie aktiv zu berücksichtigen, finden sich gegenteilige Hinweise. Tatsächlich scheinen Psychotherapien selbst keine diskriminierungsfreien Räume zu sein: Das Ausmaß und konkrete Erscheinungsformen von Mikroaggressionen durch Therapeut:innen (sog. cultural ruptures), sowie deren Umgang damit deuten auf dringenden Handlungsbedarf hin. Welche konkreten Eigenschaften Therapeut:innen oder Dyaden mitbringen müssen um ein erfolgreiches Management von Mikroaggressionen zu gewährleisten, ist bislang vor allem Gegenstand theoretischer Überlegungen. Deren empirische Überprüfung könnte die Entwicklung geeigneter Trainings- und Sensibilisierungsmaßnahmen vorbereiten und damit eine immense Herausforderung an unser Fach adressieren – das Ermöglichen einer gerechten Versorgung innerhalb eines ungerechten Gesellschaftssystems.

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Keynote Speaker - Samstag, 21.03.2026, 16.00 - 16.45 Uhr
Trauma in women – neurobiological, and psychological perspectives
Women are estimated to bear twice the burden of posttraumatic stress disorder (PTSD) relative to men. Although this sex-based disparity has received consistent attention over the past several decades, several frameworks have highlighted that our field lacks empirical data on sex-specific contributors to PTSD risk. I will highlight several important known contributors at the levels of society, the environment, and psychological features, and then take a deep dive into new data showing sex-specific contributions of cyclical hormonal fluctuations, pregnancy, and perimenopause. I will provide examples that illustrate how fluctuations in ovarian hormones over the female lifespan contribute to patterns of brain function that increase PTSD risk, particularly in the domains of threat-related emotional responses and learning. These insights point to a multifactorial model of PTSD risk in women, shaped by intersecting social, psychological, and biological influences. The findings call for greater support for women’s mental health, and opportunities for PTSD risk assessment and intervention in the context of reproductive healthcare.

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Keynote Speaker - Freitag, 20.03.2026, 17.15 - 18.00 Uhr
Psychische Gesundheit von LGBTQIA+ Personen
„Queer zu sein ist heute doch ganz normal!“ – Trotz gestiegener gesellschaftlicher Akzeptanz sind Menschen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*, asexuell oder auf andere Weise queer identifizieren (LGBTQIA+), weiterhin überproportional von psychischer Belastung betroffen. Meta-Analysen zeigen, dass sie im Alltag deutlich häufiger Ängste, depressive Symptome sowie akuten Stress erleben als die Allgemeinbevölkerung. Auch traumatische Ereignisse im Sinne gängiger Klassifikationsmanuale und Traumafolgestörungen treten bei LGBTQIA+ Personen signifikant häufiger auf. Die genauen Ursachen dieser Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit sind noch nicht vollständig geklärt. Etablierte Theoriemodelle verweisen jedoch auf den zentralen Einfluss sozialer und gesellschaftlicher Bedingungen: Wiederkehrende Diskriminierung und strukturelle Stigmatisierung gehen buchstäblich „unter die Haut“. LGBTQIA+ Personen stellen daher eine wichtige Zielgruppe für die Klinische Psychologie und Traumatologie dar. Ihre Lebensrealitäten bringen spezifische Einflussfaktoren mit sich, die sich auf die psychische Gesundheit auswirken und in der Versorgung berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig zeigen Übersichtsarbeiten: LGBTQIA+ Personen schätzen das Wissen von Fachkräften in der Gesundheitsversorgung zu queeren Themen als gering ein und wünschen sich hier Verbesserungen. Auch in der klinischen Forschung wurden die Ressourcen und Risiken von LGBTQIA+ Personen bislang wenig berücksichtigt, insbesondere im deutschsprachigen Raum. Diese Keynote gibt daher einen Überblick über zentrale Erkenntnisse und Modelle zur psychischen Gesundheit von LGBTQIA+ Personen sowie über praktische Implikationen für eine queersensible Versorgung.

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Personen, die interpersonelle Traumatisierungen erlebt haben, leiden oft nicht nur unter Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), sondern auch unter weiteren Beeinträchtigungen, etwa einer eingeschränkten Affektregulation, Schwierigkeiten in interpersonellen Beziehungen und einem negativen Selbstbild. Gerade diese zusätzlichen Symptombereiche, die inzwischen als typische Beschwerden im Rahmen einer „Komplexen PTBS“ interpretiert werden, tragen maßgeblich zu den Alltagseinschränkungen Betroffener bei.
Bei „STAIR/Narrative Therapie“ handelt es sich um einen Behandlungsansatz, der genau diese Bereiche systematisch berücksichtigt und zusätzlich zur Reduktion der PTBS-Symptomatik eine flexible Behandlung von Problemen im Bereich der Emotionsregulation, der interpersonellen Kompetenzen und des Selbstbilds bei traumatisierten Personen erlaubt. Das Therapieprogramm integriert auf diese Weise in einem phasenorientierten Vorgehen wirksame Interventionen zur Behandlung komplexer Traumafolgestörungen.
Im Workshop wird ein Überblick über das Therapieprogramm gegeben sowie auf seinen Einsatz im Einzel- wie im Gruppensetting eingegangen. Neben der theoretischen Einführung wird es eine Reihe von praktischen Übungen geben.
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (DBT-PTBS) ist eine modulare Psychotherapie zur Behandlung der komplexen PTBS. Zentrale Therapieziele sind a) die Verbesserung der Emotionsregulation, b) die Reduktion von sekundären traumaassoziierten Emotionen wie Schuld und Scham, c) die Reduktion der Belastung durch primäre traumassoziierte Emotionen, d) die Verbesserung von Selbst- und Körperbild sowie e) die Stärkung der Akzeptanz der traumatischen Ereignisse und der Aufbau eines sinnerfüllten Lebens. Zur Erreichung dieser Behandlungsziele werden Emotionsregulationsstrategien vermittelt, traumafokussierende kognitive und expositionsbasierte sowie akzeptanzbasierte Interventionen durchgeführt. Dabei orientiert sich die DBT-PTBS an einen in Therapiephasen zeitlich organisierten Therapieablauf unter zusätzlicher Berücksichtigung einer dynamischen Behandlungshierarchie wie sie auch die Standard-DBT vorgibt. In jeder Therapiephase stehen verschiedene Behandlungsmodule zur Verfügung, die nach Wenn-Dann-Algorithmen ausgewählt werden. Zwei unkontrollierte und zwei randomisiert-kontrollierte Studien konnten eine hohe Akzeptanz, Sicherheit und Effektivität der DBT-PTBS belegen.
Im Workshop werden die Prinzipien und die Behandlungsphasen der DBT-PTBS im Überblick dargestellt.
Häufig ist festzustellen, dass klinische Gutachter:innen in der Kausalitätsbeurteilung psychisch reaktiver Traumafolgen oft zu extrem gegensätzlichen Ergebnissen gelangen. Neben symptombedingter Behinderung der Exploration und besonderen Beziehungsaspekten, die die Objektivität der gutachterlichen Beurteilung beeinträchtigen können, sind es eine Vielzahl möglicher komorbider Störungen, die psychisch reaktive Traumafolgen überlagern und so zu Fehlbeurteilungen bei der Begutachtung führen können. Eine schädigungsunabhängige psychische Vorerkrankung macht die Beurteilung vollends schwierig
Aus diesem Grund hat die DeGPT ein zertifiziertes Fortbildungscurriculum verabschiedet, welches psychologische und ärztliche Fachkolleg:innen in die Lage versetzen soll, klinische Gutachten zu psychisch reaktiven Traumafolgen und ihrer Genese in sozialrechtlichen Verfahren fachkompetent zu erstellen. Die von der DeGPT entwickelten Standards für die schriftliche Gutachtenerstellung sollen dabei eine ausreichend begründete und für Dritte nachvollziehbare Beurteilung garantieren, die in der Praxis nicht immer gegeben ist.
In diesem Workshop sollen die speziellen Probleme anhand von Fallbeispielen (gerne auch mitgebrachte Fälle von Teilnehmer:innen) illustriert, die Standards der DeGPT zur Gutachtenerstellung der DeGPT erläutert und auf Besonderheiten bei der gutachterlichen Exploration und Beurteilung hingewiesen werden.
http://www.degpt.de/curricula/degpt-curriculum-begutachtung.html
Die interdisziplinär zusammengesetzte DeGPT-AG Trauma und Justiz geht in ihrem Workshop auf der diesjährigen Preconference vertieft auf den Umgang mit traumatisierten Personen im Kontext strafrechtlicher Verfahren ein. Vor der finalen Veröffentlichung der soweit fertiggestellten Handreichungen sollen die entsprechenden Themen im Workshop unter Einbezug der Praxiserfahrungen der Teilnehmenden diskutiert und weiter geschärft werden. Die vorgestellten Themen reichen von den Grundzügen der Aussagepsychologie und deren Relevanz für therapeutisches Handeln über realistische Erwartungsklärung bei Anzeigeabsicht bis hin zu dokumentationsbezogenen und rechtlichen Fragen im Vorfeld einer Aussage. Weitere Schwerpunkte bilden die Rolle der Therapeutinnen als sachverständige Zeuginnen vor Gericht, typische Abläufe von Strafverfahren sowie Herausforderungen rund um Retraumatisierungsrisiken. Ziel des Workshops ist ein offener Austausch über Hürden, Widersprüche und gelingende Praktiken an der Schnittstelle von Therapie, Aussage und Justiz. Neben der Vorstellung der Handreichungen wird dem allgemeinen Austausch über strukturelle und inhaltliche Stolpersteine und Chancen an der Schnittstelle Trauma und Justiz Raum gegeben.
Es ist davon auszugehen, dass mindestens 5-10 % der knapp 122 Millionen Menschen (UNHCR 2025), die weltweit auf der Flucht sind, lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* oder queere (LSBTIQ) Personen sind. Sie kommen aus Ländern, in denen ihnen die Meinungsfreiheit abgesprochen wird, sie kriminalisiert oder strafrechtlich verfolgt werden. Sie sind privater und staatlicher Gewalt ausgesetzt, werden gesellschaftlich ausgegrenzt.
LSBTIQ Menschen erleben auf der Flucht und bei ihrer Ankunft in Deutschland häufig ähnliche, potentiell traumatische Bedrohungen und Gewalt. Sie sind intersektional von Diskriminierung betroffen und damit hohen psychischen und chronischen Belastungen ausgesetzt. Ein niedrigschwelliger Zugang zum Hilfesystem, insbesondere zu psychosozialer Beratung und Psychotherapie spielt für LSBTIQ Geflüchtete eine besonders wichtige Rolle und stellt gleichzeitig eine oft unüberwindbare Herausforderung dar.
In dem Workshop wollen wir auf die besondere Situation von geflüchteten LSBTIQ eingehen und ein Raum zu Diskussion und Austausch öffnen: Wie können die Lebensrealitäten queerer Schutzsuchender intersektional begriffen und in Beratung und Psychotherapie adäquat begleitet werden? Wie können Klient:innen in ihrer Selbstbestimmtheit und Ressourcen gesehen und Zugänge zum Hilfe- und Gesundheitssystem hergestellt werden? Neben der Vermittlung von theoretischen Inhalten wollen wir aus der Praxis berichten, Übungen zur Selbstreflektion durchführen und uns mit der affirmativen Haltung von Berater:innen und Psychotherapeut:innen in der Arbeit auseinandersetzen.
Rassismus ist ein belastender Faktor, der zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Symptome beitragen kann – wird in der Praxis jedoch häufig nicht ausreichend als solcher erkannt oder benannt. Der Workshop bietet Raum für die Auseinandersetzung mit Rassismus als ätiologischem Faktor und lädt dazu ein, diese Perspektive professionell und sprachlich fassbar zu machen – zwischen therapeutischer Haltung und den Anforderungen in der psychotherapeutischen Regelversorgung. Nach einem kurzen Input zur Wirkung von Rassismus auf psychische Gesundheit folgt eine vertiefende Fallarbeit in Kleingruppen: In Teil 1 steht die Frage im Fokus, wie Rassismus in der individuellen Krankheitsentwicklung wirksam geworden sein könnte – und wie dies in eine rassismussensible Fallkonzeption einfließen kann. So soll geübt werden, rassismusbedingte Belastung nicht nur als Kontext, sondern als relevanten ätiologischen Faktor zu verstehen und sprachlich präzise zu erfassen. In Teil 2 wird erarbeitet, wie sich psychische Belastungen im Zusammenhang mit Rassismus in der Therapieplanung, Zielsetzung und Beziehungsgestaltung abbilden lässt – einschließlich der Reflexion eigener Anteile. Im Mittelpunkt steht die Annäherung an eine therapeutische Haltung, die sich mit diesen komplexen Erfahrungen auseinandersetzt.
Zum Abschluss folgt eine gemeinsame Zusammenführung zentraler Gedanken. Ich teile meine Perspektive als suchende Praxis und mit dem Wunsch nach kollegialem Weiterdenken und offener Auseinandersetzung mit strukturellen Herausforderungen.
Rassismus-induziertes Trauma umschreibt schwerwiegende Belastungsreaktionen, die durch kontinuierliche Ausgrenzungs- und Abwertungserfahrungen, aber auch direkte bzw. (kollektiv) vermittelte rassistische Gewalterfahrungen entstehen. Rassismus als Diskriminierungsform auf struktureller, institutioneller und interpersoneller Ebene ist kontinuierlich wirksam und hat erhebliche unmittelbare sowie transgenerationale Auswirkungen. Bekannt sind Folgen für rassifizierte Körper, für das Selbst- und Weltbild von Individuen und Communities, für die Beziehungs- und Lebensqualität sowie für die psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit bis hin zur Lebenserwartung.
In diesem Workshop möchten wir Wissen zu Lebensrealitäten und potenziellen Ursachen für Rassismus induziertes Trauma zur Verfügung stellen, die aus weiß positionierter Perspektive bislang oftmals unerkannt bleiben bzw. auf Empathielücken treffen. Mit Hilfe von Beispielen aus der Praxis sollen Rassismuserfahrungen sowie unsere verfahrensübergreifenden Handlungsansätze nachvollziehbar gemacht werden. Grundlage für die machtsensible Analyse struktureller Gewalt ist, die eigene soziokulturelle Positioniertheit hinsichtlich Rassismus und intersektierender Diskriminierungsformen reflektieren und einordnen zu können, um eigene Wahrnehmungs- und Handlungsmuster zu erkennen und eine belastbare therapeutische Haltung und Arbeitsweise zu entwickeln.
Ziele: Teilnehmende sollen ein vertieftes Verständnis von Rassismus bzw. Rassismus induziertem Trauma entwickeln, die eigene Positioniertheit, einhergehende Ressourcen und Herausforderungen kritisch einschätzen und nutzen lernen, sowie die eigene Arbeitsweise nachhaltig rassismuskritisch reflektieren und anpassen lernen. Eine aktive Teilnahme an Selbsterfahrungsübungen sowie das Einbringen eigener klinischer Erfahrungen trägt bei und wird erbeten.
Vor allem nach sexueller Gewalt und anderen potenziell traumatisierenden Erfahrungen mit Sexualität fällt es Betroffenen oft schwer, sich in intimen Begegnungen sicher und wohl zu fühlen. Doch auch körperliche und emotionale Gewalt, Vernachlässigung, traumatisch erlebte Geburten oder medizinische Eingriffe können Spuren hinterlassen.
Sind Betroffene in der Sexualität getriggert, drängen sich Erinnerungen an das Trauma ins Bewusstsein. Viele vermeiden deshalb Sexualität oder halten überforderndes Wiedererleben aus, dissoziieren oder haben Schmerzen. Andere leben (Online-)Sexualität impulsiv, unkontrolliert und suchtartig.
Weil sie Bedürfnisse und Grenzen nicht gut wahrnehmen können, fällt es vielen Betroffenen zudem schwer, intime Begegnungen einvernehmlich zu gestalten und zu erkennen, wann es gefährlich wird. Damit wächst nicht nur ihr Risiko für Retraumatisierung oder Reviktimisierung in Partnerschaften oder beim Dating, sondern auch für körperliche Verletzungen, ungewollte Schwangerschaften, sexuell übertragbare Infektionen und Grenzverletzungen gegenüber anderen.
Auch langfristig kann es zu vielfältigen Auswirkungen kommen: etwa zu Spannungen in Beziehungen, zu Trennungen, Partnerlosigkeit und unerfüllten Wünsche nach Elternschaft und Familie, aber auch zu psychischen Krisen und körperlichen Beschwerden.
Der Kurs eröffnet einen kompakten Einstieg in die Thematik. Sie erfahren …
Leider gibt es auch heute noch keine verfügbare Versorgung für traumatisierte Menschen mit SIE (Störung der intellektuellen Entwicklung / ICD 11), wie auch für Menschen mit Autismusspektrumstörungen (ASS) und/ oder Menschen mit schweren chronischen psychischen Erkrankungen, wie chron. Psychosen. Obwohl bei vielen dieser Klienten Traumafolgestörungen (auch komplexe) vorliegen und die Symptome teils ursächlich für die herausfordernden Verhaltensweisen sind, wurden Traumatisierungen in der Vorgeschichte in der Regel nicht abgeklärt, entsprechend nicht diagnostiziert und passende Hilfsangebote nicht angeboten.
Ausbildungsangebote gehen selten auf diese Personengruppen ein, weshalb sowohl stationäre, als auch ambulante Trauma-Therapieangebote diese Personengruppen häufig nicht behandeln. Unsicherheiten, fehlendes Wissen und Erfahrung behindern eine Verbesserung dieser Situation.
Grundsätzlich unterscheidet sich der Bedarf und die Begleitung nicht von der «üblichen» Traumabegleitung und -therapie. Manches benötigt mehr Zeit, einfachere Sprache / Worte, Hilfsmittel und Materialien teils aus dem Kinder- und Jugendbereich, aber diese notwendigen Anpassungen sind nicht so aufwendig und schwierig, wenn grundsätzlich die Bereitschaft besteht, mit diesen Menschen in Not zu arbeiten.
In diesem Workshop wird anhand von Praxisbeispielen vorgestellt, hinter welchen Symptombildern sich Traumafolgestörungen verstecken können. Material, das sich in der Praxis bewährt hat, Diagnoseinstrumente in Leichter Sprache und die Empfehlungen der neuen S3 Leitlinie PTBS für diese Klientel werden präsentiert. Ergänzend wird auch eine indirekte Diagnosemöglichkeit anhand eines psychologisch-pädagogischen Instrumentes, das auf Beobachtung durch das Umfeld basiert, vorgestellt, das zur Diagnostik schwerer beeinträchtigter Menschen genutzt werden kann, die nicht sprechen können.
Mit der Einführung der ICD-11 wurde ein bedeutender Paradigmenwechsel vollzogen: Das Erleben von Geschlechtsinkongruenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird nicht länger als psychische Störung klassifiziert, sondern unter der neuen Kategorie „Zustände im Zusammenhang mit sexueller Gesundheit“ („conditions related to sexual health“) geführt. Diese Entpathologisierung markiert einen zentralen Fortschritt in der medizinischen und psychotherapeutischen Bewertung geschlechtlicher Vielfalt.
Mit der Veröffentlichung der S2k-Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen“ im März 2025 liegt nun erstmals ein interdisziplinär abgestimmter Versorgungsstandard für Fachkräfte aus Psychotherapie, Medizin und Beratung vor. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit einer entpathologisierenden, diskriminierungssensiblen Haltung und die Bedeutung individualisierter, affirmativer Unterstützungsangebote. Sie orientiert sich an internationalen Empfehlungen, u.a. der American Psychological Association sowie der European Association for Transgender Health (EPATH/WPATH).
Im Workshop wird nach einer zusammenfassenden Darstellung der S2k-Leitlinie der Schwerpunkt auf affirmativen Versorgungsansätzen im psychologischen und psychotherapeutischen Setting liegen. Praxisnah werden sowohl die Transitionsbegleitung im Jugendalter als auch die Anpassung der traumafokussierten CBT für LGBTQI+ Kinder und Jugendliche und deren Bezugspersonen vorgestellt.
Ingo Schäfer, Heide Glaesmer
In frühen Phasen ihrer wissenschaftlichen Karriere ist es für angehende Forscher:innen besonders wichtig, Routine im Schreiben von wissenschaftlichen Artikeln zu entwickeln. Auch das Knüpfen von Kontakten und der Austausch mit Kolleg:innen spielt eine wichtige Rolle. In diesem von der Zeitschrift „Trauma und Gewalt“ ausgerichteten Workshop haben Nachwuchswissenschaftler:innen die Gelegenheit an einem konkreten Manuskript mitzuwirken, das später in „Trauma und Gewalt“ publiziert werden soll sowie Kontakte zu knüpfen und zu erweitern und eine Basis für weitere Kooperationen zu legen. Im Workshop soll unter Betreuung der beiden Leiter:innen ein Manuskript vorbereitet und geschrieben werden. Der Schreibprozess wird über den Workshop hinaus begleitet. Zielgruppe sind Kolleg:innen, die sich in frühen Phasen ihrer Karriere befinden (z.B. Masterand:innen und Doktorand:innen). Von den Teilnehmenden wird Folgendes erwartet:
1.) Teilnahme am Vorbereitungstreffen (online)
2.) Vollständige Anwesenheit am Workshop
3.) Teilnahme an zwei Videokonferenzen in den folgenden Monaten
4.) Erledigung von spezifischen Aufgaben nach jeder der drei Konferenzen
5.) Beteiligung an der Finalisierung des entstehenden Manuskripts
Arbeitsgruppe Trauma und Beeinträchtigung: 13:00 bis 13:30 Uhr in Raum 508
Arbeitsgruppe Ambulante Versorgung: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 520
Arbeitsgruppe Trauma und Migration: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 523
Arbeitsgruppe Dissoziative Störung: 13:00 bis 14:00 Uhr in Raum 507
Arbeitsgruppe Netzwerke: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 523
Arbeitsgruppe Reviktimisierung: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 507
Arbeitsgruppe Kinder-/Jugendpsychotraumatologie: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 508
Arbeitsgruppe Somatik und Trauma: 14:00 bis 15:00 Uhr in Raum 505


Informationen folgen in Kürze.